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Vollständige Version anzeigen : Canadierfahren ist mehr...


wanderpaddler
08.02.2007, 09:27
als nur eine Kiste Bier in den Kahn und dann den Bach runterrutschen. Es besteht unter anderem aus mehreren Manövern/Techniken wie z.B.
Christie

Axle

Watch

Duffek, hohe- und flache Paddelstütze und noch einige andere Techniken

Die Vorwärtsfahrend und Rückwärtsfahrend ausgeführt werden, mit Ankannten auf der Paddelseite oder auf der Gegenseite. Diese Techniken können Solo oder im Tandemcanadier gepaddelt werden und das ganze dann zusammengenüpft ergibt dann ein recht schönes Balett.
Diese Kunst unterscheidet sich erheblich von dem üblichen Klischee des Canadierfahrens (im DKV).
Der Canadier ist nicht das unsportlichere Boot, er ist nicht langweilig und ein Paddler der nur den Heckhebel beherrscht kann noch lange nicht Canadier fahren. Wo kann man es richtig lehrnen? Im DKV bei den GOC (German Open Canoe)-Leuten, beim Hanseat Hamburg (nach Anfrage), andere Kanuvereine (es gibt ja sehr viele) sind mir da nicht bekannt. Eine weitere Möglichkeit sind kommerziellen Anbieter. Dabei muß man nach ACA (American Canoe Association) - Canadierschulen suchen. Die Kanulehrer dort sind nach den Richtlinien des Amerikanischen (neben Kanada eines der Mutterländer des Canadierfahrens) Kanuverbandes ausgebildet. Ich habe selber an vielen dieser Kurse teilgenommen, habe immer etwas dazugelehrnt und viel Spass dabei gehabt. Diesen Aspekt möchte ich auch mal als Inspiration für den EEP einwerfen.
Wozu sollte man diverse Canadiermanöver lehrnen:
Es macht Spass

Es dient der Sicherheit, denn ich kann Hindernissen besser ausweichen

und man kann naturgerecht paddeln, d.h. man rammt nicht die Bootspitze in einen Schilfgürtel

Wie das ganze dann in Perfektion aussieht habe ich schonmal hier gepostet: http://forum.kanu.de/showthread.php?t=91

Monday
08.02.2007, 10:58
Hallo Wanderpaddler!

als nur eine Kiste Bier in den Kahn und dann den Bach runterrutschen.

[...]

Die Vorwärtsfahrend und Rückwärtsfahrend ausgeführt werden, mit Ankannten auf der Paddelseite oder auf der Gegenseite.

[...]

Der Canadier ist nicht das unsportlichere Boot, er ist nicht langweilig [...]

Wenn das richtige Paddeln im Canadier nur nicht so schwer wäre... <seufz>



MfG

Reinhard

stefi
08.02.2007, 16:32
Hi Wanderpaddler
Soll das ein Werbe-Thread für Canadier sein? :D

Was für ein Klischee hat das Canadierfahren denn beim DKV?
(Bei uns ist das: Ein Boot für ältere Leute, alle die Angst haben sich in ein Kajak zu setzen und wird ausschliesslich mit dem See in Verbindung gebracht...) :mad:

Eine Weiterentwicklung wären da doch deutsche Ausdrücke für die Techniken (oder wenigstens aussagekräftigere)...

Ich befürworte ACA-Kurse (bin auch Instructor), aber ob man unbedingt die suchen muss?

Hast du die Motive (ist das richtig für Motiv in Mehrzahl? jaja, die Schweizer können kein Deutsch) beim ACA abgeguckt? ;)
Find ich aber gut, das gilt nämlich nicht nur für's Canadierfahren.

Monday
08.02.2007, 17:24
Soll das ein Werbe-Thread für Canadier sein? :D

Wie ich Wanderpaddler kenne, hätte er bestimmt nichts dagegen ;)



MfG

Reinhard

wanderpaddler
08.02.2007, 17:44
mein Deutsch ist auch nicht perfekt - egal - ich habe trotzdem was zu sagen ;) . Zu den deutschen Bezeichnungen der Manöver:
- Axle - mit dem Paddel eine Achse (Axle) pflanzen und das Boot drumherumfahren lassen
- Watch - einen Keil setzen
- Christie - war die Freundin vom Erfinder des Manövers

Mit meinem Beitrag wollte ich Neugierde wecken, um mehr kennen zu lernen. Warum ACA? DKV? Die meisten Vereine machen nur Kajak und eine Canadierausbildung kann nicht angeboten werden. VKDS? Hab ich bei der 1. Essener-Kanuschule einen Wildwasserkurs besucht. Da war ich unter den Kajakern die einzigste Canadierfahrerin - auch nicht schlimm. Aber der ganze Kurs war halt sehr kajaklastig.

Die Motivation stammt vom ACA (J.Wagner und andere Instructoren), aber nicht nur. Ich finde Spass, Können und Naturbewußtsein gehöhren einfach zum Kanufahren.

Gruß Wanderpaddler

stefi
08.02.2007, 18:33
- Axle - mit dem Paddel eine Achse (Axle) pflanzen und das Boot drumherumfahren lassen
- Watch - einen Keil setzen
- Christie - war die Freundin vom Erfinder des Manövers


Axle: zu deutsch "Steckschlag" (man steckt einfach das Paddel ins Wasser)
ich kenne mittlerweile einige Schläge, allerdings kann ich mir unter Watch noch Keil setzen was vorstellen. Die Freundin vom Erfinder kann ich mir zwar vorstellen, das hilft mir aber beim Paddeln noch nicht weiter :D

sehr kajaklastig

wo du recht hast, hast du recht. Aber das kommt wohl vom "Indianerimage" der Canadier und dementsprechend kleiner Nachfrage. Da sind die Amerikaner schon ziemlich weiter. Hier wird man ja als Frau manchmal schon nur schräg angeschaut weil man Kajak fährt, und dann auch noch OC im WW, da fallen des öftern Begriffe wie "verlorener Sohn"...

Zum Indianerimage fällt mir spontan gerade ein: Jeder kennt die Winnetou-Filme, schon mal die tolle Paddeltechnik dort studiert? :D

Siegmund
09.02.2007, 11:35
als nur eine Kiste Bier in den Kahn und dann den Bach runterrutschen. Es besteht unter anderem aus mehreren Manövern/Techniken wie z.B.
Christie

Axle

Watch

Duffek, hohe- und flache Paddelstütze und noch einige andere Techniken

Die Vorwärtsfahrend und Rückwärtsfahrend ausgeführt werden, mit Ankannten auf der Paddelseite oder auf der Gegenseite. Diese Techniken können Solo oder im Tandemcanadier gepaddelt werden und das ganze dann zusammengenüpft ergibt dann ein recht schönes Balett.
Diese Kunst unterscheidet sich erheblich von dem üblichen Klischee des Canadierfahrens (im DKV).
Der Canadier ist nicht das unsportlichere Boot, er ist nicht langweilig und ein Paddler der nur den Heckhebel beherrscht kann noch lange nicht Canadier fahren. Wo kann man es richtig lehrnen? Im DKV bei den GOC (German Open Canoe)-Leuten, beim Hanseat Hamburg (nach Anfrage), andere Kanuvereine (es gibt ja sehr viele) sind mir da nicht bekannt. Eine weitere Möglichkeit sind kommerziellen Anbieter. Dabei muß man nach ACA (American Canoe Association) - Canadierschulen suchen. Die Kanulehrer dort sind nach den Richtlinien des Amerikanischen (neben Kanada eines der Mutterländer des Canadierfahrens) Kanuverbandes ausgebildet. Ich habe selber an vielen dieser Kurse teilgenommen, habe immer etwas dazugelehrnt und viel Spass dabei gehabt. Diesen Aspekt möchte ich auch mal als Inspiration für den EEP einwerfen.
Wozu sollte man diverse Canadiermanöver lehrnen:
Es macht Spass

Es dient der Sicherheit, denn ich kann Hindernissen besser ausweichen

und man kann naturgerecht paddeln, d.h. man rammt nicht die Bootspitze in einen Schilfgürtel

Wie das ganze dann in Perfektion aussieht habe ich schonmal hier gepostet: http://forum.kanu.de/showthread.php?t=91

Das hast du jetzt schön gesagt, aber bei uns gibt es sehr wohl Canadierkurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Fortgeschrittenenkurse werden oft auf der Örtze veranstaltet, die Anfängerkurse auf der Weser oder bei zuviel Wind auf der Ochtum. Einer der Kursleiter für Canadier ist Peter Heil, der ist Kanulehrer und hat früher WW-Abfahrtsrennen im Einer und 2er Canadier gefahren und hat auch an deutsche Meisterschaften teilgenommem. Wir haben aber mindestens 4 Kanuübungsleiter, die Canadierausbildung machen, gut sind sie alle.

http://www.bremer-kanu-wanderer.de
oder hier Peters eigene Webseite:
http://www.mobile-kanuschule.de

Und den EPP gibts auch :-)

Gruß
Siegmund

schwimmendeWerkzeugkiste
09.02.2007, 15:45
Hallo,

ich grübele schon länger darüber nach, warum unter Paddlern so ein elitäres Klassensystem besteht. Vorbeipaddelnde Canadierfahrer kriegen da sinnbildlich Haltungsnoten verliehen - auf großen Tafeln - wie beim Eiskunstlauf.
Ich bin schon seit Jahren bekennder Dilletant und mache erst jetzt erste zaghafte Versuche, systematisch Paddeln zu lernen. Trotzdem hats mir bisher jede Menge Spaß gemacht. Klar, dass gewisse theoretische Grundkenntnisse hilfreich und manchmal auch notwendig sind. Aber die Praxis des Paddelns sollte nicht zu sehr akademisiert werden. Jedenfalls nicht für die, die auch so klarkommen. Im Canadier Forum gabs vor einiger Zeit auch so einen Thread in dem es um Canadier-Kurse ging (http://www.canadierforum.de/t424f3-Wer-benoetigt-eigentlich-Canadier-Kurse.html). Ich neige zu der Auffassung, dass nur der einen Kurs braucht, der auch erkennt, dass ihm der Kurs was bringt. Bei mir hat das eben etwas länger gedauert.

Axel

Siegmund
09.02.2007, 16:04
Hallo,

ich grübele schon länger darüber nach, warum unter Paddlern so ein elitäres Klassensystem besteht. Vorbeipaddelnde Canadierfahrer kriegen da sinnbildlich Haltungsnoten verliehen - auf großen Tafeln - wie beim Eiskunstlauf.
Ich bin schon seit Jahren bekennder Dilletant und mache erst jetzt erste zaghafte Versuche, systematisch Paddeln zu lernen. Trotzdem hats mir bisher jede Menge Spaß gemacht. Klar, dass gewisse theoretische Grundkenntnisse hilfreich und manchmal auch notwendig sind. Aber die Praxis des Paddelns sollte nicht zu sehr akademisiert werden. Jedenfalls nicht für die, die auch so klarkommen. Im Canadier Forum gabs vor einiger Zeit auch so einen Thread in dem es um Canadier-Kurse ging (http://www.canadierforum.de/t424f3-Wer-benoetigt-eigentlich-Canadier-Kurse.html). Ich neige zu der Auffassung, dass nur der einen Kurs braucht, der auch erkennt, dass ihm der Kurs was bringt. Bei mir hat das eben etwas länger gedauert.

Axel

Hallo, also bei mir hats 30 Jahre gedauert :-)
Ich finde , es ist eine besondere Qualität des Paddelsports, dass von Erholung und Binsenbummeln bis Rennpaddeln, Seekajaken und Wildwasser alles erlaubt ist. Im Gegensatz zum Rudern sind die Möglichkeiten enorm, und man hat keinen Trainer im Nacken, wenn man nicht will. Ein Anfängerkurs bringt allerdings enorm viel. Man hat viel mehr paddlerische Möglichkeiten, kann ganz andere Gewässer paddeln. Man ist sicherer und erspart sich möglicherweise Unfälle und Verletzungen. Was ein J-Schlag ist, kann man nur lernen, wenn es einem jemand zeigt. Insofern ist deine Aussage nur bedingt richtig: Man erkennt, dass man einen Kurs gebraucht hat, nachdem man ihn gemacht hat. Ich bin auch ewig lange irgendwie gepaddelt, halt so ein wenig mit dem Faltboot binsenbummeld. Ist ja auch ok, aber jetzt weiss ich, das ich noch ganz andere Sachen kann, die mir unglaublich Spass machen.
Gruß
Siegmund

stefi
09.02.2007, 19:17
Ich find, das hängt auch etwas mit anderen, äusseren Einflüssen zusammen. Zum einen gab's früher nicht so viele Angebote für Kurse. Es wurde aber auch viel mehr von den "älteren" oder "alten Hasen" und "Profis" gelernt oder abgeschaut.
Eine Rolle spielt vielleicht auch die heutige Konsumgesellschaft. Man will keine Verpflichtungen in einem Verein, einen Kurs kann ich bezahlen, ich weiss, was ich dafür bekomme und danach kann ich meines Weges gehen.

Die "Do-it-yourself-Typen" sind meist ja sogar besser dran als die Kursbesucher. Sie wissen (aus versuch-irrtum) warum sie was wie machen (auch wenn's mal nicht der gängigen Theorie entspricht). Und wenn sie ein Problem haben, dann ist nicht ein Lehrer da, der ihnen die Lösung bringt, sie müssen selbst suchen. Man kann sie übrigens etwas schöner ausgedrückt auch Autodidakten nennen, ist nicht englisch aber auch ein Fremdwort... :)

Ich kenne das Klassensystem aus fast allen Untergruppen an Paddlern, der Mensch kann nun einmal zwei Dinge vergleichen und tut es auch. In einer Welt wo man nicht mehr um ein Weib duelliert sucht sich Mann eben eine andere Art, sich von der Masse abzuheben :D
Ich denke, das ist nicht nur ein Phänomen bei Paddlern. Aber wen kümmert's? Ich mach mir keine Gedanken darum, was andere über meinen Paddelstil, oder was weiss ich, denken. Und es hat mir bis jetzt noch keiner das Paddeln verboten, weil ihm etwas bei mir nicht passte (es sei denn mangelndes Können, aber das muss auch so sein).

Frank
10.02.2007, 15:51
Hi Stefi,
warum sind Do it your self typen besser dran?
Deren Lernkurve ist wesentlich länger und sehr viel flacher, wenn es überhaupt eine Kurve gibt ...

Wie kommt man "self" auf nen Duffek, J-Schlag, Cross Vorward, Boot-über-Boot-Bergung, Capistrano-Flip usw. ?

Ein Einsteiger weiß von all diesen Sachen nix. Der Verleiher erklärt ihm ja auch, paddeln kann jeder, es gibt nix zu lernen. Ein guter Kurs sensibilisiert Paddler erst einmal für viele Dinge und bringt auch eine gute Basis, um mit einem Kanu einigermaßen umzugehen und so auch mehr Spaß und Sicherheit zu haben.

Info Wedge:
Ein Manöver beim Freestylen.
Ein Duffek ist Dir als ACA-I. bekannt. Beim Wedge drehst Du das Paddel so nach innen, daß Druck auf der Außenseite des Paddels entsteht. Gleichzeitig kantest Du das Boot zur Onside. So fährst Du eine harte Kurve zur Offside.

Ob Man(n) sich wirklich von der Masse abheben will, nur weil man Spaß dran hat, sich mit Können und Wissen ins sein Hobby zu vertiefen, ist sicher Ansichtssache.
Wie ist das eigentlich mit Frauen? :rolleyes:

Frank

wanderpaddler
10.02.2007, 20:09
Wecht schreibt man Wedge, ist mir ein etwas peinlich aber leider kann ich den Breitrag nicht korrigieren. :mad:

Kern des Manövers ist ein statischer Druckschlag, ausgeführt auf der Paddelseite - der dann recht dynamisch das Boot von der Paddelseite weg in eine Drehung drückt - satte Kantung zu Paddelseite erhöht die Dynamik des Manövers . Wichtig ist hier die Einleitung, damit das Boot schon in die entsprechende Richtung fährt - sonst kommt ein Seitwärtsversatz heraus. Die Einleitung kann mit einem Bogenschlag ereicht werden. ... blahblah :p - macht doch ein Kurs oder kommt mich in Hamburg besuchen, dann zeigs ich Euch.

Warum habe ich diese Diskussion gestartet? Gut - es war ein Testballon um zu schauen ob auch in diesem Forum etwas zum Thema Kringeln geht.

Gruß Wanderpaddler

wanderpaddler
10.02.2007, 20:15
Hallo Siegmund,

vielen Dank für den Tipp vieleicht mache ich mal einen Kurs bei Euch. Mal über den Tellerrand schauen kann nie schaden.

Gruß Susann

wanderpaddler
10.02.2007, 20:19
Hallo Axel,

wieso Theorie? Wenn ich ins Boot steige und meine Kreise ziehe ist das alles Praxis und wenn ich mit dieser Technik in ein Kehrwasser fahre, dann ist das auch keine Matrix.

Gruß Wanderpaddler

wanderpaddler
10.02.2007, 20:40
Hallo Mondy,

Wenn das richtige...

Naja, das mit dem richtig Paddeln, hängt vom Anspruch ab. Am Anfang reichen ja die Grundtechniken, und die kann man sich zeigen lassen, Kurs besuchen, nachmachen, ein bisschen korrigieren, alles nicht so schlimm. Dann kann man darauf Aufbauen. Für mich persönlich fand ich es immer wichtig, nicht im eigenen Saft zu kochen sondern auch bei Kanukursen oder Paddlerkollegen know how zu stibitzen (stehlen).

blendmystrokes
10.02.2007, 20:42
...hier im Ursprungsland besagter Boote nennen wir den von Dir beschriebenen Schlag 'running pry' oder 'bow jam'. Wahre koenner haben den ' one handed running pry' drauf bei dem die schafthand nach oben gleitet und die funktion der Griffhand mit uebernimmt. Wenn Du mal nach calgary kommst, koenen wir vielleicht zusammen ueben.....
Ueber (Paddel-) schlaege zu diskutieren ist nahezu aussichtslos......es gibt einfach zu viele abarten der gattung.....
Nachfolgend der Artikel eines alten bekannten, der die sache (allerdings fuer WW) sehr auf den Punkt gebracht hat:

Slicing and Blending


By Steve Salins
Tomorrow I teach my monthly "How to Canoe a Canoe" class, a basic course about canoe paddling. Actually, I seldom say it that way. I prefer to talk about how to "control" a canoe, because I think it is most important to make a canoe do whatever you want--turn around, move sideways, back up, stop, go forward in a straight line, keep from turning over.
At first, students are fixated on "strokes." How do you do this; how do you do that? So we talk about strokes and we work on strokes: J-stroke (isn't that the first thing your office buddies ask about when you tell them you paddle a canoe?), draw stroke, sweep strokes, and the whole lot. Actually, I firmly believe that if you are ever to be a good paddler, you have to have good fundamental stroke technique. But when all that basic stuff is finished, there is one more lesson to be learned: seldom does a good paddler do a "pure" stroke! Watch a really smooth canoeist at work, especially in whitewater. The blade is in the water, and it seems to be controlling the canoe in some subtle way that is not readily apparent to an onlooker.
What is going on? That paddler is blending various strokes to make that canoe move in whatever direction he desires. When you boil all the strokes down to a basic action, it becomes apparent that you really can do only two things with a canoe paddle. You can put it in the water and pull on it, or you can put it in the water and push on it. So if we get rid of all the various named "strokes" and simply pull and push the boat in the direction we want, canoeing becomes pretty simple. Now, before all the certified ACA instructors (and authors of "how to canoe" periodicals) string me up, we must understand that a solid mastery of fundamental strokes is the foundation that allows us to understand and feel what we have to do to control our canoes in some sort of blended way.
Practice paddling your canoe like the hand of a clock going around a pole.
If you understand and have good technique with your forward stroke, draw, pry, backstroke, and sweeps, now it's time to learn to slice and blend. Perhaps you have a bit of wind blowing the bow of your solo boat away from your paddling side. How about doing a bit of a draw-to-the-bow and, leaving the paddle in the water, turning it into your forward stroke? Maybe you're halfway through a forward stroke and need to move your boat away from your paddling side. Change that forward into a pry. It's okay; you have permission to not work in full-stroke chunks, but to change your paddle action as you go to keep your canoe under instant control.
An effective way to become comfortable with blending your strokes is to use an underwater recovery when paddling forward. Twist your blade so it slices through the water on recovery, and twist it again to gain your power stroke. Pull yourself sideways with your draw, then twist your blade to slice it back out for another draw stroke. Perhaps you are paddling in the bow with a bent-shaft paddle and your partner asks for turning help with a bow rudder. When it's time to paddle again, leave the blade in the water and slice that ruddering stroke forward and blend it into your next forward stroke.
If you want a practice exercise, go to your local mud puddle (it doesn't have to be a large body of water) and find a post, or drop a buoy in the water. Point your canoe at the post, with the bow about a foot away. Pretending your canoe is a hand on a clock, move your boat around the center post, keeping the bow within a foot of the post while the stern swings through the 360-degree arc of the clock. You can do this solo or tandem. When you have it mastered, do it again without taking your paddle(s) out of the water. If you don't get divorced (either from your partner or from yourself!), you'll gain a real sense of canoe control--and you'll probably no longer think of paddling in terms of pure strokes.
Before long, you'll discover a couple of truths. Your paddle is most effective when it's in the water; and if you keep it in the water most of the time, you can make your canoe do all sorts of subtle things as you slice and blend with a growing sensitivity to your blade angle. By the way, don't talk to your kayak friends about this stuff-they don't understand because they alternate paddling sides with each stroke, so they never quite get to develop that elegant style that a single-blade paddler can enjoy. Good paddling!



PS: das Canadische (CRCA) instructor Handbuch ist ungefaer 4 mal so dick wie das ACA.......

blendmystrokes
10.02.2007, 20:50
Hi Stefi,
warum sind Do it your self typen besser dran?
Deren Lernkurve ist wesentlich länger und sehr viel flacher, wenn es überhaupt eine Kurve gibt ...

Wie kommt man "self" auf nen Duffek, J-Schlag, Cross Vorward, Boot-über-Boot-Bergung, Capistrano-Flip usw. ?

Ein Einsteiger weiß von all diesen Sachen nix. Der Verleiher erklärt ihm ja auch, paddeln kann jeder, es gibt nix zu lernen. Ein guter Kurs sensibilisiert Paddler erst einmal für viele Dinge und bringt auch eine gute Basis, um mit einem Kanu einigermaßen umzugehen und so auch mehr Spaß und Sicherheit zu haben.

Info Wedge:
Ein Manöver beim Freestylen.
Ein Duffek ist Dir als ACA-I. bekannt. Beim Wedge drehst Du das Paddel so nach innen, daß Druck auf der Außenseite des Paddels entsteht. Gleichzeitig kantest Du das Boot zur Onside. So fährst Du eine harte Kurve zur Offside.

Ob Man(n) sich wirklich von der Masse abheben will, nur weil man Spaß dran hat, sich mit Können und Wissen ins sein Hobby zu vertiefen, ist sicher Ansichtssache.
Wie ist das eigentlich mit Frauen? :rolleyes:

Frank


Die 'off side' kurve kommt dabei nur raus, wenn Du den 'wedge' vor dir ausfuehrst.
hinter deinem allerwerstesten wird im solo eine 'on side' kurve draus.
Und genau neben dir-ein 'side slip' ....
Canadier paddeln ist kompliziert

wanderpaddler
10.02.2007, 20:52
da hast Du recht.

stefi
10.02.2007, 22:42
Hi Stefi,
warum sind Do it your self typen besser dran?
Deren Lernkurve ist wesentlich länger und sehr viel flacher, wenn es überhaupt eine Kurve gibt ...

Wie kommt man "self" auf nen Duffek, J-Schlag, Cross Vorward, Boot-über-Boot-Bergung, Capistrano-Flip usw. ?

Ein Einsteiger weiß von all diesen Sachen nix. Der Verleiher erklärt ihm ja auch, paddeln kann jeder, es gibt nix zu lernen. Ein guter Kurs sensibilisiert Paddler erst einmal für viele Dinge und bringt auch eine gute Basis, um mit einem Kanu einigermaßen umzugehen und so auch mehr Spaß und Sicherheit zu haben.



Frank,
Die Autodidakten sind MEIST besser dran, hab ich geschrieben.
Ich gehe dabei von ihnen aus und der Art wie sie lernen. Für solche Menschen ist es wichtig, dass sie für sich, auf ihre Art und Weise verstehen und lernen. Ihre eigenen Erfahrungen machen. Ein Autodidakt wird in einem Kurs eher eingeschränkt, weil er/sie das machen muss was die Gruppe macht oder der Kursleiter will/kann. Für solche Menschen macht ein J-Schlag keinen Sinn, wenn sie nicht selbst die Erfahrung gemacht haben, dass sie damit effizienter sind. Auch wenn ihm das jeder bestätigen würde.
Natürlich kann man als Autodidakt lange nicht so viel und schnell lernen wie in einem guten Kurs. Aber braucht man das überhaupt? Ich denke, dies sind Leute, die sich eben auch sehr bewusst sind, wenn sie Lücken haben. Und die sich selbst darum kümmern, diese Lücken zu füllen, u.U. auch mal in einem Kurs.

Ich möchte deine Theorie allerdings in Frage stellen, dass ein Autodidakt nicht auf all diese Dinge kommt. Ich hab den Duffek gemacht, als ich noch nie in meinem kurzen Leben davon gehört hatte, durch ...(verschiedene Umstände). Und irgendwoher kommen diese Sachen ja auch, einer hat sie mal rausgefunden, ohne dass ihm ein anderer gesagt hat, wie es geht.

blendmystrokes
10.02.2007, 23:46
einer/eine schon Supergirl (mann) sein wen er/sie auf alle moeglichen Schlaege ohne fremde Anleitung oder Abschauen kommt....schliesslich haben viele Paddler gemeinsam Jahrhunderte gebraucht sich die alle auszudenken :)
Dass Autodidakten meist besser dran sind, stelle ich stark in Frage, Stefi!
Oft komulieren sie antrainierte Fehler ohne es zu merken.
Selbst wenn die Ausfuehrung evtl sehr professionell aussieht, truegt oft der Schein. Immer wieder sehe ich zb 'Autodidakten' mit 'low brace' (paddelstuetze) durch ww rauschen. Sieht cool aus solange es funktioniert.....
Oder das Tandem Paar, das jahrzentelang zusammen paddelt und sie im Bug mehr eine Rundschlag als einen Vorwaertsschlag ausfuehrt..was ihn im Heck seit 20 jahren wundern laesst, warum er soviel korrigieren muss.......Nein, Stefi-Autodidakten sind nicht meist besser dran (evtl manchmal)-sie wissen es nur nicht besser.

Jmho....

Monday
11.02.2007, 08:56
Morgen allerseits!

Ich kann natürlich nur für mich und meine Bugfrau reden, aber wir sind ganz froh, daß uns bei unseren ersten Paddelversuchen sehr schnell hilfreich - dafür noch einmal Dank an Wanderpaddler - unter die Arme gegriffen wurde! :)

Anschließend haben wir uns getraut, mit unserem Canadier - Typ 'Hauptsache es schwimmt' - auch mal eine längere Strecke (mehr als 5-10 km) zu paddeln. Denn es ging alles besser: weniger Kräfteverschleiß, schnelleres Vorwärtskommen, besseres Geradeauspaddeln, besseres Umrunden von Hindernissen etc. .....


Ich gebe aber gerne zu, daß die Lehrstunden einen eklatanten Nachteil hatten: da wir dabei mitbekommen haben, welche Welten zwischen unserer Gurke und einem 'richtigen' Canadier liegen, möchten wir uns so schnell wie möglich einen anderen Canadier anschaffen... :D :D

Und seitdem sind meine Partnerin und ich auf der Suche nach dem richtigen, zu uns passendem Canadier.... :)

Ist echter Frust <bg>



MfG

Reinhard

stefi
11.02.2007, 12:45
einer/eine schon Supergirl (mann) sein wen er/sie auf alle moeglichen Schlaege ohne fremde Anleitung oder Abschauen kommt....schliesslich haben viele Paddler gemeinsam Jahrhunderte gebraucht sich die alle auszudenken :)
Dass Autodidakten meist besser dran sind, stelle ich stark in Frage, Stefi!
Oft komulieren sie antrainierte Fehler ohne es zu merken.
Selbst wenn die Ausfuehrung evtl sehr professionell aussieht, truegt oft der Schein. Immer wieder sehe ich zb 'Autodidakten' mit 'low brace' (paddelstuetze) durch ww rauschen. Sieht cool aus solange es funktioniert.....
Oder das Tandem Paar, das jahrzentelang zusammen paddelt und sie im Bug mehr eine Rundschlag als einen Vorwaertsschlag ausfuehrt..was ihn im Heck seit 20 jahren wundern laesst, warum er soviel korrigieren muss.......Nein, Stefi-Autodidakten sind nicht meist besser dran (evtl manchmal)-sie wissen es nur nicht besser.


Sorry, aber da möchte ich dich schon korrigieren: eine tiefe Paddelstütze ist vom Verletzungsrisiko her viel sinnvoller als eine hohe Stütze. Allerdings ist aktiv WW fahren auch sinnvoller als passiv (nur mit Paddelstütze "runterspülen lassen").

Du magst an all die WW-Fahrer denken, da gibt es auch sehr viele die (seit Jahren) einfach "irgendwie" paddeln. Ich denke aber es gibt genausoviele Paddler, die mit weniger sportlichen Ambitionen (z.b. Wanderfahrer) unterwegs sind. Vielleicht sind ihre Schläge ineffizient, vielleicht auch nicht. Aber diesen Paddlern ist auch egal, ob sie dadurch 5 Minuten eher am Picknickplatz ankommen oder nicht. Es gibt beim Paddeln weiss Gott noch Dinge die manchmal (zum Glück) wichtiger sind als die richtige Technik. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag muss schon stimmen.

Ausserdem: Seit wann wachsen die Paddel-Schulen überall aus dem Boden? Bevor es all die Kurse gab, gab's da keine Technik? Sind da alle falsch gefahren? Wie hat man da paddeln gelernt? Die Antwort ist ganz einfach: man hat's einfach getan. Also macht euch nicht so viele Gedanken. Wenn ihr das Bedürfnis habt, eine bessere Technik zu haben, macht n Kurs und lasst die in Ruhe die auch so glücklich sind.

Zu selbst auf irgendwelche Schläge kommen: Ich hab ja nicht gesagt ALLE möglichen. Aber wie kommt man auf einen neuen Schlag? Durch ausprobieren und herumexperiementerien (was Autodidakten tun). Die Autodidakten finden nicht alle möglichen Freestyleschläge raus. Aber sie finden meist eine Lösung für ihre Probleme. Sie entwickeln eine Taktik oder eben Technik wie sie am besten paddeln können. Und das muss man nicht unbedingt in einem Kurs lernen.
Ausserdem: was machst du mit all den Dingen, die man nicht im Kurs lernen kann? (Wie Strömungen sehen, Steine unter Wasser abschätzen, die Strömung spüren, Bootsgefühl, etc...)

blendmystrokes
11.02.2007, 18:42
Dazu hab' ich vor laengerer Zeit mal einen Artikel fuer ein Magazin geschrieben:

Strokes


We had a discussion the other day among fellow canoe instructors about the purity of strokes and where and when to use them. Some insisted on using the stern pry instead of the ‘J’ in white water only. One hated the ‘Duffek’, mainly because it’s the only stroke that’s named after a guy rather than an action. Some were of the opinion that strokes had to be done ‘by the book’, as traditionally taught. A ‘J’ has to be a ‘J’ and a draw has to be a draw, i.e.
I strongly disagree! Sure, you have to have a good repertoire of strokes to be able to control your canoe. And sure, you should know how to do them ‘by the book’ before starting to fool around with them. But canoeing is evolving constantly.
Through new hull designs, new lighter paddles with sharper blade lines, new paddle techniques-what means new strokes ….. How can you develop a different stroke, if you’re not fiddling around with an existing one? You can’t!
A few years ago, preventing an off side capsize was bracing only….Nowadays we tend to use the ‘rightening pry’ instead of the high brace- an old stroke with a fairly new application…
So whenever I see a student fooling around with a stroke, my comment is something like ‘nice move, but are you trying to do the stroke I showed you or are you inventing something new?’ Most of them want to learn the ‘real’ thing first………
Me for myself, I like trying out new, different strokes. And I like slicing and blending various strokes together. To some people, that sometimes looks awkward. But some actually want to try themselves and ask me: ‘how do you do that?’
If I’m sure how I did it in the first place, I’m always happy to comply. Sometimes, that leads to trying together. Either the stroke is evolving in that process or we paddlers are.
I flipped a few times trying to do something in a different way….
But as a mentor of mine once put it: If you haven’t tipped yet, you didn’t try hard enough!
I hate to tip, though. But I keep trying….
Maybe, we try together once? Just bring your wet suit to be save…….


Happy paddling!
CU on the water ………….

schwimmendeWerkzeugkiste
11.02.2007, 19:47
If you haven’t tipped yet, you didn’t try hard enough!

Ich stimme Dir (und Deinem Lehrer) zu Peter: Wer wirklich hart an seiner Technik arbeitet und in das Stadium gerät, in dem er avancierte Experimente anstellt, kann sicher sein, dass er früher oder später mal sein Boot von unten sieht (mir ging das letzten Herbst beim gar nicht mal so aufregenden Poling so).

Gleichzeitig bin ich immer wieder unsicher, wie ich diese Technik-Vernarrtheit mancher Canadier-FahrerInnen einschätzen soll. Da wird mit Fachbegriffen (die ich mir schlecht merken kann) um sich geworfen und es werden bewältigte WW-Stufen (die ich bis heute nicht recht unterscheiden kann) aufgeführt. Mir scheint das immer aus einem - auch mir nicht fremden - Minderwertigkeitsgefühl gegenüber den (oder besser: Mißachtung seitens der) Kajak-FahrerInnen zu liegen.

Insbesondere im DKV - den ich gerne spötisch als Deutschen-Kajak-Verein bezeichne - und auch in diesem Forum werden die Canadier im Bereich des nicht sonderlich aufregenden "Kanuwanderns" eingestuft. Bei Freestyle oder Wildwasser nimmt man sie gar nicht wahr. Das kränkt natürlich leichtgradig. Aber ich wehre mich dann auch dagegen, dass Canadier-FahrerInnen untereinander so ein Klassensystem entwickeln.

Diejenigen, die mit Grund- und Bogenschlag (wie perfekt auch immer) zurande zu kommen scheinen, zeigen ab und an - wenns "ernst" wird - ganz erstaunliche intuitive Kompetenzen. Da dürfen die Autodidakten tatsächlich nicht unterschätzt werden. Wer sich dann tiefergehend mit Technik beschäftigt wird schon einen Kurs belegen oder zumindest bemüht sein, über Literatur, Beobachtung und Fragen an ExpertInnen seine Defizite abzubauen.

Ich habe den Eindruck, wenn der DKV sich weniger intensiv um Rennsport und Wettbewerbe kümmern würde und etwas mehr Mühe in die Fortbildung seiner ÜbungsleiterInnen auch im Bereich der offenen Kanus legen würde könnte für die Canadierschulung auf Vereins- und privater Ebene einiges mehr erreicht werden weil dann auf breiterer Ebene bekannt würde, was für ein Potential in diesen "Indianerböötchen" liegt.

Axel

Siegmund
12.02.2007, 14:21
Ausserdem: was machst du mit all den Dingen, die man nicht im Kurs lernen kann? (Wie Strömungen sehen, Steine unter Wasser abschätzen, die Strömung spüren, Bootsgefühl, etc...)

hallo,
aber klar doch kann man das in einem Kurs lernen, zumindest die Anfänge.
gruß
Siegmund

Frank
13.02.2007, 11:54
Hallo Stefi,
Du steckst Äpfel und Birnen in eine Tüte.
Warum wird ein Autodidakt in einem Kurs eingeschränkt? Ich weiß nicht wo Du das her holst und auf was für Kurse sich Deine Aussage bezieht.

Es gibt unterschiedliche Lerntypen. So gibt es eben auch denTyp, der fühlen muß, warum ein J-Schlag besser, als ein Deppenschlag ist. Das geht natürlich auch in einem Kurs. In einem guten Kurs sollte man nicht nur Technik lernen, sondern auch verstehen, warum dieser oder jener Paddelschlag oder Manöver gut oder besser ist.

Ich bin selbst in einigen Lebensbereichen Autodidakt und sicher auch sehr kreativ, ich würde mir aber nie anmaßen zu sagen, daß ich so gut oder gar besser gelernt habe, als in einer Ausbildung. Für mich waren dann Tips, die hin und wieder von Fachleuten bei mir mit einflossen, sehr hilfreich und haben meine Lernkurve positiv beeinflußt. Wie gesagt, hierbei rede ich nicht vom Paddeln.

Eine andere Frage ist es, wieviel Technik, Erfahrung usw. ich für mich persönlich brauche, um Spaß im kanu zu haben und sicher unterwegs zu sein. Das kann nur jeder für sich beantworten.

Das Lesen eines Flusses sollte man schon in einem Kurs lernen. Viele Dinge entwickeln sich dann mit zunehmender Erfahrung.

Führst Du eigentlich selber Kurse durch?

Frank

stefi
13.02.2007, 15:24
Führst Du eigentlich selber Kurse durch?


Hallo Frank

Ja, ich leite hin und wieder selber Kurse, im Kajak oder Canadier. Ich bin also nicht absolute Befürworterin der Autodidakten.
Ich lerne zwar selbst am besten autodidaktisch, aber ich befinde mich noch in Ausbildung... :D ich denke, das eine ergänzt das andere gut, wie du das auch gesagt hast. Und es gibt auch Bereiche wo ich Autodidaktik absolut ablehne, zum Beispiel zum Thema Sicherheit. Ein WW-Sicherheitskurs ist nicht zu umgehen, wenn man im Wildwasser unterwegs ist. (oder man lernts mit/bei Kollegen, was einem Kurs, fast, gleich kommt)

Ich kenne die Lerntypen, die haben aber nur teilweise etwas mit autodidaktik zu tun. die sind ja vor allem nützlich, um möglichst vielen unterschiedlichen Menschen das lernen zu ermöglichen (ich passe also meinen Kurs entsprechend an). Autodidaktisch lernen kann jeder Lerntyp, dort ist dann aber wichtig, dass ich weiss, welcher Lerntyp ich bin, damit ich am einfachsten lernen kann.

Wieviel Kurs braucht jemand? Genau das meinte ich. Es gibt wirklich viele Menschen, die sind glücklich, wenn sie mit ihrem "Kanu" zwei Stunden in Handwechsel-Technik über den See fahren können. Solche Menschen fühlen sich wie Winnetou und kriegen fast einen Herzanfall vor Freude, wenn sie den Sonnenuntergang über dem See bewundern können. Was sollen sich solche Paddler in einem Kurs mit Technik quälen, frage ich da mich?

Siegmund
13.02.2007, 16:43
Hallo Frank

Wieviel Kurs braucht jemand? Genau das meinte ich. Es gibt wirklich viele Menschen, die sind glücklich, wenn sie mit ihrem "Kanu" zwei Stunden in Handwechsel-Technik über den See fahren können. Solche Menschen fühlen sich wie Winnetou und kriegen fast einen Herzanfall vor Freude, wenn sie den Sonnenuntergang über dem See bewundern können. Was sollen sich solche Paddler in einem Kurs mit Technik quälen, frage ich da mich?

Hallo,
solange die Leute sich auf unschwierigen Gewässern in unschwierigen Situationen unterwegs sind, ist alles easy. Soll sich jeder des Lebens freuen. Sobald es aber kritisch wird, und das geht fix, soll man das aber auch dann noch können. Typische Situation: Kleinfluss, etwas mehr Strömung und hinter der nächsten Kurve unvermittelt ein Baum im Wasser. Wer jetzt nicht rückwärts traversieren kann, hat meist schlechte Karten. Tatsächlich habe ich fast alle Situationen, die potentiell gefährlich hätten sein können, auf Kleinflüssen erlebt, da wo eigentlich jedermann paddelt. Nirgendwo sonst hab ich so viele Leute aus dem Bach gezogen. Oder man sieht Leute in aller Gemütsruhe bei Gewitter paddeln, wo ich selbst echt Panik bekäme. Es geht ja nicht nur um Sicherheit, auch um halbwegs umweltgerechtes Verhalten. Auch das sollte man mal gesagt bekommen.
Wenn ich daran denke, das ich als junger Mann ohne Schwimmweste, ohne Auftriebskörper und ohne Spritzdecke, tatsächlich auch ohne jedes Sicherheitsbewusstsein auf der Unterweser unterwegs war, gruselt es mich noch im nachhinein, wenn daran denke. Passiert ist aber auch nie was, Gott sei dank, sonst gäbe es mich wohl nicht mehr.

Gruß
Siegmund
PS: bei uns wird nimand im Kurs gequält, auch nicht mit Technik :-)

Frank
13.02.2007, 16:49
Hi Stefi,
vielleicht muß man manche Lerninhalte unterschieden. Du studierst und eignest Dir Stoff autodidaktisch an, erarbeitest Dir selber Inhalte, statt in Vorlesungen zu sitzen. Du hast eine Struktur, hast Lehrbücher und versuchst, ungefähr vorgegebene Inhalte aufzusaugen. Du weißt, wo Du hin willst.
Ein Paddler sitzt im Kanu auf dem Wasser. Er stochert so vor sich hin und kommt voran. Wie soll er aber zu einer effizienten Paddeltechnik, ergonomische Körperhaltung, Wissen um Sicherheit usw. kommen, wenn er noch nicht mal weiß, daß es sowas überhaupt gibt?
Immer wieder erleben ich in unseren Kursen (ja, ich bin auch ACA-I.), daß Leute völlig überrascht sind, was es da an Technik, Möglichkeiten und Problemlösungen so gibt. Zitat: "Ich dachte ich kann paddeln, aber da hat sich ja für mich eine völlig neue Welt aufgetan"

So denke ich, daß Du Dein autodidaktisches Lernen nicht mit dem Entdecken oder Erfinden von autodiktischen Lösungen beim Paddeln vergleichen kannst.

Wenn man um die Möglichkleiten weiß, kann und soll jeder für sich entscheiden, was er an Wissen oder Erfahrung braucht.
Trotzdem wäre es gut, wenn auch die Winnetous unter den Paddlern ein paar Basics kennen würden und vielleicht auch wüßten, warum eine Schwimmweste Sinn macht.

Frank

stefi
13.02.2007, 18:57
Hi Frank

Wie ich schon sagte: Was die Sicherheit angeht (Schwimmweste), ist einerseits die Vernunft gefragt, andererseits sind da Kurse unumgänglich bei allem was mehr als auf dem Baggersee rumplantschen ist.

Ich beziehe mein autodidaktisches Lernen eigentlich weniger auf mein Studium. Da muss man viel selbständig erarbeiten. Aber ich lerne gerade im praktischen Bereich sehr gut dadurch, dass ich selbst mal ausprobiere und halt auch mal bestätigt bekomme, dass es tatsächlich so nicht geht, wie andere es schon sagten... Das Paddeln ist vielleicht bei mir etwas ein Spezialfall, da ich ein Techniktraining zwischen Toren genossen habe. Ich mache aber viele Dinge unbewusst, wo ich dann bei Kursen oder sonst merkte, dass es dafür einen Namen und eine Anleitung gibt... Das sind dann Aha-Erlebnisse von der anderen Seite.

Wie dem auch sei: Da ich selbst ja auch Kurse leite stellt sich hier die Frage nicht, was nun besser sei. Menschen, die nicht weiterkommen, ein Problem nicht lösen können, denen würde ich empfehlen einen Kurs zu machen. Ansonsten sollten wir auch die Kurslosen Paddler in Ruhe lassen. Ein Paddler wird nicht durch einen Kurs zum Paddler, sondern dadurch, dass er/sie paddeln geht (sonst wären wir wieder beim EPP-Thema).
Ich finde, heute wird sowieso vielzuviel verbildet. Ein gewisses Mass ist gut. Aber brauch ich denn wirklich einen Kurs, um zu wissen, wie ich eine Spritzdecke schliessen kann oder mein Boot am besten trage? (innerhalb eines Kurses machen diese Inhalte jedoch u.U. durchaus Sinn!)

Ich wünsche allen ein gutes weiterkommen, mit oder ohne Kurs.

Werner Schmiedel
13.02.2007, 19:21
Hai stefi,

Stefi schreibt: "Ich finde, heute wird sowieso vielzuviel verbildet. Ein gewisses Mass ist gut. Aber brauch ich denn wirklich einen Kurs, um zu wissen, wie ich eine Spritzdecke schliessen kann oder mein Boot am besten trage? (innerhalb eines Kurses machen diese Inhalte jedoch u.U. durchaus Sinn!)

Gezeigt zu kommen, wie man eine Spritzdecke schliesst, kann durchaus sinnvoll sein :D. Dazu bedarf es aber nur eines Kollegen der es schon kann.

Aber mir hätte ein Kurs durchaus genützt, denn bis ich mal lernte, richtig zu paddeln (Oh, vorsicht: einigermassen richtig) vergingen Jahre. Immer wieder hat mir mal ein Paddelfreund gesagt, das könntest du so machen, du schau mal... In einem Kurs hätte ich es einfacher gehabt.

Aber um ehrlich zu sein, ich bin mir nicht sicher, um welche Kurse es in dieser Diskussion geht. Ich gehe mal von der Basis aus, da denke ich sollte jeder Verein die Trainingsleiter haben, die er für seine Belange braucht und diese Kurse innerhalb des Vereins auch anbieten, sei es zum Erlernen oder Auffrischen, auch z.B. der Spritzdeckenschliesstechnik :D :D

Der Werner

spreewaldkanu
13.02.2007, 20:27
hallo stefi, frank, werner ...

als ich das paddeln im verein lernte, hieß der vortänzer noch "übungsleiter" ;) , damals beim dksv ... und der brachte uns nicht nur das "spritzdeckenschließen" bei ... eine der wichtigsten praktischen dinge, die paddler insbesondere beim ww - fahren berücksichtigen sollte, brachte mir ein älterer paddelkamerad bei. denn als ich mich anfang der 90-ziger gerade mit meinem ladenneuen pe-ww-kajak aus moers in die fluten der loisach stürzen wollte, riet mir der ältere kamerad, die schlaufe, die da oben an meiner spritzdecke angenäht war, nicht mit unter die spritzdecke zu klemmen, sondern draußen baumeln zu lassen. bis dahin dachte ich, dass diese schlaufe dort nur zum einfachen aufhängen zwecks trocknung angebracht sei. bis 1990 hatten meine spritzdecken keine schlaufen ... ^^ ... als ich dann die in der schwimmhalle so gut sitzende eskimorolle kurz hinter dem dom doch nicht anwenden konnte freute ich mich über den rat des kameraden, denn ich konnte an besagter schlaufe meine spritzdecke öffnen, ohne mir die fingernägel abzubrechen ... ;) ... manche dinge lernt man halt ohne "übungsleiter" und kurse ...

grützle vom wolfgang

stefi
14.02.2007, 07:49
Naja, eigentlich tummeln wir uns da bei den Canadier und ich finde, man sollte das Spritzdeckenbeispiel abschliessen, gehört nicht ganz ins Thema.
Die Diskussion kann ja unter "Ausbildung" weiter gehen...

spreewaldkanu
14.02.2007, 08:25
... oooch, ich habe schon canadier mit spritzdecken nutzen dürfen ... und mein ww-c2 (nicht gefitteter oc) hat auch welche ... aber ok, ich hör schon auf ... :-"

grützle vom wo.

Siegmund
14.02.2007, 09:48
.. als ich dann die in der schwimmhalle so gut sitzende eskimorolle kurz hinter dem dom doch nicht anwenden konnte freute ich mich über den rat des kameraden, denn ich konnte an besagter schlaufe meine spritzdecke öffnen, ohne mir die fingernägel abzubrechen ... ;) ... manche dinge lernt man halt ohne "übungsleiter" und kurse ...

grützle vom wolfgang

Hallo Wolfgang, das öffnen der Spritzdecke ist das allererste, was man im Anfängerkurs lernt. Was mich wundert, wie konnte dein Kamerad dich schlaufentechnisch beraten, wenn du mit dem Kopf unter Wasser hängst? Hätte er das nicht besser vorher machen sollen? :)
Bei Regen z.B. fährt man auch Wander-Canadier mit Persenning, und dafür gibt es dann auch Spritzdecken.
Gruß
Siegmund

spreewaldkanu
14.02.2007, 10:05
hi siegmund ;) ...

der kamerad beriet mich an dem einstieg in die loisach (auf dem trockenen, vor der schwimmeinlage) ... unter wasser ist dann nurnoch kiemenathmung sowie klopf- und handzeichen möglich ... und wie bereits beschrieben, hatten die spritzdecken, die ich vor 1990 verwendete, keine schlaufen ... wie vermutlich die meisten in neufünfland ...:rolleyes:

grützle vom wo.

stefi
14.02.2007, 10:07
Also wirklich, denkt ihr ernsthaft ich weiss nicht, dass man Canadier auch mit Spritzdecke fahren kann??? (ich bin mit Slalombooten aufgewachsen...)
*kopfschüttel*

schwimmendeWerkzeugkiste
14.02.2007, 10:11
Hallo Siegmund,

ich habe an anderer Stelle jetzt mal einen Thread über Spritzdecken angezettelt.


Hier einige besserwisserische Anmerkung zu den Begriffen:

Mit Persenning - meine ich - bezeichnet man eine Abdeckung, die bei der Bootslagerung das Boot vor Schmutz und eindringendem Wasser schützt (ich hatte so ein Teil an meinem alten geklinkerten Mahaghoni-Canadier und habe es auch als Zelt für Übernachtungen im Boot am Anleger genutzt). Sowas hat keine Öffnungen.

Eine Spritzdecke dient auch der Abdeckung des Bootes hat aber Öffnungen für den/die aktiv Paddelnden. Sie wird in bewegtem Wasser (oder auch bei Regen) unterwegs eingesetzt. Man kann sich im Fall einer Kenterung entsetzlich darin verhedern. Aber - solange man nicht kentert - bleibt man darunter schön trocken.


Jetzt bin ich mal auf die Antworten im Spritzdecken-Thread gespannt. So eine Spritzdecke zu basteln ist doch ein prima Winterprojekt...

Axel

stefi
14.02.2007, 10:22
Man kann sich im Fall einer Kenterung entsetzlich darin verhedern. Aber - solange man nicht kentert - bleibt man darunter schön trocken.


Das kann wohl nur eine Aussage von einem Einarmigen sein... :)
Meine Theorie: OC-Fahrer haben Angst sich in ein Kajak zu setzen (aus obigem Grund), sie sind zu "breit" um sich in ein Kajak zu setzen, zu bequem oder brauchen immer den halben Haushalt dabei zu haben ;)

Wie schon gesagt: entweder man fährt ohne Röckchen oder man lernt (und übt!) die richtige Handhabung vor dem ersten Gebrauch.

Ich denke, beim C-Fahren ist das Problem auch, dass es einfach noch nicht wirklich zufriedenstellende Lösungen gibt.
(Aber ich bin eh der Ansicht, dass man von einer gewissen Stufe an mit einem Kajak besser bedient ist, als Beides-Fahrerin) :)

schwimmendeWerkzeugkiste
14.02.2007, 10:28
Hallo Stefi,

bin zwar wirklich nicht breit aber Du hast Recht: Kajaks lösen bei mir Klaustrophobie aus. Ist mir einfach zu eng. Aber bei quirrligem Wasser sind sie doch erstaunlich trocken gegenüber dem ungeschützten Canadier, in dem doch immer wieder eine mehr oder wenige große Pfütze schwappt in der man dann kniet...
Ja und das mit dem halben Hausstand gibt mir schon länger zu denken aber solange ich bei Portagen noch mit einmal-Laufen klarkomme...

Axel

Siegmund
14.02.2007, 11:05
Hallo Siegmund,

ich habe an anderer Stelle jetzt mal einen Thread über Spritzdecken angezettelt.


Hier einige besserwisserische Anmerkung zu den Begriffen:

Mit Persenning - meine ich - bezeichnet man eine Abdeckung, die bei der Bootslagerung das Boot vor Schmutz und eindringendem Wasser schützt (ich hatte so ein Teil an meinem alten geklinkerten Mahaghoni-Canadier und habe es auch als Zelt für Übernachtungen im Boot am Anleger genutzt). Sowas hat keine Öffnungen.

Eine Spritzdecke dient auch der Abdeckung des Bootes hat aber Öffnungen für den/die aktiv Paddelnden. Sie wird in bewegtem Wasser (oder auch bei Regen) unterwegs eingesetzt. Man kann sich im Fall einer Kenterung entsetzlich darin verhedern. Aber - solange man nicht kentert - bleibt man darunter schön trocken.


Jetzt bin ich mal auf die Antworten im Spritzdecken-Thread gespannt. So eine Spritzdecke zu basteln ist doch ein prima Winterprojekt...

Axel

<Besserwissermodus an> Die Persenning, die ich meine, hat Löcher (Sitzluken), diese Löcher haben einen Süllrand, und da werden die Spritzdecken dran befestigt. Das gleiche Prinzip gibts auch für Faltboote.</Besserwissermodus aus>

Herzliche Grüße
Siegmund