Vollständige Version anzeigen : Handy: eine Mitnahmeempfehlung!?
Udo Beier (DKV)
08.02.2007, 15:38
Ahoi!
im Februar-Heft von KANU SPORT wird eine Stellungnahme des „Sicherheits-Kreis Kanu“ (SKK) im DKV vorgestellt, die sich mit der folgenden Frage beschäftigt:
„Ist eigentlich ein Fahrtenleiter verpflichtet, ein Handy mit sich zu führen, um im Notfall schnell Hilfe herbeizuholen?“
Folgende Empfehlungen werden dabei ausgesprochen:
„Fahrtenleiter, Kursleiter oder Trainer sollten immer ein Handy mit sich führen.“
„Speichern Sie die Rufnummern der Gruppenmitglieder gegenseitig im Handy.“
Beachten Sie, dass „eine Kommunikation über Handy nur möglich ist, wenn Sie sich im Sende und Empfangsbereich eines Mobilfunk-Anbieters befinden.“
„Verpacken Sie Ihr Handy so, dass es auch nach einer Kenterung funktionsbereit bleibt.“
„Geben Sie bei einem Notruf genaue Informationen darüber, was geschehen ist. Folgendes Schema sollten Sie einhalten:
a) Wo geschah es?b) Was geschah?c) Wie viele Personen sind betroffen?d) Welche Art der Notlage, Erkrankung oder Verletzung liegt vor?e) Warte auf Rückfragen.“Bzgl. des Küstenkanuwandern ist jedoch zu berücksichtigen, dass entlang der Küste das Funknetz nicht ganz so dicht steht, sodass wir nie sicher sein können, wirklich einen Empfang per Handy zu bekommen. Außerdem ist zu beachten, dass Seegangs- und Windgeräusche eine Verständigung u.U. per Handy unmöglich machen. Deshalb wird vom SKK empfohlen, „zusätzlich küstentypische Seenotsignalmittel mitzuführen“. Als Seenotsignalmittel kommen dabei in erster Linie infrage:
* Nico-Signal ("Besser als gar nichts!")
* Rauchfackel
* Seenotraketen
* UKW-Sprechfunkgerät
* Seenotbake ("Es gibt nichts Besseres!")
Was wollen wir aber mit solchen Seenotsignalmitteln eigentlich bezwecken? Natürlich, Dritte über unseren Seenotfall informieren und um Hilfe bitten! Die effektivste Hilfe bieten in einem solchen Fall jedoch erfahrene Kanutinnen und Kanuten, die einen nicht nur bei einer Tour begleiten, sondern die auch darauf achten, dass der Tourenverlauf nicht in einem Seenotfall endet.
Gruß aus Hamburg:
Finde ich nur sinnvoll. Auch wenn mit Vorsicht damit umzugehen ist. Leider sind gerade Gebiete wo gepaddelt wird oft per Handynetz nicht zu erreichen.
Dazu ist aber zu beachten:
Die Notfallnummer 112 funktioniert (falls vorhanden) auch über andere Funknetze.
Und diese Nummer kann von jedem Handy (sofern die Batterie nicht leer ist) aus gewählt werden, auch wenn es gesperrt ist (einfach anstelle des Codes 112 eingeben). Also unbedingt (am besten im Kopf:D ) speichern.
In der Schweiz ist übrigens für (kommerzielle) Fahrtenleiter das Mitführen eines Handys (auf Mann/Frau, nicht im Boot!) Pflicht!
(Naja, wie so oft, hat ein Richter nach einem Unfall entschieden, dass ein Leiter u.a. schuldig war, weil sein Handy im Boot davongeschwommen ist und er niemanden mehr anrufen konnte, Nachahmung also nicht empfohlen).
Jediritter
08.02.2007, 19:21
Hier ist der JeDi.
Bitte, seit wann ist ein Nico-Signal ein küstentypisches Seenotsignalmittel?
Und was empfiehlt der hochgeschätzt SKK so für Trainer, Kursleiter und Fahrtenleiter, die einen Notfall aus einer Klamm heraus melden wollen? Also im Bereich Wildwasser, was ja gerne mal in den Bergen stattfindet, wo die Funknetze gerne auch nicht so berauschend sind (Funklöcher)?
Was ich nun aber gar nicht verstehe, ist der Satz hier:
Die effektivste Hilfe bieten in einem solchen Fall jedoch erfahrene Kanutinnen und Kanuten, die einen nicht nur bei einer Tour begleiten, sondern die auch darauf achten, dass der Tourenverlauf nicht in einem Seenotfall endet.
Könnte man das bitte mal genauer erklären?
Werner Schmiedel
08.02.2007, 20:32
Hier ist der JeDi.
Bitte, seit wann ist ein Nico-Signal ein küstentypisches Seenotsignalmittel?
Und was empfiehlt der hochgeschätzt SKK so für Trainer, Kursleiter und Fahrtenleiter, die einen Notfall aus einer Klamm heraus melden wollen? Also im Bereich Wildwasser, was ja gerne mal in den Bergen stattfindet, wo die Funknetze gerne auch nicht so berauschend sind (Funklöcher)?
Was ich nun aber gar nicht verstehe, ist der Satz hier:
Könnte man das bitte mal genauer erklären?
Hai Jens-Dieter,
bedenke bitte, UB ist Küstenreferent und denkt natürlich primär an - eben - Küste!
In einer Klamm, also Bereich Wildwasser fahren eh nie alle gleichzeitig sondern es wird entsprechend gesichert.
Was entsprechend heisst, werden dir einige der Top-Wildwasserspezialisten sagen können. es sind ein paar hier.
Grüsse vom Werner
KajakFun
08.02.2007, 22:15
Hi Werner,
eine Klamm (http://www.seebacher.homepage.t-online.de/HomepageClassic01/Images/Cannobino/720.JPG) ist wirklich kein günstiger Ort für einen Kajakunfall.
Da zieht dich kein Heli raus. Die Wände sind eng, glatt, meist unbegehbar, z.Teil überhängend & Handy Empfang=0. Nico hilft dir nicht viel weiter eher noch die Trilllerpfeife.
Die größten Chancen hat eindeutig die Kameradenhilfe. Die sind schon in der Klamm.
Wenn das nicht hilft Fremdrettung organisieren. Durchfahren oder Aufseilen aus der Klamm wenn möglich. Abseilen von oben und Bergung auf die altmodische Tour und je nach Schwere der Verletzung Abtransport per Heli.
Der erste Fahrer ist am stärksten gefährdet in Bedrängnis zu kommen wenn unerwartet Hindernisse auftauchen aber auch der letzte Fahrer sollte sehr sicher fahren können.
In den Lech Schluchten gab es einmal einen Unfall wo sich der letzte Fahrer einer Gruppe verklemmt hatte und die Kameraden nicht mehr flussaufwärts gekommen sind. Eine kleine Stufe und unbegehbare Wände reichten aus. Viel zu sichern gibt es bei solchen Abschnitten auch nicht...wie denn?
Das kann sich höchstens mit einem Megaaufwand der AKC für seine Anwärterfahrten leisten :D
Als Otto Normalpaddeler mußt du so durch oder draussen bleiben.
Jediritter
09.02.2007, 11:03
Hallo Werner, gerade deswegen frage ich ja die Fragen.
Und da bis jetzt noch nichts nichts an Antworten gekommen ist, gehe ich mal etwas mehr ins Detail.
Die gesamte Meldung soll doch eigentlich für alle Kanuten stehen, als Empfehlung. Richtig? Die Meldung kommt ja schließlich vom SKK=Sicherheitskreis Kanu.
Liest sich von Anfang an aber, als wäre es nur für einen eingeschränkten Kanutenkreis gedacht.
Das es spezifische Unterschiede gibt, ist erkannt worden. Wieso aber gibt der SKK nur für die Seekanuten eingehendere Ratschläge?
Wenn du mir nun zu bedenken gibst, Udo Beier denke nunmal primär an Küste, dann sagt mir das folgende Dinge.
1) Udo Beier ist im SKK.
2) Udo Beier fühlt sich nur für Belange des Küstenpaddelns zuständig. (*Ergänzt* Dann würde ich aber nicht verstehen, was er im SKK eigentlich macht.)
3) Der SKK sieht keine weitergehenden Ratschläge für die Belange der anderen Kanudisziplinen als gegeben an.
Ich habe nur als Beispiel auf die WW-Kanuten verwiesen und deren spezielle Probleme, was den Empfang von Mobiltelefonen angeht. Das Bsp. der Klamm war dabei nur ein besonders extremer Fall. Es braucht keine Klamm, um schnell keinen zuverlässigen Empfang mehr zu haben.
Nun ist es aber so, Unfälle passieren im Bereich Wildwasser ungleich häufiger, als in der Sparte Seekajak, oder Großgewässerpaddeln. Und Kameraden können auch nicht immer genug tun, das liegt in der Natur des WW-Sports, bzw. derer die ihn betreiben.
Wieso finden wir nun aber lediglich ein paar weitergehende Worte zum Bereich Küste?
Aber ich frage mich ja noch weitere Dinge.
Was bitteschön hat ein Nico-Signal in einer Listung von "küstentypischen Seenotsignalmitteln" zu suchen?
Allein schon dieser Gegensatz "küstentypisch" <=> "Seenot" ist eine gewagte Formulierung.
Aber ein Nico-Signal?
Ich will es mal so verdeutlichen.
Wenn man für Zweiradfahrer Empfehlungen formuliert, wie man die Schwere von Sturzverletzungen reduzieren kann, dann wird man direkt beim Helm anfangen. Wenn man dann in der Art wie es der SKK tut, Empfehlungen ausspricht, dann müsste man für die Zweiradfahrer die Liste mit folgendem Punkt anfangen:
dicke Wollmütze, oder einfache Lederkappe - ("Besser als gar nichts!").
Wenn ich nun mein Beispiel zurück übertrage, könnte man das Nico-Signal also mit einer dicken Wollmütze vergleichen, damit man das Risiko einer schweren Kopfverletzung minimieren kann.
Solche Ratschläge sind für die Tonne.
Auch wenn dann die richtigen Seenotsignalmöglichkeiten aufgelistet werden, eine "Wollmütze" gehört dort einfach nicht rein.
Und damit zu meiner letzten Frage an den SKK, bzw. Herrn Beier, der das sicherlich verfasst hat.
Wenn ich das richtig verstehe, ist die Mitnahme von erfahrenen Kanuten und/oder Kanutinnen, eine Art Garantie dafür, dass nichts mehr ernstlich schiefgehen kann.
Und sowas kommt offiziell vom Sicherheitskreis Kanu des DKV?!
Als ich das las, musste ich erstmal ganz tief Luftholen, aber ganz tief.
Und möge die Kraft mit mir sein - JeDi
Hallo Jens Dieter!
[...]
Die gesamte Meldung soll doch eigentlich für alle Kanuten stehen, als Empfehlung. Richtig? Die Meldung kommt ja schließlich vom SKK=Sicherheitskreis Kanu.
Liest sich von Anfang an aber, als wäre es nur für einen eingeschränkten Kanutenkreis gedacht.
Das es spezifische Unterschiede gibt, ist erkannt worden. Wieso aber gibt der SKK nur für die Seekanuten eingehendere Ratschläge?
Wenn du mir nun zu bedenken gibst, Udo Beier denke nunmal primär an Küste, dann sagt mir das folgende Dinge.
1) Udo Beier ist im SKK.
2) Udo Beier fühlt sich nur für Belange des Küstenpaddelns zuständig.
3) Der SKK sieht keine weitergehenden Ratschläge für die Belange der anderen Kanudisziplinen als gegeben an.
[...]
Interpretierst Du da nicht Dinge rein, die so nicht schlüssig sind?
Zu 1) Nur weil Udo Beier die Meldung abgesetzt hat, muß er nicht zwingend im Sicherheitskreis Kanu sitzen, es stand so auch in der aktuellen Kanu Sport. Hätte also eigentlich jeder hier reinsetzen können.
Zu 2) als Küstenreferent nur verständlich. ;)
Zu 3) Um das so behaupten zu können, müßte der vollständige Text der Sicherheitsempfehlungen vorliegen. Da ich annehme, daß Udo nur einen Auszug - nämlich den für die Küstenfahrer relevanten Teil - gepostet hat (ich kann mich aber auch irren), ist Deine Annahme erst einmal nicht logisch....
Das von den Offiziellen des DKV bei etwas kritischen Fragen keine Antwort kommt, scheint eher Methode zu sein und ist nicht von irgendeinem Thema abhängig :( :( :(
MfG
Reinhard
Jediritter
09.02.2007, 12:26
Reinhard, gut gedacht.
Aber ich klage ja nicht an.
Doch du hast Recht, ich wollte da eigentlich klar im Konjunktiv schreiben. Ich weiß nicht wieso ich es dann nicht gemacht habe. Vielleicht ein graues Haar zuviel.
Jedoch, hast Du gegenteilige Informationen?
Etwas einfach erstmal zu behaupten und die Leute sich dann erklären lassen, ist doch bester Verbandsstil. Oder wie kann man das was Udo Beier da mit G.Huesmann macht, anders erklären? Sicher, man kann auch vorher Informationen einholen, um dann ausschließlich über Fakten kommentieren zu können. Aber so ist es doch viel netter, oder nicht? Ich folge nur den Vorbildern in Sachen Diskussionsstil im Kanusport.
Noch ein allgemeiner Gedanke. Wieso steht diese Verlautbarung eigentlich nur unter Küste? Udn nicht dort, wo es alle erreicht, wo es doch eigentlich alle angeht? Und wo es hingehört, unter Sicherheit?
Meint der JeDI
Hallo Jens Dieter!
Vielleicht ein graues Haar zuviel.
Komisch - ich werde mit jedem zusätzlichen grauen Haar verständnisvoller. :)
Jedoch, hast Du gegenteilige Informationen?
Nur das, was der DKV freiwillig rausrückt....
MfG
Reinhard
Udo Beier (DKV)
09.02.2007, 19:19
Ahoi!
Ja, so ein Forum ist immer für Überraschungen gut … und das ist es genau, was ein Forum „auszeichnet“ bzw. kennzeichnet. Da denkt man, dass eigentlich mit einem Thread alles Relevante gesagt ist. An den dann folgenden Postings merkt man dann, dass das doch nicht so ist.:confused:
@ stefi: Sie erkennt sehr wohl, dass es nicht allein reicht, ein Handy auf einer Tour mitzuführen, sondern wir müssen es auch griffbreit dabei haben, und zwar auch dann, wenn unser Kanu z.B. nach einer Kenterung verloren geht.
Beim Küstenkanuwandern – nur das sollte uns hier unter der Rubrik „KÜSTE“ interessieren – ist das nicht immer leicht zu erfüllen! Was sollten wir denn alles am Körper mitführen, sofern wird beim Kentern nicht nur aussteigen müssen, sondern anschließend auch noch den Kontakt zu unserem Seekajak verlieren? Als Fahrtenleiter habe ich ein UKW-SPRECHFUNKGERÄT in der einzigen Tasche meiner Rettungsweste verstaut. An der Weste selber baumeln noch ein NICO-SIGNAL, eine TRILLERPFEIFE und die BRILLEN-SICHERUNGSLEINE. Nur manchmal, wenn ich ein „mulmiges“ Gefühl habe, hänge ich mir noch mein HANDY um den Hals, statt es griffbereit in der Sitzluke zu verstauen. Ach ja, ich kenne jemanden, der hatte auf seine Feststoffschwimmweste hinten einen Rucksack genäht. Da passte dann wirklich noch mehr hinein, leider auch Wasser, welches ihn einmal nach einer längeren Schwimmpartie daran hinderte, per „Reentry & Roll“ wieder hochzukommen!
@ JeDi (Jediritter) (8.2.07): Er bezweifelt, dass das NICO-SIGNAL ein küstentypisches Seenotsignalmittel ist. Nun, der „Sicherheitskreis Kanu“ (SKK) spricht in seiner Empfehlung nur von „küstentypischen Seenotsignalmitteln“. Ich selber habe in meinem Thread hier über diese in KS 2/07 veröffentlichte Empfehlung diesen Hinweis auf küstentypische Seenotsignalmittel etwas konkretisiert. Das NICO-SIGNAL habe ich dann mit dem Prädikat „Besser als gar nichts!“ versehen. Das müsste eigentlich alles sagen. In Anbetracht meiner Erfahrungen mit Küstenkanuwanderinnen und –wanderer, die darauf hinauslaufen, dass die meisten von ihnen sich – wenn überhaupt – nur mit einer TRILLERPFEIFE als Signalmittel begnügen, trägt das Mit-sich-Führen eines NICO-SIGNAL zu einer Steigerung des Gewinn an Sicherheit bei, der m.E. im Vergleich zur Trillerpfeife so bei 1.000 % liegt.
Der SKK wendet sich übrigens mit seiner Empfehlung an alle Kanutinnen und Kanuten. Die Empfehlung ist daher sehr allgemein gehalten. Auf die Probleme einzelner Disziplinen wurde nicht eingegangen. Die Probleme der Handynutzung an der Küste wurden lediglich in zwei Sätzen abgehandelt:
„… Probleme können aber beim Küsten-Kanuwandern auftreten. Hier darf deshalb das Handy nicht einziges Rettungsmittel sein, sondern es sollten zusätzlich küstentypische Seenotsignalmittel mitgeführt werden.“
Was nun unter „küstentypischen Seenotsignalmittel“ verstanden werden kann, habe ich dann in meinem Thread hier beispielhaft aufgeführt.
Dass wir uns nun beim Wildwasserfahren nicht so aufs Handy verlassen können wie ein Paddler, der auf den Kanälen von Hamburg paddelt, ist unstrittig. Aber das trifft nicht nur für die Wildwasserpaddelei, sondern auch für das Kanuwandern auf Kleinflüssen zu. Sobald wir aus der Sichtweite eines Ortes bzw. einer Straße sind, müssen wir darauf gefasst sein, uns in „Funklöchern“ aufzuhalten. Aber ist das wegen dieser Ausnahmen ein Grund für den SKK, keine solche Empfehlung auszusprechen? Ich denke nicht; denn i.d.R. wird es uns leichter fallen, einem „Funkloch“ zu entkommen, als jemanden in einem Ort mit Telefon zu erreichen, der dann den Notruf weiterleitet!?
JeDi bittet übrigens in seinem ersten Posting um Erklärung meiner folgenden Aussage:
„Die effektivste Hilfe bieten in einem solchen Fall jedoch erfahrene Kanutinnen und Kanuten, die einen nicht nur bei einer Tour begleiten, sondern die auch darauf achten, dass der Tourenverlauf nicht in einem Seenotfall endet.“
Nun, was soll ich da erklären? Werner hat es schon angedeutet und KajakFun hat es am Beispiel des Wildwasserfahrens erläutert:
„Die größten Chancen hat eindeutig die Kameradenhilfe.“
Und genau so trifft es auch für das Küstenkanuwandern zu, für das ich hier im DKV-Forum unter der Rubrik „KÜSTE“ poste:
1. Mit dem NICO-SIGNAL kann ich 6x ca. 6-8 Sekunden auf mich aufmerksam machen.
2. Mit den SEENOTFALLSCHIRMRAKETEN 1-2x ca. 30-40 Sekunden.
3. Mit einer RAUCHFACKEL ca. 60 Sekunden.
4. Mit HANDY bzw. UKW-SPRECHFUNKGERÄT kann ich ständig auf mich aufmerksam machen, sofern ich einen Netzempfang habe und ich mich trotz Wellen-/Windgeräuschen verständlich äußern kann.
5. Mit einer SEENOTBAKE < www.kanu.de/nuke/downloads/Seenotsender-ACR.pdf (http://www.kanu.de/nuke/downloads/Seenotsender-ACR.pdf) >, welche über ein integriertes GPS-Gerät verfügt, kann ich innerhalb kürzester Zeit (ca. 5 Minuten) und sehr zielgenau (ca. 75-100 m) auf mich aufmerksam machen. (Anscheinend bin ich aber der einzige Kanute hier an der Küste, der mit so einem Ding auf Tour geht. Ca. 800 Euro Kaufpreis sind halt nicht eben aus der Portokasse zu bezahlen.)
Der Vorteil meiner mich begleitenden Kameradinnen und Kameraden besteht nun darin, dass ich sie erst gar nicht um Hilfe rufen muss; denn die sind da, wenn ich Hilfe benötige. Das ist doch ungemein praktisch, oder? Das könnte nur noch dadurch getoppt werden, wenn ich z.B. von der DGzRS bzw. dem DLRG bei meiner Tour unmittelbar begleitet werde.
Die Begleitung durch „erfahrene Kanutinnen und Kanuten“ hat noch einen anderen Vorteil gegenüber all diesen Seenotsignalmitteln, nämlich jenen, dass sie mir nämlich schon bevor ich „Mist baue“ signalisieren, dass – wenn ich so weiter paddle – ein Seenotfall nicht auszuschließen ist.
@ Reinhard (Monday): Danke für Deine Ausführungen. Diese Info über die SKK-Empfehlung hätte in der Tat jeder – auch JeDi - hier ins Forum stellen können. Als DKV-Küstenreferent habe ich die Empfehlung aufgegriffen und so aufbereitet, dass die Küstenkanuwanderinnen und –wanderer mit dieser Empfehlung etwas anfangen können. Wenn ich diese Empfehlung unter der Rubrik „Wildwasser“ gethreadet hätte, hätte ich sicherlich einen anderen Text verfasst.
@ JeDi (9.2.07): Dass diese SKK-Empfehlung alle Kanutinnen und Kanuten ansprechen soll, habe ich ja oben schon erwähnt. Aber auch wenn diese Empfehlung sich nur auf das Küstenkanuwandern beschränkt hätte, hielte ich das nicht für problematisch. Nun, dieses Mal hat der SKK das nicht getan. Beim nächsten Mal wird er das u.U. tun, sofern Bedarf danach besteht und er eine Lösung parat hat. Eines ist aber klar: Der SKK wird nicht jetzt & heute zur Lösung aller Probleme des Kanufahrens beitragen können. Der SKK stellt ein Gremium von Leuten unterschiedlicher Disziplinen dar, die ehrenamtlich tätig sind und ab & an mal tagen. Bei seiner Arbeit ist er auf die Mitarbeit aller Kanutinnen und Kanuten angewiesen. Also: Wer Sicherheitsprobleme kennt, die mit dem Kanufahren zu tun haben, der möge sie dem SKK melden … und wenn er eine Lösung kennt, die gleich mitliefern. Der vorläufige Ansprechpartner hierfür ist unser Mann im DKV, nämlich: Ulrich Clausing – ulrich.clausing@kanu.de Er wird die Meldung dann an den SKK weiterleiten. Und der SKK wird diese Meldungen sortieren und nach Dringlichkeit abarbeiten.
Übrigens, dass „Vergleiche hinken!“, das wissen wir ja alle. Trotzdem bedienen wir uns immer wieder gern des Vergleichs, um ein Problem nicht nur so darzustellen, wie wir es gerade so empfinden, sondern auch so, dass unser Gegenüber etwas „unterbelichtet“:eek: dasteht. JeDi vergleicht das „NICO-SIGNAL“ (Schutzzweck: Signalgebung) mit einer „dicken WOLLMÜTZE“:D (Schutzweck: Kopfschutz). Ganz so falsch liegt er da nicht, auch wenn ich meine, dass beim Küstenkanuwandern eher die TRILLERPFEIFE vom Sicherheitsniveau her einer „Wollmütze“ entspricht. Während das Pendant zum „NICO-SIGNAL“ eher die LEDERKAPPE ist, die früher mal beim WW-Paddeln getragen wurde.
Zum Schluss stellt JeDi Folgendes fest:
„Wenn ich (Udo Beier) richtig verstehe, ist die Mitnahme von erfahrenen Kanuten und/oder Kanutinnen, eine Art Garantie dafür, dass nichts mehr ernstlich schiefgehen kann. – Und sowas kommt offiziell vom Sicherheitskreis Kanu des DKV?!“
Nun JeDi, Deine Entrüstung ist unbegründet. Ich habe in meinem Thread, den Du anfänglich auch noch richtig zitierst, von „effektivster Hilfe“ nicht jedoch von „garantierter Hilfe“ gesprochen. Ich glaube, das ist ein entscheidender Unterschied! Oder?
Gruß aus Hamburg:
Jediritter
13.02.2007, 11:54
Hallo, hier ist wieder der JeDi.
Na sowas, da nimmt man sich ein Wochenende "frei" und findet dann tatsächlich etwas vor, dass eine Antwort sein soll. Aber dann mehr Fragen aufwirft, als beantwortet werden.
Dann nehme ich mir Zeit zum nachdenken und ich habe ja auch noch anderes zu tun und werde nicht fürs rumsitzen bezahlt und schon legt Udo Beier noch einen nach. Und es sind nun noch mehr Fragen im Raum. Denn wie schon G.H. schrieb, leider informiert sich Herr Beier nicht wirklich gut, bevor er etwas schreibt. Es könnte aber auch an seiner Einstellung liegen, dass es so schwer ist seiner "Logik" zu folgen, die ich als einzigartig bezeichnen möchte.
Ich frage mich allerdings, aufgrund welcher Qualifikation dieser Mann zum DKV-Referenten berufen worden sein könnte. Vielleicht weil er viel schreibt?
Nun denn kleiner JeDi, dies ist Dein Darth Vader.
Er bezweifelt, dass das NICO-SIGNAL ein küstentypisches Seenotsignalmittel ist. Nun, der Sicherheitskreis Kanu (SKK) spricht in seiner Empfehlung nur von küstentypischen Seenotsignalmitteln.
Und weil der SKK diese Wortschöpfung benutzt, muss es also so sein?
Dann frage ich mal anders herum. Was muss ein Seenotsignalmittel denn mit sich bringen, um "küstentypisch" zu sein?
Oder, was unterscheidet ein küstentypisches Seenotsignalmittel, von einem seetypischen-Seenotsignalmittel?
Was nun unter küstentypischen Seenotsignalmittel verstanden werden kann, habe ich dann in meinem Thread hier beispielhaft aufgeführt.
Ach so, dies war also als Definition zu verstehen. Udo Beier als Normungsausschuss gewissermaßen!?
Seltsam nur, dass man in allen anderen Wassersportbereichen solcherlei Unterscheidung nicht kennt.
Aber mal zum Nico-Signal selber.
Wenn es ein Seenotsignalmittel sein soll, wieso fällt es nicht unter SOLAS? Nicht mal als Empfehlung "Besser als gar nichts!". Wieso fallen ausschließlich Handfackeln, Rauchsignale und Fallschirmraketen unter SOLAS?
Das Nico-Signal hat keinerlei SOLAS Abnahme.
Udo Beier: ..sondern die auch darauf achten, dass der Tourenverlauf nicht in einem Seenotfall endet.
Nun, was soll ich da erklären?
Zum Beispiel das worauf ich mich bei der Frage bezogen habe?
Aber eine Antwort wie die hier: "Die größten Chancen hat eindeutig die Kameradenhilfe.", zeigt nur das der Kern meiner Frage und das gefährliche daran wohl verstanden wurde, nun aber ausgewichen werden soll.
Kameradenhilfe ist ja nur nötig, wenn es ein Problem gibt. Sie schreiben aber, dass wenn man mit erfahrenen Kanuten mitfährt, diese einen Seenotfall wirksam verhindern würden.
Ist diese Einstellung "Erfahrene Kanute = Seenotfallverhinderungs-Garantie" der Grund dafür, dass das Nico-Signal ja ausreicht? Weil man ja eh nie die echten Seenotsignalmittel brauchen wird? Dann allerdings braucht auch ein Udo Beier keine Notfunkbake.
Bei welchen Gruppen von Sportler ist die Quote der Zwischenfälle höher? Bei den erfahrenen, oder den Anfängern?
Aber was ist denn nun, wenn auch den erfahrenen Kanuten etwas geschieht? Sie einen Fehler machen? Oder sie auch einfach mal überfordert sind? Was dann?
Aber erfahrene Kanuten als unfehlbar voraus zu setzen, dass ist schon ein starkes und vor allem dummes Stück. Ich kann es nur als borniert bezeichnen.
Dann sind wir also bei der "Lederkappe".
Ich habe übrigens von "dicker Wollmütze oder Lederkappe" geschrieben. Die dicke Wollmütze für die Radfahrer und die Lederkappe für die motorisierten Zweiradfahrer. Ich sprach vorher nämlich auch allgemein von Zweiradfahrern.
4. Mit HANDY bzw. UKW-SPRECHFUNKGERÄT kann ich ständig auf mich aufmerksam machen, sofern ich einen Netzempfang habe und ich mich trotz Wellen-/Windgeräuschen verständlich äußern kann.
Für UKW-Funk gibt es kein Netz und man kann auch bei zu starken Windgeräuschen wirksam damit auf sich aufmerksam machen. Durch das Aussenden eines "leeren" Trägersignals. Das sollte eigentlich bekannt sein, wenn man denn den UKW-Schein gemacht hat.
Die übrigen Daten sind übrigens auch fast alle falsch. SOLAS - Fallschirmraketen müssen 40s brennen, Rauchfackeln und Handfackeln müssen mind. 60s brennen. Und selbst Nico selber hat nie etwas von 8s Brenndauer behauptet. Es sind bloß 6s und in Summe brennt eine richtige Rakete bereits länger, als eine gesamtes Nico-Magazin. Und wenn man mal die eklatanten Unterschiede bei den Steighöhen und Brennintensitäten hinzu nimmt, welche eine extrem unterschiedliche Sichtweite zur Folge haben...
Nico-Sigal = dicke Wollmütze und für MoBos meinetwegen eine "Lederkappe".
Mehr nicht.
Ich gehe im anderen Beitrag mit all seinen Halbwahrheiten und teils schweren Fehlern, nochmal näher darauf ein.
Eines ist aber klar: Der SKK wird nicht jetzt & heute zur Lösung aller Probleme des Kanufahrens beitragen können.
Also wenn solch ein Beitrag eine Hilfe sein soll, dann kann ich nur folgendes sagen.
Zwischen nicht informiert sein und (gut) informiert sein, gibt es noch eine dritte Möglichkeit und die ist schnell weitaus schlimmer als nicht informiert zu sein.
Und zwar schlecht bzw. falsch informiert sein. Und sich dann in einer falschen Sicherheit zu wiegen, weil man glaubt eben richtig informiert zu sein. Auch hierzu später im Plädoyer-Thema noch mehr.
Für jetzt steckt der JeDi sein Laserschwert wieder weg. Mittagspause zuende.
Hallo JeDi,
nach nochmaligem Durchlesen aller Beiträge habe den Eindruck, dass Du sehr oft interpretierst und Sachverhalte unterstellst, die da eigentlich nicht geschrieben standen. Schade eigentlich.
Ich verstehe die Darstellungen von Udo Beier als ein sehr angenehmes Angebot und als eine Anregung zur fachlichen Auseinandersetzung unter ähnlich Gesinnten.
l' O
Hallo JeDi,
nach nochmaligem Durchlesen aller Beiträge habe den Eindruck, dass Du sehr oft interpretierst und Sachverhalte unterstellst, die da eigentlich nicht geschrieben standen. Schade eigentlich.
Ich verstehe die Darstellungen von Udo Beier als ein sehr angenehmes Angebot und als eine Anregung zur fachlichen Auseinandersetzung unter ähnlich Gesinnten.
l' O
Jedi,
Da geht es mir ähnlich wie "das Wasser"...
Jediritter
13.02.2007, 16:59
nach nochmaligem Durchlesen aller Beiträge habe den Eindruck,
Ist das dasselbe wie interpretieren und Unterstellungen?
Weitere Gedanken können "geheim" ausgetauscht werden. Darauf wird aber wohl niemand eingehen. Jede Wette! Und damit also herausgefordert.
Moin Gemeinde,
das ist ja hier wie im wirklichen Leben. Bzw. wie in der Politik. Einer muss halt immer dagegen sein. :) Es lebe die Opposition, und zwar kräftig. :D
Die Argumente werden immer vielfältiger, einer versteht den anderen dann aber mal ganz absichtlich anders und schon hat man die schönste Debatte.
Die Natur sorgt noch für das angeborene Imponiergehabe und Balzverhalten und schon lebt das schönste Forum mit den effektivsten Posts.
Weiter so....
Es amüsiert sich hier prächtig:D :D :D
Markus
P.S. schreibt man bei "den anderen" den anderen jetzt eigntlich gross? Auf gehts.....
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