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Vollständige Version anzeigen : Kommentar zu eine Nebelfahrt durchs Wattenmeer


Udo Beier (DKV)
04.02.2007, 20:13
Ahoi,

im neuesten Kanu Sport (Nr. 2/07, S.14-15) wird ein Beitrag von R.Fetting u. G.Huesmann veröffentlicht. Dort berichteten sie von einer Tour, die vom Hafen Harlesiel entlang des Fahrwassers zum ca. 8 km entfernt liegenden Hafen von Spiekeroog führte. Problematisch an diesem Bericht ist es Folgendes: (1.) fand die beschriebene Tour bei Nebel (ca. 20 m Sicht) statt, (2.) führte sie die ganze Zeit entlang des Fahrwassers und (3.) hätte ein Bericht darüber hier nur veröffentlicht werden dürfen, um es als „schlechtes Beispiel“ vorzustellen, das zum Anlass genommen wird, um einmal gezielt auf die Problematik von Nebeltouren auf Küstengewässern aufmerksam zu machen. Als der für das Küstenkanuwandern zuständige Referent möchte ich den Beitrag die folgt kommentieren:

Verstoß gegen seemännische Sorgfaltspflichten

Die vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) aufgestellten „Zehn Sicherheitsregeln für Wassersportler“ enthalten unter „Regel 8 (Nebel)“ die folgende Vorsichtsmaßregel, die lt. BSH jeder Wassersportler beachten sollte:

„Verlassen Sie keinen sicheren …Platz bei Nebel.
Werden Sie von Nebel … überrascht, möglichst umgehend Fahrwasser und Schifffahrtswege verlassen, zum eigenen Schutz einen sicheren Ort aufsuchen und Fahrt unterbrechen. …
In jedem Fall sind bei verminderter Sicht die vorgeschriebenen Schallsignale zu geben.“In dem sehr lebhaft und anschaulich geschriebenen Bericht scheint diese nicht nur für Segler, sondern auch für Küstenkanuwanderer maßgebliche Regel keine Beachtung zu finden. Okay, es kann immer mal sein, dass wir unterwegs auf dem Wasser in Nebel geraten und nun das Beste daraus machen müssen. Aber der Start einer Tour in den nur ca. 20 m dichten Nebel hinein, und zwar stets entlang des Fahrwassers, ist ohne Wenn & Aber als Verstoß gegen die seemännischen Sorgfaltspflichten anzusehen.[/FONT]

Was heißt hier schon „Schifffahrt informiert“?

Die beiden Kanuten haben wohl vor dem Start „die Schifffahrt informiert“, aber es ist etwas „blauäugig“ zu glauben, dass - nur weil 2 Kanuten gerne mal bei Nebel vom Festland aus nach Spiekeroog paddeln wollen - die Fahrgast- und Fischereischifffahrt ihr Tempo so wählen, dass sie die Kollision mit zwei plötzlich vor dem Bug auftauchenden Kanuten jederzeit verhindern können.

Unsichtbar im Nebel

So gut auch diese beiden Kanuten für eine Küstentour ausgerüstet waren, für eine Nebelfahrt waren sie nur unzureichend gewappnet, nicht nur weil sie nicht das bei verminderter Sicht vorgeschriebene weiße Rundumlicht führten, sondern auch weil das Schiffsradar der Berufsschifffahrt sie nicht erfassen kann; denn die Radargeräte sind so justiert, dass etwa die letzten 1-2 m über der Wasseroberfläche ausgeblendet werden, damit die von den Wellen reflektierenden Radarstrahlen das Radarbild nicht stören.

Das von den Kanuten mitgeführte „Funkmittel“ (ist damit ein UKW-Sprechfunkgerät oder nur ein Handy gemeint?) und „akustische Signalmittel“ (ist damit nur eine Trillerpfeife oder ein griffbereit gelagertes, vom BSH zugelassenes Nebelhorn gemeint?) vermindert nur scheinbar das Risiko einer Nebelfahrt, und zwar auch dann, wenn per UKW-Sprechfunkgerät ständig Kontakt mit der sich annähernden Schiffen gehalten wird und alle 2 Minuten das richtige Schallsignal (hier: ▬ ●● ) gegeben wird. Das ist auch genau der Grund, warum das BSH u.a. uns Kanuten empfiehlt, bei Nebel an Land zu bleiben bzw. einen sicheren Platz aufzusuchen.

Raus aus dem Fahrwasser

Stattdessen tun die beiden Kanuten genau das Gegenteil: Sie starten nicht nur von einem Hafen aus und steuern als Ziel nicht nur einen Hafen an, sondern unterwegs navigieren sie so, dass sie sich möglichst von Pricke zu Pricke und von Seezeichen zu Seezeichen entlanghangeln. Praktisch versuchen sie die gesamte Zeit im Fahrwasser zu paddeln, als ob sie geradezu eine Kollision mit der Berufsschifffahrt - die Segler liegen sicherlich im Hafen oder vor Anker – heraufbeschwören wollen.

Dass sie die Tonnen im Nebel stets fanden zeigt wohl, dass die beiden Kanuten navigieren können. Bloß, bei einer Nebeltour kommt es nicht nur auf die navigatorischen Fähigkeiten an, sondern auch auf das Timing und die richtige Routenplanung.

Timing & Routenplanung

Zum Timing gehört dabei, dass eine solche Strecke gepaddelt wird, wenn der Gezeitenstrom möglichst gering ist, nämlich zur Stauwasserzeit, d.h. bei Hoch- oder Niedrigwasser, und nicht, wie die beiden Kanuten es tun, bei auflaufendem Wasser, d.h. wenn der Strom nicht mit ihnen, sondern sogar gegen sie läuft. Die Navigation wird nämlich dann zum Glückspiel. Der Kompass hilft uns in einer solchen Situation nicht viel weiter. Er zeigt uns wohl die Richtung an und verhindert, dass wir im Nebel im Kreis fahren, aber er sagt uns nichts über die Abdrift, z.B. mitten ins Fahrwasser.

Und zur Routenplanung ist anzumerken, dass eine Nebelfahrt – wenn überhaupt – nur dann vertretbar ist, wenn die Route die ganze Zeit außerhalb des Fahrwassers entlang führt - und das möglichst in einer Wassertiefe, in der nur Kanuten paddeln können (z.B. entlang von Wattkanten bzw. flachen Wattflächen, die per Paddel stets zu loten bzw. per GPS stets zu finden sind) - und an keiner Stelle irgendwelche Fahrwasser kreuzt. Da bei einer Tour von Neuharlingersiel nach Spiekeroog das Queren von Fahrwassern nicht vermieden werden kann, sollte daher unbedingt davon Abstand genommen werden, gerade dort ins Wattenmeer hinaus zu paddeln.

Seemannsbrauch

Solange wir unterwegs alle 2 Minuten unser Schallsignal geben und das vorgeschriebene Licht führen, ist es wohl per Gesetz nicht ausdrücklich verboten, bei verminderter Sicht hinaus zu paddeln. Aber wir verstoßen gegen die Sicherheitsregeln des BSH, und zwar nicht nur Regel 8 (Nebel), sondern auch „Regel 9 (Berufsschifffahrt)“:[/FONT]

„Halten Sie sich von der Berufsschifffahrt nach Möglichkeit fern. Meiden Sie Schifffahrtswege …“Alle zehn BSH-Regeln werden jedoch den „seemännischen Sorgfaltspflichten“ zugerechnet. Ignorieren wir unterwegs bei einer Küstentour diese Pflichten, verstoßen wir folglich auch gegen § 3 der „Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung“ (SeeSchStrO):

„Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs gewährleistet und dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder … behindert oder belästigt wird. Er hat insbesondere die Vorsichtsmaßregeln zu beachten, die Seemannsbrauch oder besondere Umstände des Falles erfordern.“Kommt es also im Nebel zu einer Kollision mit der Schifffahrt, sind wir die Schuldigen, weil wir die BSH-Regeln 8 und 9 nicht beachtet haben.

Unabhängig davon gefährden wir mit solch einer Nebeltour nicht nur die Schifffahrt und das Leben unserer Kameraden, die wir u.U. überredet haben, uns hinaus aufs Meer zu begleiten, sondern wir bringen auch das Küstenkanuwandern in Verruf, da wir durch ein solches Verhalten zeigen, dass wir uns um „seemännische Sorgfaltspflichten“ nicht kümmern.

Gruß aus Hamburg: Udo Beier

Literatur: Sicherheit im See- und Küstenbereich, 6. Aufl. 2006, hrsg. vom BSH – www.bsh.de (http://www.bsh.de)
Link zur BSH-Broschüre: http://www.bsh.de/de/Produkte/Infomaterial/Sicherheit%20im%20See-%20u.%20Kuestenbereich/SicherheitimSee-Kuestenbereich.pdf (http://www.bsh.de/de/Produkte/Infomaterial/Sicherheit%20im%20See-%20u.%20Kuestenbereich/SicherheitimSee-Kuestenbereich.pdf)

KajakFun
05.02.2007, 17:46
Wenigstens waren sie mit doppelt abgeschotteten Booten unterwegs :D
Jetzt schreibt der Herr Fetting mal einen netten Fahrtenbericht für das eh ziemlich unattraktive DKV Heftchen und schon wird er von "Besserwissern" sorry U.B. niedergemacht. :mad:
Bravo, das motiviert unheimlich. Demnächst gibts im DKV Heftchen nur noch Regattaergebnisse.
Ganz abgesehen davon sah das für mich immer noch aus wie eine Fahrt unter relativ guten Sichtbedingungen. Eure DKV Leistungssportler geben mit der Schwimmwestenparade im selben Heft ja auch kein besseres Beispiel ab. Man posiert auf der einer Seite großartig mit Schwimmweste ist cool und wenn man umblättert fährt man wieder wie gewohnt ohne :p .
Laßt also bitteschön die Kirche im Dorf. Den DKV-Pranger hat Herr Fetting sicher nicht verdient!
Wenn jemand ohne Licht bei Nebel unterwegs ist ist das natürlich trotzdem nicht in Ordnung....wie so vieles Andere auch nicht. (Ich möchte ja auch nicht wissen wieviele Freizeitkapitäne alkoholische Getränke "unverplombt" an Bord haben diese natürlich nie trinken ) Man muß auch sehen daß die Beleuchtungsvorschriften nicht für Paddelboote ausgelegt sind. Uber den Sinn einer "Minifunzel" bei Tage in nur 1 m Höhe über dem Wasser kann man sich nun wirklich streiten. :rolleyes:
Ohne Licht und Signalpfeife hat man Null Chancen entdeckt zu werden.
Mit Licht bei Tage hat man vielleicht 1% Chance, aber immerhin nach Vorschrift.
Man wird als Paddler bei dichtem Nebel so oder so nicht rechtzeitig gesehen weil niemand mit einem so kleinen Boot rechnet. Aus stark frequentierten Schiffahrtsstraßen sollte man sich wenn möglich nicht nur bei Nebel raushalten und wenn es schon unbedingt sein muß, Nebelfahrten wenigstens auf ruhigen Abschnitten unter Land machen.

Udo Beier (DKV)
05.02.2007, 21:18
Ahoi Kajakfun,

die DKV-Zeitschrift „KANU SPORT“ dient nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur Information und Weiterbildung. Dass die Redaktion sich dazu entschloss, diesen ansonsten recht spannend geschriebenen Beitrag von der Nebelfahrt durchs Wattenmeer zu bringen, sollte sicherlich zur „Unterhaltung“ dienen, und mein Kommentar dazu der „Weiterbildung“. Damit sind eigentlich alle zu ihrem Recht gekommen: die „Hasardeure“ und die „Besserwisser“.

Wenn sich welche - wie die beiden Autoren des Beitrages - so weit heraushängen und praktisch fast alles ignorieren, was so die SeeSchStrO vorgibt, dann müssen sie einfach damit rechnen, dass das nicht stillschweigend hingenommen wird. Auch wenn die DKV-Mitglieder - mich nicht ausgenommen - nicht immer mit gutem Beispiel voranpaddeln, ist „KANU SPORT“ als offizielles Organ des DKV geradezu verpflichtet, "den Kurs einzufordern", wenn wir bei einer Küstentour gegen die seemännischen Sorgfaltspflichten verstoßen. Ob die Leser sich dann auch wirklich daran halten, bleibt überwiegend ihre Angelegenheit, zumindest so lange wie kein anderer gefährdet wird.

Natürlich sind bei dieser ganzen „Besserwisserei“ – wie Du es pointiert konstatierst – gewisse Grenzen einzuhalten. Ich käme daher nie als „DKV-Referent für Küstenkanuwandern“ auf die Idee so wie Du, nach jedem in „Kanu Sport“ abgedruckten Foto zu schielen, ob nun die dort abgebildeten Kanutinnen und Kanuten eine Schwimmweste tragen. Nein, so pingelig bin ich wirklich nicht. Aber so eine Nebeltour, wie sie in KS, Nr. 2/07, beschrieben wurde, durfte nicht unkommentiert bleiben, auch wenn die beiden Küstenkanuwanderer mit doppelter Abschottung, Rettungsweste & Mettwurst unterwegs waren.

Gruß aus Hamburg: Udo Beier

G.H.
06.02.2007, 10:05
Liebe Sportkameraden,

wenn die im Kanu Sport (Nr. 2/07, S.14-15) beschriebene Fahrt tatsächlich so abgelaufen wäre, wie der Dkvküstenkanuwanderreferent beschreibt, dann wäre wirklich etwas falsch gelaufen.
Mein immer mal wieder auftretendes Problem mit Herrn Beier ist folgendes: Er urteilt oft zu voreilig, ohne sich über Details zu informieren. Er bräuchte mich/uns nur anrufen oder anmailen. Es werden stattdessen einfach Situationen vermutet oder Bedingungen angenommen, die dann in seinen Beiträgen amtlich und verurteilt werden - auch wenn es möglicherweise gar nicht so war.
Man könnte annehmen, dass die angeblich zur Weiterbildung gedachten Texte, tatsächlich doch zur Unterhaltung dienen sollen.

Auch wenn Herr Beier es nicht glauben kann:
- Die Spiekeroog II hat wirklich auf uns gewartet.
- Wir waren (nicht nur zufällig) auf dem Radarschirm zu sehen.
- Wir haben selbstverständlich versucht nicht ständig im Fahrwasser zu paddeln.
- Wir nutzten das gegen uns laufende Wasser als Sicherheitsreserve.

Trotz der Abdrift wurden alle angepeilten Punkte gefunden – vor allem der Inselhafen. Und dass das Ziel erreicht wurde, zeigt doch, dass es bei einer Nebeltour nicht nur auf das Timing und die richtige Routenplanung, sondern auch auf die navigatorischen Fähigkeiten ankommt.

Und doch haben wir etwas falsch gemacht. Wir betätigten nicht alle zwei Minuten das Nebelhorn. Uns wären die Ohren abgefallen.

Glück auf

Gottfried

-Christian-
06.02.2007, 19:41
Aloha,
ich bin der Meinung, wir sollten nicht nur bei solchen Wetterlagen (hier aber besonders) das Fahrwasser meiden.
Die Ob 14 als Backbord - Tonne vom Ende des Leitdammes und dann die OB13 (oder11?) anzusteuern bedeutet ja sich mehr oder weniger lange im Fahrwasser aufzuhalten.
Ich habe bei meinen Touren grundsätzlich ein einfaches GPS mit eingespeicherten Tonnen des Fahrgebiets dabei. Damit ist es möglich sich sicher außerhalb des Fahrwassers zu halten und es falls nötig rechtwinklig zu queren.


Dieses Gerät besitzt eine mit einem Mobiltelefon vergleichbare Funktionssicherheit, ist also zuverlässig.


Grüße an Euch alle

Christian aus Salzgitter

Udo Beier (DKV)
06.02.2007, 23:20
Ahoi!

Nun, Gottfried, es mag ja sein, dass ihr in der Realität nicht ganz so im Nebel „herumgestochert“ seid, wie ihr es beschrieben habt. Aber wenn ich euren Beitrag kommentiere, um hier im DKV-Forum auf die Probleme von Nebeltouren in Wattfahrwassern zu verweisen, dann kann ich mich nur auf eure Geschichte mit der 20-Meter-Sicht beziehen.

Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit den Berichten anderere über erlebte Windstärken bzw. Seegangshöhe. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich kaum noch ein Kanute traut, von einer Küstentour zu berichten, bei der er nicht einen 8er Wind :cool: bzw. eine 3-Meter-Welle :eek: erlebt hat. Dabei stoßen schon die meisten bei einem 5er Wind bzw. einer 1-Meter-Welle an ihre persönliche Grenze der Befahrbarkeit, zumindest dann wenn es auflandig weht und die Wellen brechen. Und sicherlich wird es bald einen Bericht von einer Seefahrt bei einer Sicht unter 10 Meter geben.

Gottfried schreibt hier im Forum, dass das Fahrgastschiff „Spiekeoog II“ extra auf die beiden gewartet hatte. Hut ab für soviel Einfluss auf die örtliche Fahrgastschifffahrt. Sicherlich sind auch alle übrigen Schiffe extra wegen den beiden solange im Hafen bzw. auf der Seeseite von Spiekereoog geblieben, bis sie drüben auf der Insel angekommen sind!?

Gottfried entgegnet, dass sie „selbstverständlich nicht versucht hätten, ständig im Fahrwasser zu paddeln.“ Das ist vernünftig, aber leider kam das nicht so vernünftig in dem Bericht herüber. Abgesehen davon ist der Versuch, außerhalb des Fahrwassers zu paddeln, löblich, aber wie wollen die beiden das in einem Tidengewässer schaffen, wenn ihr erklärtes Ziel es war, sich von Tonne zu Tonne zur Insel vorzuhangeln.

Christian hat in seinem Posting Recht, wenn er schreibt, dass wir sogar bei besseren Sichtverhältnissen das Fahrwasser meiden sollten. Übrigens, wie wir bei Nebel einigermaßen sicher von Neuharlingersiel nach Spiekeroog kommen könnten, dafür wüsste ich sogar eine Lösung, aber die hat weder was hier im DKV-Forum zu suchen, noch im KANU SPORT. Ein GPS-Gerät spielt dabei eine große Rolle und einen „Schutzengel“ sollten wir dann auch noch dabei haben.

Gruß aus Hamburg

Oliver Redeker
07.02.2007, 00:42
Auf den ersten Beitrag von Udo Beier - namentlich zur Unsichtbarkeit von Kanuten auf dem Radar - möchte ich an dieser Stelle ein paar Erlebnisse schildern (die ich übrigens mit Gottfried teile):

1.
Bei einer Mitfahrt auf der Brücke der "Spiekeroog II" war auf dem Radar weit mehr zu erkennen, als diverse Berichte vermuten lassen - besonders bei der (durchaus möglichen und auch regelmäßig praktizierten) Umschaltung vom Fern- auf den Nahbereich.
Außerdem lässt sich auch die Höhe des "ausgeblendeten" Bereiches variieren.
(Wenn ich von Nebel ausgehe, muss ich mangels Wind auch eine eher ruhige See unterstellen - Jeder Kapitän, der dann nicht in "dicker Suppe" sein Radar etwas "feiner" stellt, würde wohl mindestens genauso sorgfaltswidrig handeln wie Paddler, die wie wild im Fahrwasser zickzack fahren......das macht ohne Not kein Mensch, schon gar nicht im Nebel.)

2.
Bei Wind, Wellengang und bei Nacht befanden wir uns (schon des öfteren) auf der Swinnplate vor Spiekeroog, weil wir die "Spiekeroog I" in Ruhe passieren lassen wollten.
Trotz Wellen müssen wir auf dem Radar erkennbar gewesen und auch erkannt worden sein - denn wir wurden mittels Suchscheinwerfer gesucht und gefunden; und nach einem kurzen Winken war alles ok und der Scheinwerfer der Fähre wieder aus.
Die Jungs auf den Brücken der Berufsschiffahrt sehen also mehr als man meint - und auch noch in Bereichen, für die sie sich eigentlich gar nicht interessieren, weil sie viel zu weit ab von ihrem Kurs liegen.
(Wissen kann ich das diesmal allerdings nicht - ich war ja nicht auf der "I", sondern in meinem eigenen Böötchen...)

Um einem Aufschrei vorzubeugen: Dieser Beitrag dient nicht der Aufmunterung, sich blindlings auf die Aufmerksamkeit Dritter zu verlassen und sich eigener Verantwortung zu entheben - jedoch unsichtbar ist man als Paddler ganz sicher nicht!


Nix für ungut, Oliver

P.S.: (Jetzt kommt eine Mutmaßung aus dem Reich der Phantasie):
Im Übrigen ist der Berufsschiffahrt mit den Jahren hinlänglich bekannt, was sich teilweise für Knallköpfe zu bestimmten Feiertagen in Kajaks und anderen Dingern, die den Namen Kajak nicht immer verdient haben, auf den Weg nach Spiekeroog machen und das halbe Fahrwasser blockieren.....die Jungs rechnen mit allem - immer! Und ganz besonders nachts und noch mehr bei Nebel...und erst recht, wenn sie schon lange keinen Paddler mehr gesehen haben, weils dann langsam unheimlich wird.....usw.usw. - aber das hätte ich wahrscheinlich besser im Seekajakforum geschrieben, da steht man ja mitunter auf Haue unter der Gürtellinie :rolleyes: )

G.H.
07.02.2007, 07:25
Nun, Udo, dunkel wars, der Mond schien helle, als ein Auto blitzeschnelle, langsam und die Ecke fuhr... Es war ablaufendes Wasser und in Wirklichkeit war gar kein Nebel. Die Fotos sind in den Kulissen drittklassiger Vorabendserien in Duisburg-Ruhrort geschossen und später von billigen Fotografen bearbeitet worden. Auf halber Strecke wurden wir fast vom Zickenzauber gerammt und die Wasserpolizei ließ uns nur gegen eine sehr großzügige Spende ins Sammelschiffchen wieder auf freien Fuß. Ja nee, is klar.:D
Ich bin übrigens auch lieber in diesem Forum. Dank und Lob an die Erbauer.

Alles Gute!