PDA

Vollständige Version anzeigen : Energiegewinnung & Kanusport


Chillosaurus
28.01.2007, 11:45
Hallo,

durch die Umweltsituation werden immer mehr Wasserkraftwerke in die Diskussion gebracht. Solche Dinger müssen doch nicht unbedingt das Ende des Wassersports an diesen Stellen bedeuten, schließlich muss das Wasser Konzentriert an einer Stelle mit einer gewissen Geschwindigkeit durch die Turbeinen, Spiralen, etc. gepresst werden.

Hat jemand eine Idee, Ahnung, Erfahrungen, wie man bei den entsprechenden Energielieferern eine Kanusport verträgliche Lösung finden kann (z. B. mit Spielwalze etc.)?

Danne
28.01.2007, 19:43
Bei uns ist ein ehemaliges AKW in der Nähe. Da E.ON sehr viel für Sportvereine in der Umgebung tut, haben wir mal angefragt, ob man eine Wildwasserstrecke im Kühlfluss bauen könnte. In manchen ehemaligen Kraftwerken wird dies schon gemacht bzw. vorbereitet. Nur bei "unserem" AKW sind die Pumpen leider schon raus. Vielleicht wird sich das ja auch bei aktiven Kraftwerken (Atom, Wasser, etc) durchsetzen. Hoffen wir es mal. :)

MfG

JohnCooper

Ulrich Clausing (DKV)
31.01.2007, 10:45
Hallo,

unter

http://www.kanu.de/nuke/downloads/Rodeowelle.pdf


steht eine Studie zur Erzeugung von Wellen und Walzen kostenlos als Download bereit. Diese Studie könnte bei geplanten Wasserbaumaßnahmen an den Bauherren/ - träger geleitet werden.

Ebenfalls als Download sind die Empfehlungen des DKV für Wehrüberwindungsanlagen kostenlos bereit gestellt. Hier werden Infos zum kombinierten Fisch-/Kanupass oder technische Zeichnungen für Ein- und Ausstiegsstellen veröffentlicht:

http://www.kanu.de/nuke/downloads/DKV-Wehrueberwindungsanlagen.pdf





Ansonsten haben wir den DKV-Referenten für Wasserbau, der sicherlich mit Rat und Tat helfen könnte:

Juergen.Faltin@web.de


Ich hoffe, dass damit erste Initiativen gestartet werden können!

DEUTSCHER KANU-VERBAND E.V.

Ulrich Clausing
Abteilungsleiter Freizeit-
und Kanuwandersport

Monday
31.01.2007, 10:57
Hallo Ulrich,

würde dein Beitrag nicht besser in die Rubrik 'Kanu-Neuigkeiten' passen?

Zumindest mir erschließt sich nicht ganz, was das Thema mit Feedback zum Forum an sich hat ;)



MfG

Reinhard

Monday
31.01.2007, 11:33
Dafür gibts Administratoren und einer davon ist doch sehr oft online.

Eventuell läßt die verwendete Forensoftware das verschieben nicht zu (ich weiß es nicht)? Nicht jede Forensoftware ist wirklich Threadfest....



MfG

Reinhard

TiemoHH
31.01.2007, 13:47
Verschieben könnt ich das schon, aber wollen will ich es nicht. Ich find es paßt gut zu dem Beitrag und weniger in Neuigkeiten...

Chillosaurus
01.03.2007, 13:56
Wer die neue Kanusport gelesen hat weiß es bereits schon: In Baden versuchten die Kanuten den Umbau des dortigen Kraftwerks zu nutzen um einen WW-/Slalomstrecke zu etablieren, sind aber gescheitert, da sich Umweltschützer dagegen gestellt haben, obwohl die beeinträchtigungen für die Umwelt durch eine solche Strecke mit Bootsbetrieb nur minimal sind.

Welche Möglichkeiten haben wir auf solche Dinge Einfluss zu nehmen? Bei anderen Strecken hat die Zusammenarbeit mit Naturschützern deutlich besser geklappt. Was wurde dort anders gemacht?

Als Grund für das Versagen der Interessenvertreter des Kanusports wurde genannt, dass die Umweltlobby einfach größer sei. Aber wir haben doch auch ein Interesse daran, dass unsere Kanuklubs möglichst gute Bedingungen zum Paddeln vorfinden. Warum sollte unsere Lobby so viel kleiner sein, und warum wurde niemand um Unterstützung gebeten?

Muss man letztendlich mit irgendwelchen hohen Tieren in der Provinz Golf gespielt haben, um den Bau einer Kanustrecke zu erwirken, wenn ein bestehendes Wehr umgebaut werden soll?

Hauke
01.03.2007, 14:51
Moin, moin,

vielleicht ist es die Angst vor der Haftung, wenn man als Kraftwerksbetreiber
eine Spielstrecke einbaut, und nacher einer verunglückt? Da sind Naturschutz-
begründungen doch viel einfacher zu vertreten.
Ich weiß nicht, ob es so ist, aber vorstellen könnte ich es mir.

Ob die Naturschützer Golf spielen, wage ich mal zu bezweifeln, bei so viel
unnatürlichem Grün. :)

Hauke

Chillosaurus
07.03.2007, 18:07
Ich glaube Angst vor der Haftung kann kaum eine Rolle spielen: die Kraftwerksbetreiber lassen das ding von der Stadt bauen oder hängen 'nen Schild Nutzung auf eigene Gefahr auf. Dann bleibt die Haftung bei 1. Dem Übungsleiter, wenn dieser die Gefahr nicht erkannt und beseitigt hat 2. Dem Verein, wenn er keinen geeigneten Übungsleiter eingesetzt hat. Letztendlich übernimmt die Sporthilfe die durch den Unfall entstandenen Kosten

______________________
Der Mensch brauch mehr als 2 Dinge um Glücklich zu sein:
Kajak, Paddel, Spritzdecke, Wasser, Gefälle, 'Neo, Helm, Schwimmweste.....

Werner Schmiedel
07.03.2007, 18:52
Hai Loide,

das Kraftwerk in Rheinfelden wird nicht umgebaut sondern neu gebaut. Was mit dem bestehenden Kraftwerk geschieht (das älteste Wasserkraftwerk in Europa) weiss ich nicht.

http://www.naturenergie.de/pages/inhalt/unsere_quellen/quellen_silber/neurheinfelden.htm

Dort steht an einer Stelle, dass am 31.3.2003 mit dem Neubau begonnen wurde, aber ich habe bei meinen zahlreichen Fahrten mit dem Zug davon nichts erkennen können.

Da das neue Kraftwerk 30 m rheinabwärts gebaut werden soll, sehe ich nicht den Grund, weshalb aus natürschützerischen Gründen keine Slalomstrecke gebaut werden dürfte, denn auf deutscher Seite sind direkt dort die Industriebetriebe der DEGUSSA, der ehemaligen ALU Rheinfelden und andere.

Allerdings, in Rheinfelden gibt es meines Wissens keinen Kanuclub, der nächste ist in Schwörstadt, und das liegt oberhalb des nächsten Kraftwerks. Ob die ein Interesse haben an einer Trainingsstrecke in Rheinfelden, das frag ich jetzt nicht.

Das Dumme ist auch, zwischen Schwörstadt und Breisach gibt es nicht einen einzigen Kanuclub. Wo soll da eine Lobby herkommen? Ruder- und Motorboot- oder Waidling- Clubs gibts einige, aber die haben kein Interesse an Spielstrecken.

Grüsse vom Werner

KajakFun
07.03.2007, 21:03
Hi Chillosaurus,
wenn ein Fluß nicht immer so viel Wasser führt daß er normalerweise unfahrbar ist bedeutet ein Kraftwerksbau üblicherweise das Ende der fahrbaren WW-Strecke.
Beispiele gibts genug. :mad:
Ein Kraftwerk rentiert doch nur wenn so viel Wasser wie möglich durch die Röhre läuft. Bei den Minimalmengen die inzwischen kanalisiert werden sind die Pflichtwassermengen für eine Befahrungen in der Regel nicht mehr ausreichend.
Eine Spielwalze am Kraftwerkseinlaß ist kein Ersatz für eine verlorene Waldschlucht.:mad:
Man fährt ja nicht nur aus wildwassertechnischen Gründen durch die letzten Urlandschaften der Alpen.
Eine Spielstelle am Kraftwerk fällt für mich höchstens noch unter die Rubrik Resteverwertung aber nicht mehr in die Rubrik Wildwasser. Dann kann ich genausogut mit dem Gameboy der vom selben Kraftwerk gespeist wird Wildwasserfahren.
Wenn ein Fluß eh schon zerstört ist und eine Wehranlage "kanuverträglich" umgebaut werden soll ist es zwar ok (Resteverwertung eben) :D aber trotzdem kein Ersatz!

Chillosaurus
16.03.2007, 10:39
Hi Chillosaurus,
wenn ein Fluß nicht immer so viel Wasser führt daß er normalerweise unfahrbar ist bedeutet ein Kraftwerksbau üblicherweise das Ende der fahrbaren WW-Strecke.
Beispiele gibts genug. :mad: [...]
Eine Spielstelle am Kraftwerk fällt für mich höchstens noch unter die Rubrik Resteverwertung aber nicht mehr in die Rubrik Wildwasser. Dann kann ich genausogut mit dem Gameboy der vom selben Kraftwerk gespeist wird Wildwasserfahren.
Wenn ein Fluß eh schon zerstört ist und eine Wehranlage "kanuverträglich" umgebaut werden soll ist es zwar ok (Resteverwertung eben) :D aber trotzdem kein Ersatz!

Es geht mir nicht nur um die Schaffung neuer Wehre etc, die ganze Täler in einem riesen See verschwinden lassen, sondern vor allem um den Umbau bestehender Stauschwellen. Dadurch wird das Kanufahren eher ermöglicht, da die Zeiten, an denen vermehrt Strom gebraucht wird nicht in der Nacht liegen, sondern Morgens, Mittags und Abends. Daraus folgt ein höherer Wasserstand, wenn man auf den Bach geht.
Ich Paddel, um die Kräfte des Wassers an meinem Boot zu spüren, will ich Natur gucken, so könnte ich doch auch wandern oder?(Rhetorische)
Strömung ist mir also Wichtiger als Bäume und Vögel. Sodass ich die Kraftwerkswelle in jedem Fall dem Gameboy vorziehe.

HajoP
22.03.2007, 10:26
Im Zusammenhang mit der Konzessionserneuerung für das Kraftwerk Rheinfelden hat sich der Badische Kanu-Verband nach Ortsbesichtigung im Dezember 2006 an das zuständige Regierungspräsidium Freiburg gewandt mit der Bitte, das geplante Umgehungsgerinne zu einer touristischen Attraktion,d.h.einer Kanuslalom-und Wildwasserstrecke umzugestalten. Nach Auffassung des Verbandes wäre dies ohne technische Probleme und zusätzliche Kosten möglich.
Die Antwort des Regierungspräsidiums ist allerdings ernüchternd. Sie lautet u.a.:"Sicherlich würde eine derartige Konzeption ...eine erhebliche touristische Attraktion darstellen und könnte ebenfalls eine geeignete Übungs-und Trainingsstrecke für den Wassersport bedeuten." Nachdem für das Umgehungsgerinne jedoch nur eine Wassertiefe von ca. 10 -30 cm vorgesehen ist, würde der Kanusport negative Auswirkungen auf Wasservögel, Fische und wirbellose Wassertiere haben. " Das Umgehungsgewässer ist daher von menschlichen Aktivitäten freizuhalten".
Fazit: Wieder wird eine Chance vertan, dem Kanusport in Südwestdeutschland Auftrieb zu verleihen, denn Fische und wirbellose Wassertiere haben eine bessere Lobby als der Kanusport.