Vollständige Version anzeigen : Solo-Querung Tasmanien – Neuseeland misslungen
yellow-shark
16.02.2007, 07:33
...heute in der FAZ gelesen.
http://www.faz.net/s/Rub21DD40806F8345FAA42A456821D3EDFF/Doc~E21783F2C9AC94E16828BBFC13E02FABA~ATpl~Ecommon ~Scontent.html
traurige Geschichte, aber warum macht man (er) das ?
LG Kai
Flitzefroesch
16.02.2007, 08:13
Hallo,
ja schrecklicher Unfall, aus welchen Gründen auch immer.
Warum man (er) sowas macht?
Naja, wahrscheinlich wollte er nicht in einem Büro vor sich hinvegetieren, bis sein Leben zu ende ist, sondern sein Leben so genießen, wie er es sich vorgestellt hat zu leben.
Er wollte es für sich machen, sich danach gut fühlen - etwas erreicht zu haben, sein Leben genossen zu haben
Ich finde es immer noch klasse, wenn sich Leute zu solchen Abenteuern aufmachen, auch wenn es leider nicht gut ausgegangen ist.
P.S. Ohne solche Leute wäre die Erde noch immer eine Scheibe.
Grüße Jörg
...heute in der FAZ gelesen.
http://www.faz.net/s/Rub21DD40806F8345FAA42A456821D3EDFF/Doc~E21783F2C9AC94E16828BBFC13E02FABA~ATpl~Ecommon ~Scontent.html
traurige Geschichte, aber warum macht man (er) das ?
LG Kai
Um der letzte echte Abenteurer zu sein? Der erste zu sein? Für Anerkennung? Weil es seine Bestimmung war?
Traurig, da es offenbar ein Unfall war, und tragisch, so kurz vorm Ziel.
Aber was kümmert's uns? Einmal mehr hat sich bestätigt, das ist eine Strecke, die man besser nicht paddeln sollte. Also mich störts nicht dass die Tasmanische See noch immer nicht bezwungen wurde...
schwimmendeWerkzeugkiste
16.02.2007, 08:23
Aber was kümmert's uns? [...] Also mich störts nicht dass die Tasmanische See noch immer nicht bezwungen wurde...
Naja, mein Mitgefühl hat er schon. Seine Frau ebenfalls, die da hoffnungsvoll am Strand auf ihn gewartet hat. Verdammt tragisches Ende eines dieser vielen Versuche, die völlig vom Glück abhängig sind.
Mir geht es mit diesen ganzen Rheinfall-Befahrungen ähnlich. Die Jungs und Mädel(?) kriegen massig Anerkennung wenn sie sowas schaffen und die, die scheitern, tauchen in keiner Statistik auf. Es gibt eben Unternehmungen, die mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbar sind, die aus gutem Grund verboten sind oder die sich eben von selbst ausschließen.
Aber Jörg hat Recht: ohne solche Spinner wäre die Welt womöglich tatsächlich noch immer ein Scheibe. Liegt wohl in der Natur des Menschen immer mal wieder das Unmögliche zu wagen.
Axel
schwimmendeWerkzeugkiste
16.02.2007, 10:33
Also, wenn ich so einen Mist höre [...] Nun ansonsten ist für mich das Thema jetzt EOT.
Na jetzt hast Du's uns aber gegeben. Und dann auch gleich den Thread (für Dich) beendet. Bin tief beeindruckt, kann mich aber doch nicht recht zügeln weiter zu schreiben.
Das mit der Kugelform stimmt. Aber das Ende der Welt haben immer wieder verwegene oder verzweifelte Zeitgenossen ertastet (im Fall von Amerika übrigens nicht dieser Italiener in spanischem Auftrag mit den drei Schiffen sondern ein leichtgradig frustrierter Grönländer namens Leif Eriksson dessen Vater 'Erik der Rote' aus Island verbannt wurde weil er - und widerum sein norwegischer Vater - immer mal wieder zwanghaft irgendwelche Leute im Affekt meucheln mußte. - Deutet schon einiges darauf hin, dass das eine Familie mit etwas exzentrisch veranlagten Mitgliedern war).
Dass McAuleys Schwimmweste fehlte, deute ich so, dass er sie wohl anhatte. Auf hoher See konnte sie ihm aber sicher nicht helfen. Sie hat allenfalls seinen Tod hinausgezögert. Ja, das Kind ist natürlich ebenfalls betroffen. Bleibt zu hoffen, dass ihm auch die Tragweite des Todes nicht so bewußt wird wie uns Erwachsenen.
Axel
Und Amerika wurde auch nicht durch einen Paddler entdeckt, die Expedition wurde nach dem damaligen Stand mit viel Aufwand und drei Schiffen begonnen.
Etwas OT, ich weiß: ich nehme an, daß Du damit die letzte 'Entdeckung' meinst. Die erste dürfte sogar zu Fuß gewesen sein. ;)
MfG
Reinhard
Flitzefroesch
16.02.2007, 10:51
die Expedition wurde nach dem damaligen Stand mit viel Aufwand und drei Schiffen begonnen.
Nun ansonsten ist für mich das Thema jetzt EOT.
hallo, ohhhh, du warst also dabei als die expedition begonnen wurde, na dann ist das ja mal gut, dass wir solche leutz wie dich haben, gell.....
aber du hast recht es waren whrscheinlich nicht die paddler, sondern die ruderer und segler, die amerika entdeckt haben.
ich kann nur hoffen, dass den leuten aus diesem forum nicht mal ein ähnliches schreckliches schicksal ereilt - aus welchen gründen auch immer. denn wie hier im forum über die gründe anderer (in diesem fall sogar verstorbener) geurteilt und getratscht wird ist schon echt heftig, und das von irgendwelchen leuten, die wohl das größte abenteuer der menschheit darin sehen im stau zu stehen und aufs ende zu warten, blos damit man beim abnippeln sagen kann, mir ist ja nichts passiert und trotzdem klapp ich nun den spaten um..........
so, ich geh jetzt paddeln... ohne helm, und ohne gps = mein abenteuer... :p
(das mit der schwimmweste hab ich bewusst rausgelassen)
grüße jörg
yellow-shark
16.02.2007, 11:56
... das unser Abenteurer eine Schwimmweste trug, ist aus dem Artikel schon abzuleiten, geht es doch darum, wie lang er im Wasser hat überleben können.
Aber deutlich ist doch, dass eben die scheinbar sicheren Umstände Gefahren birgen.
Für den Normalpaddler ein Zeichen, sich selbst und die Umstände nie zu unterschätzen.
Moin Georg,
Auch wenn es hier nicht ganz zum Thema passt, möchte ich noch mal das Thema
Schwimmweste aufgreifen.
In dem Artikel steht ein schöner Satz, der hier auch zu den Diskussionen um die Sicherheit beim Paddeln passt (speziell die Schwimmwestendiskussion und den Begründungen, warum jemand keine trägt):
Er hatte eine Schwimmweste und ich gehe mal davon aus, das er vernünftig
genug war sie auch zu tragen.
Was hat ihm das geholfen. Er ist trotzdem umgekommen. Hier sind Fehler an
anderer Stelle gemacht worden, und die Schwimmweste hat das Unglück nicht
verhindern können.
Alle Sicherheitsausrüstung kann Unglücke nicht verhindern. Es ist aber gut
sich so weit wie möglich auf eine mögliche Gefahr vor zu bereiten. Es ist aber
"schwachsinnig" für einen Waldspaziergang das Ausrüstungsvolumen einer
Himallajaexpedition zu forden. Trotzdem würde noch die Gefahr eines
Unglücks - auch mit tötlichem Ausgang- bestehen bleiben.
Also bleibt bitte mit Sicherheitsforderungen im Realen und akzeptiert die,
die nicht eurer Meinung sind.
Jeder darf seine Schwimmweste tragen, wo er sie für nötig hält.
Auch ich trage eine, aber eben nicht immer.
Das Leben ist und bleibt eines der gefährlichsten.
Schönes Wochenende,
Hauke
Udo Beier (DKV)
16.02.2007, 19:47
Ahoi!
Nun, das erste Mal habe ich von dem tragischen Ausgang dieser Solo-Querung der Tasman-See auf der Homepage des KVU-Bremerhaven gelesen. Bald darauf wurde das Thema auch im Seekajakforum.de aufgegriffen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, ein paar Fakten zu dieser "Trans Tasman Kayak Expeditlion" zusammenzutragen. Infos dazu fand ich auf der Homepage von Andrew McAuley:
www.andrewmcauley.com (http://www.andrewmcauley.com/)
und in der australischen Zeitschrift „The Age“:
www.theage.com.au (http://www.theage.com.au/) > Andrew McAuley
Die Story
Der Australier Andrew McAuley (39) hat es als erster Kanute bei den widrigsten Wetterverhältnissen (bis knapp 9 Bft. Wind / über 40 kn) von Tasmanien aus geschafft, sich bis auf 75 km der neuseeländischen Küste zu nähern. Er startete am 11.1.07. Insgesamt legte er in 30 Paddeltagen ca. 1.525 km zurück. Dann brach nach einem kaum verständlichen Hilferuf 9.2.07, 19 Uhr, der Funkkontakt ab. Am nächsten Tag konnte ein Rettungsflugzeug nur noch sein Kiel oben treibendes Seekajak sichten. Die sofort eingeleitete Suche nach ihm wurde nach 3 Tagen eingestellt.
Der Abenteurer
Andrew ist kein „Draufgänger“, der aus einer Laune heraus, solch eine Querung in Angriff nimmt frei nach dem Motto „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“. Er hat hart dafür trainiert und zuvor unzählige Tages- und Nachttouren unternommen. U.a. hatte er 2003 solo die Bass Street, das ist jene wegen seines unberechenbaren Seegangs berüchtigte Meeresenge zwischen Australien und Tasmanien, gequert, und zwar nonstop 220 km in 35 Std. Auch hat er zusammen mit anderen den Carpentaria-Golf (ca. 500 km in 150 Std. / 6 Tagen) im Norden von Australien gequert.
Andrew handelte nicht unbedacht. Er wusste, auf was er sich dabei einließ. Immerhin war es sein 2. Versuch. Am 2.12.06 brach er nämlich das erste Mal Richtung der Südinsel von Neuseeland auf. Kehrte aber 4 Tage später wieder zurück nach Tasmanien, da er merkte, dass die Kälte in der Nacht beim Schlafen im Cockpit nicht auf Dauer erträglich war.
Seine Vorbilder?
Andrew paddelte im Gegensatz zu seinen berühmten Vorgängern in einem serienmäßigen Einer-Seekajak des australischen Seekajakproduzenten „Mirage“ (580x56 cm) (?).
Franz Romer querte bekanntlich 1928 in 58 Tagen den Atlantik von Ost nach West (Kanarische Inseln – Karibik) (ca. 4.800 km) in einem spezialgefertigten Faltboot (640x100 cm) (ausgerüstet mit einem Segel) und Hannes Lindemann (1956) in 72 Tagen in einem serienmäßigen Einer-Faltboot (520x87 cm) (ebenfalls ausgerüstet mit einem Segel).
Ed Gillet schaffte 1987 die ca. 3.900 km lange Strecke von Kalifornien nach Hawaii in 63 Tagen in einem serienmäßigen Zweier-Seekajak (auf halber Strecke ließ er sich von einem Drachen ziehen) und Peter Bray überwand 2000 den Atlantik von West nach Ost (Newfoundland – Irland) (ca. 3.300 km) in 74 Tagen in einem eigens dafür konstruiertem Kabinenkajak mit Kielballast (?) (823 cm).
Seine Ausrüstung
Das Seekajak wurde etwas an den zu erwartenden Bedingungen angepasst, um insbesondere in ihm schlafen zu können. Dafür konstruierte Andrew eine Art Kabinendach aus Plastik. Dieses „glockenartige“ Gebilde lagerte tagsüber auf dem Achterdeck. Nachts und bei Sturm wurde es über den Süllrand gelegt.
Außerdem wurde sicherlich die Bugschottwand nach vorne verlagert bzw. ausgebaut, damit es möglich war, im Liegen zu schlafen mit der Rückenlehne als „Kopfkissen“.
Damit er nicht auf dem kalten und nassen Boden seines Seekajaks liegt, hat er sich für den 2. Versuch eine Art Hängematte („Hammock“) ausgedacht. Zusätzlich hat er sich in einen Plastikschlafsack eingehüllt.
Das Kabinendach war mit einem E-Ventilator versehen, um für eine bessere Belüftung zu sorgen. Für die elektrische Versorgung dieses Ventilators, eines „Tracking Beacon“, einer E-Lenzpumpe, der insgesamt 2 Satellitentelefone und 3 GPS-Geräte sorgten Solarzellen. Alle diese Gerätschaften reagierten jedoch sehr empfindlich auf Feuchtigkeit. Bis auf seine 3 GPS-Gerät ist nach seinen ersten Kenterungen am 6. Tag praktisch alles ausgefallen, und zwar seine Uhr, sein Beacon und ein Satellitentelefon. Und auch beim zweiten Satellitentelefon gab es ganz zum Schluss Batterieprobleme.
Seinen Trinkwasserbedarf stillte er zunächst über einen Vorratsbehälter, der ca. 50-80 Liter fasst. Zusätzlich vrfügte er über eine Wasserentsalzungsanlage, und zwar den „Katadyn Survivor 35“, mit dem innerhalb von 15 Minuten 1 Liter Trinkwasser erzeugt werden konnte.
Die Hitze zur Erwärmung seiner portionierten Verpflegungspäckchen hat er auf chemischem Weg gewonnen (hier: Einer Chemikalie wurde Salzwasser zugegeben. Die dabei ausgelöste Reaktion erzeugte die benötigte Wärme.)
Eine Art Poncho, der wie eine Spritzdecke um den Süllrand gelegt werden konnte, sollte die Erledigung des „großen Geschäftes“ erleichtern.
Der Tourenbericht
Andrew paddelte mit der vorherrschenden Windrichtung von West nach Ost. Seine Tagesleistungen lagen je nach Windstärke zwischen 25 km und 80 km. Wenn es zu stürmisch wurde und nachts, legte er einen Treibanker aus. Während der Tour kenterte er mehrere Male, und zwar nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht wenn er schlief (und zwar am 16./18./24. u. 28.01., sowie schließlich am 9.02.07). Das Kabinendach sollte dafür sorgen, dass sich das Seekajak immer wieder selbst aufrichten konnte. Leider sind auf seiner Homepage keine Infos darüber bereitgestellt, wie das funktionieren sollte. Auch erfahren wir nichts darüber, wie er sich „gesichert“ hat, d.h.:
hat er sich in seinem Cockpit so festgeschnallt, dass er im Fall einer Kenterung nicht aus der Sitzluke geschleudert werden konnte;
bzw. hat er eine „Life-Line“ verwendet, die dafür sorgen soll, dass er bei einer Kenterung mit Ausstieg den Kontakt zu seinem Seekajak nicht verliert?In Anbetracht dessen, dass sein Notruf um 19 Uhr, also bei Tageslicht, ausgestrahlt wurde, ist zu vermuten, dass er beim Paddeln kenterte und dass anscheinend die Wucht der Kenterung so groß war, dass er aus der Stizluke geschleudert wurde und dabei auch das Kabinendach abriss. Zumindest wurde später sein unbeschädigtes Seekajak gefunden. Es fehlte lediglich das Kabinendach.
Wie es Andrew unterwegs ergangen sein könnte, vermag sich wahrscheinlich keiner von uns vorstellen, außer er hat z.B. Hannes Lindemanns Buch „Allein über den Ozean“ (Edition Maritim, 3. Aufl. 1985, 182 S.) gelesen:
„30. u. 31. Tag: … Die Nacht bricht viel zu früh herein. Wenige Minuten später ist es pechschwarz. Aus der Finsternis glühen die zahlreichen Brecher gespenstisch auf. … die Nacht ist eine Qual. … Ich bin zerschlagen, ausgepumpt und leer, unendlich leer. Nur der Anblick der gewaltigen Seen reisst mich wieder hoch. Es ist die Angst, die mich wachtreibt, das Letzte aus mir herausholt. … Der Sturm heult, der Himmel ist grau … In Böen hat der Sturm neun und zehn Windstärken. Sobald der Platzregen nachlässt, türmen sich die Seen wieder – unbeeindruckt – acht bis zehn Meter hoch, und ab und zu sausen Riesenwogen vorbei, die fast doppelt so hoch sind. … Die meisten Brecher stoßen mich voran, überlaufen mich aber nur selten, wenn sie von achtern kommen. Zeitweise ist das Meer weiß vom peitschenden Regen, dann wieder von den Schaummassen der Brecher. … Wie ein Schießhund muss ich aufpassen, um nach jeder Berg- und Talfahrt den richtigen Kurs zu halten. Zwar fallen genügend querschlagende Seen über das kleine Boot her, aber immer hat es ausreichende Auftriebskraft, um schnell wieder aus den Schaummassen aufzutauchen. Mehrfach jagen gigantische Brecher von achtern heran, dreschen auf meine Schultern ein, schäumen weiter über das ganze Boot und stoppen erst zehn, zwanzig Meter davor. Wenn ich zurückblicke, wird mir elend zumute: da brechen sich Wassermassen, die ein ganzes Haus begraben können. … Ich komme mir vor wie in einem Rettungsring in Zigarrenform. … Nach langem Überlegen werfe ich dann doch den (Treibanker) achtern aus. Das Boot liegt schon nach wenigen Sekunden in bester Richtung. … die Spritzdecke ist weit über den Kopf gezogen. Nur das Gesicht und die Brust sind frei. … Da sprach plötzlich die Spritzdecke zu mir: „Komm, leg dich hin“ oder „Lass die andern auch etwas tun, du brauchst nicht alles allein zu machen.“ Mir kam das gar nicht fremd vor, erst Stunden später erinnerte ich mich, dass ich ja allein an Bord war. …“
„57. u. 59. Tag: … Plötzlich eine riesensteile Wand steuerbord --- nichts mehr – aus – leer – tot … Nein, ich lebe noch, schnappe nach Luft … Ich bin gekentert, bin im Wasser. Festhalten, damit dich nicht ein Brecher vom Boot trennt, geht es mir durch dne Kopf. … Ich ziehe mich auf das gekenterte Boot … Der Wind pfeift über den Rumpf, Brecher waschen über mich, es ist schaurig kalt, nur der Kopf ist warm. Ich habe eine Wollmütze auf und darüber noch eine Gummikapuze. Ist dies das Ende? ... Ich gebe nicht auf …. Ich schaue nach den Sternen. Mein Gott, der Orion ist ja noch nicht im Zenit, es ist noch nicht einmal Mitternacht. … Der Sturm lässt mich erfrieren, ich rutsche wieder ins Wasser … Jede Bewegung bringt das warme Wasser zwischen Haut und Kleidung in Bewegung und trägt kaltes Wasser an die Haut. Stillhalten, keine Bewegung, das ist die Lösung. Im Dunkeln kann man die kleinen Wellen nicht sehen, das Meer erscheint ruhiger. Aber die großen Seen werfen Schatten so gewaltig wie von Gebirgszügen, sie wollen mich verschlingen. … Backbords saust eine pfeifende See vorbei, für mehr als fünfzig Meter pfeift sie wie eine Schiedsrichterpfeife. …“Gruß aus Hamburg:
kolibrianer
16.02.2007, 21:09
no-homecoming-for-kayaker-from-transtasman-odyssey (http://http://www.theage.com.au/news/national/no-homecoming-for-kayaker-from-transtasman-odyssey-10-years-inplanning/2007/02/12/1171128898914.html)
Kayaker-lived-to-inspire-others (http://http://www.theage.com.au/news/NATIONAL/Kayaker-lived-to-inspire-others/2007/02/15/1171405366422.html)
andrew-mcauley-was-not-crazy-or-reckless (http://http://www.theage.com.au/news/national/andrew-mcauley-was-not-crazy-or-reckless-but-crossing-the-tasmansea-in-a-kayak-was-a-calculated-planned-gamble-he-lost/2007/02/16/1171405447066.html)
...hat er sich für diese Aktion nicht ein Begleitboot mitgenommen?
frage ich mich!
Dies ist mein erstere Beitrag in diesem Forum,
aber "Einsame-Wolf"-Aktionen sind in meinen Augen k e i n e Heldentagen, sondern einfach nur kalkulierter Selbstmord!
Conny
aber "Einsame-Wolf"-Aktionen sind in meinen Augen k e i n e Heldentagen, sondern einfach nur kalkulierter Selbstmord!
Conny
Hi Conny
Ich denke nicht, dass das kalkulierter Selbstmord war(denk schon nur daran, dass er frau und kind hat, er hat sich's gut überlegt). Auch du musst damit rechnen, morgen auf der Strasse möglicherweise totgefahren zu werden. Sicher, McAuley hat es vielleicht etwas mehr herausgefordert. Aber so etwas muss gut und sehr langfristig vorbereitet werden. Das hat er auch getan. mit einem einkalkulierten Restrisiko.
ich brauche keine Helden, aber so ein Mensch hat von mir Respekt.
Hi Conny
Aber so etwas muss gut und sehr langfristig vorbereitet werden. Das hat er auch getan. mit einem einkalkulierten Restrisiko.
ich brauche keine Helden, aber so ein Mensch hat von mir Respekt.
Wenn ich es richtig verstanden habe, war dies ein lange gehegter Traum von McAuley, den er jetzt versuchte zu realisieren. Er hat das ganze immerhin 10 Jahre vorbereitet.
Ich kann verstehen, dass jemand seinen Traum nicht aufgeben mag. Aber er hätte vielleicht aufgrund dessen, dass er einen kleinen Sohn hat, seinen Traum mit Einschränkung (Begleitboot) realisieren sollen. So hätte sein Sohn jetzt noch einen Vater und seine Frau noch ihren geliebten Ehemann. Wird sein Sohn jemals verstehen, dass sein Vater ihn für einen Traum allein gelassen hat oder ihn einen Egoisten nennen?
Nachdenkliche Grüße
schwimmendeWerkzeugkiste
17.02.2007, 15:22
Inzwischen hat sich ein neuer Thread zu diesem Thema bei den Küstenpaddlern gebildet: http://forum.kanu.de/showthread.php?t=214
Axel
schwimmendeWerkzeugkiste
17.02.2007, 15:24
Bei den "sonstigen Kanu-Themen" wird dieses Thema auch schon heiß diskutiert: http://forum.kanu.de/showthread.php?p=1459&posted=1#post1459
Axel
ich brauche keine Helden, aber so ein Mensch hat von mir Respekt.
Hallo Stefi,
hätte er weniger Respekt für seine sportliche Leistung erhalten, wenn er dies mit Begleitboot unternommen hätte?
Ich bleib dabei....mehr oder weniger kalkulierter Selbstmord, und der Sohn bräuchte eher einen lebendigen Vater als einen toten Helden!
Conny
Udo Beier (DKV)
18.02.2007, 15:24
Ahoi!
Danke, Axel, für den Hinweis auf die Rubrik "Sonstiges". Dort hatte ich tatsächlich nicht die Diskussion dieses Themas von der "Soloquerung" erwartet. Das DKV-Forum ist halt voller Überraschungen.
Übrigens, den dort erwähnte FAZ-Beitrag habe ich daraufhin mit großem Interesse gelesen, standen doch der Autorin wahrscheinlich nicht mehr Infos zur Verfügung als mir.
Gruß aus Hamburg:
Dirty_Harry
18.02.2007, 20:50
boah voll Philosophenstyle hier...
er hat großen repekt verdient, alleine sich schon auf die reise zu machen ist krass!
Also,
nachdem ich den Beitrag von Dir bezüglich des Artikels von der Nebelfahrt durchs Wattmeer gelesen habe, verwundert mich dieser Beitrag schon sehr!
Wie kann man diese Fahrt verteidigen und davon schreiben, dass er kein Draufgänger währe.
Vielleicht solltest Du Dir deinen eigenen Taxt noch mal durchlesen.
Du schreibst selbst:
Das Kabinendach war mit einem E-Ventilator versehen, um für eine bessere Belüftung zu sorgen. Für die elektrische Versorgung dieses Ventilators, eines „Tracking Beacon“, einer E-Lenzpumpe, der insgesamt 2 Satellitentelefone und 3 GPS-Geräte sorgten Solarzellen. Alle diese Gerätschaften reagierten jedoch sehr empfindlich auf Feuchtigkeit. Bis auf seine 3 GPS-Gerät ist nach seinen ersten Kenterungen praktisch alles ausgefallen, und zwar seine Uhr, sein Beacon und ein Satellitentelefon. Und auch beim zweiten Satellitentelefon gab es ganz zum Schluss Batterieprobleme.
Also mit ausgefallenen Geräten, die einem das Leben retten können, weitergefahren! Kein Draufgänger? Das letzte Satelitentelefon hatte Probleme mit den Batterien! Im Artikel (FAZ: "- McAuley hatte nur noch ein Satellitentelefon, dessen Batterien sich nicht mehr aufladen ließen.") stand was von nicht wieder Aufladbar! Kein Leichtsinn? Kalkuliertes Risiko?
Nun, neben Geräte, um Hilfe zu holen, gibt es auch noch Maßnahmen, die eine Rettung erfolgreicher werden lassen können. Wie sah´s mit einem Blinklicht und einem Peilsender an der Schwimmweste aus? Für Skifahrer gibt es sich aufblasende große Ballons, die im Fall einer Lawine Ausgelöst werden, immer oben treiben und weit hin sichtbar sind (dort sind übrigens auch sehr effektive Peilsendegeräte entwickelt worden).
Also ich sehe das etwas anders und denke auch, das ein hochstilisieren solcher leichtsinnigen Personen, die dazu noch Rettungskräfte zwingen ihr Leben für Rettungsversuche einzusetzen, ein falscher Weg ist.
Ich denke da an diesen seltsamen "soundso-Hunter", der mit seinem Kleinkind in ein Krokodilgehege gegangen ist und für seine Sendungen äußerst lässig mit gefährlichen Tieren umgegangen ist. Das hat letztendlich auch sein Leben gekostet.
Oder die beiden Kanuten, die des letzt den Rheinfall runter sind und der eine fast krepiert ist. Was war ist ein Freund der filmte, aber keine Sicherungsposten mit Wurfsäcken (was bei uns bei WW-Fahrten im Verein normal waren) oder ähnliches.
Udo Beier (DKV)
19.02.2007, 17:32
Ahoi GeorgS!
Ich glaube, wir sollten in der Tat eine 8-km-Tour hinüber nach Spiekeroog anders beurteilen als eine 1.600-km-Expedition von Tasmanien nach Neuseeland. Wer eine Spiekeroogtour so plant, dass er sein Leben auf Spiel setzt, verdient sicherlich mehr Kritik & „Kopfschütteln“, als einer, der innerhalb von 30 Tagen hinüber nach Neuseeland paddeln möchte. Ansonsten sollten wir nicht immer über all jenes unseren Kopf schütteln, was über das hinausgeht, was wir nicht tun würden (ausgenommen sind jedoch Nebeltouren im Fahrwasser!).
Warum schüttelt bloß mancher Zahmwasserpaddler den Kopf über den Wildwasserfahrer bzw. Küstenkanuwanderer?
… mancher WW III-Fahrer über den WWW VI-Fahrer?
… mancher WW VI-Fahrer über einen 34-Meter-Wasserfall-Jumper?
… mancher SSG V-Fahrer üben den SSG VI-Fahrer?
… mancher Sommerpaddler über den Schlechtwetterpaddler?
… mancher Schlechtwetterpaddler über den Winterpaddler?
… mancher Küstenkanuwanderer über den Helgolandpaddler?
… mancher Helgolandpaddler über den Nordseequerer usw. usf.?Ich glaube nicht, dass ich Gottfried & Rudi (das sind die beiden, die bei Nebel immer entlang des Wattfahrwasssers hinüber nach Spiekeroog paddelten) wenn sie geplant hätten, die 900 km zwischen Cuxhaven und den Shetlandinseln non-stop zu paddeln, vorgeworfen hätte, billigend in Kauf zu nehmen, bei Nebel & Dunkelheit unterwegs zu sein (ausgenommen bei der ersten Etappe hinüber nach Helgoland).
Die Expedition von Andrew McAuley habe ich übrigens nicht verteidigt. Vielmehr habe ich nur beschrieben, wie er an die Tour herangegangen ist, welche Ausrüstung er so dabei gehabt hatte, welche Probleme er damit bekam und was er so erlebt haben könnte. Andrew war diesbezüglich wohl ein vorausschauender Kanute; denn er hatte immerhin 3 GPS-Geräte und 2 Satellitentelefone dabei gehabt. Wie wir wissen, hatte er mit beiden Satellitentelefone Probleme bekommen, was sicherlich auf die Feuchtigkeit zurückzuführen war.
Die ersten Probleme traten nach 6 Tagen auf, als er mehrfach kenterte. Andrew nun vorzuhalten, er hätte umkehren mögen, ist jedoch wenig realistisch. Paddelte er doch in einer Region, die nicht nur vom Westwind geprägt wird, sondern auch vom Ostaustralstrom, der wohl anfänglich noch Richtung Süd, später aber Richtung Ost strömt. D.h. wäre er umgekehrt, hätten ihn in der Nacht mit Sicherheit der Wind und Strom wieder dorthin zurückgetrieben, von wo er am Morgen zuvor gestartet war.
Natürlich war die Tour äußerst gefährlich, sonst wäre Andrew nicht derjenige gewesen, der diese Tour beinahe als erster geschafft hätte und erst scheiterte, als sich die Südinsel von Neuseeland am Horizont abzeichnete. Bei einer Expedition solch einer Kategorie finden wir sicherlich immer Argumente, um ihre Teilnehmer als „leichtsinnig“ bzw. „draufgängerisch“ abzustempeln.
Der Vorwurf von Stefi (?), den sie in einem anderen Thread dem Familienvater Andrew gemacht hatte, nämlich ohne Begleitung eines Schiffes gepaddelt zu sein, ist daher nachvollziehbar. 3 Jahre vorher hatte das Andrew auch noch so gesehen, als er den ca. 500 km breiten Carpentaria-Golf im Norden von Australien innerhalb von 150 Std. querte, und zwar tagsüber; denn die Nacht verbrachte er auf einem Begleitschiff. Aber seien wir doch mal ehrlich, so etwas zählt – wenn überhaupt – nur halb!?
Natürlich ist Andrew dem Typ Abenteurer zuzuordnen. Sicherlich war er auch ein „Draufgänger“, weil er risikiert hat, dass er bei seiner Expedition „draufgehen“ kann. In meinem Thread schrieb ich nun aber: „Andrew ist kein „Draufgänger““, was als Widerspruch angesehen werden könnte, wenn ich nicht meine Meinung begründet hätte; denn der gesamte Absatz zu diesem Punkt lautet:
„Andrew ist kein „Draufgänger“, der aus einer Laune heraus, solche eine Querung in Angriff nimmt frei nach dem Motto „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“ Er hat hart dafür trainiert und zuvor unzählige Tages- und Nachttouren unternommen …. Andrew handelte nicht unbedacht. Er wusste, auf was er sich dabei einließ. Immerhin war es sein 2. Versuch.“Da kenne ich ganz andere Typen von Seakayakern, die mal innerhalb von einer Woche non-stop ca. 500 km von England nach Deutschland paddeln wollten, und sich allein darauf verließen, das "Kopf" & Ausrüstung stimmten, aber zuvor nicht in Erwägung zogen, mal weitab von der Küste eine Nacht in ihrem Seekajak probeweise zu verbringen bzw. sich paddlerisch unter realen Bedingungen auf diese Herausforderung vorzubeiten, da es in den Wochen davor immer so windig an der Küste war. Nach nicht einmal 24 Std. war der ganze Spuk vorbei und es ging „per Anhalter“ wieder zurück. Ja, an solche „Landratten“ hatte ich gedacht, als ich von „Draufgänger“ sprach.
GeorgS hat natürlich Recht, wenn er fragt: „Wie sah’s mit einem Blinklicht und einem Peilsender an der Schwimmweste aus?“. Auch das habe ich mich gefragt. Bei allen meinen im Vergleich zur Andrews Querung äußerst bescheidenen Küstentouren habe ich:
ein solches Blinkblitzlicht auf dem Achterdeck,
eine Seenotbake (mit integriertem GPS) unter Deck,
ein Nicosignal am Körper
und ein UKW-Handsprechfunkgerät in der Tasche meiner Schwimmweste,und das obwohl ich maximal 3-4 Stunden vom nächsten Land entfernt paddle. Warum hatte Andrew auf solche Ausrüstung verzichtet und warum hatte er nicht dafür gesorgt, dass er im Falle einer Kenterung mit anschließendem Bootsverlust über diese Geräte geriffbereit verfügen konnte!? Nun, die Berichte über seine Tour sind recht unvollständig. Sicherlich wollte er in einem späteren Expeditionsbericht all seine Ausrüstungteile aufzählen und erläutern. Auf seiner Homepage:
www.andrewmcauley.com (http://www.andrewmcauley.com)
finden wir jedoch nur mehr oder weniger vage Andeutungen, z.B. über den Bootshersteller (hier: Mirage), nicht aber über den konkreten Bootstyp. Irgendwo steht auch etwas darüber, dass er einen „Tracking Beacon“ dabei hatte. Vielleicht ist damit ja eine Seenotbake gemeint!? Aber leider finden wir nichts darüber:
wo er dieses Gerät gelagert hatte (z.B. im Kajak oder am Körper),
und ob er mit einer „Life Line“ gesichert war??Vermutlich ist aber dieser Beacon gleich bei der ersten Kenterung beschädigt worden. Zumindest finden wir hierzu auf seiner Homepage den folgenden Hinweis:
„For your interest, the tally of equipment failure thus far … tracking beacon (carked (= cracked?) it after first capsize 3 weeks ago), secondary sat phone (suffered same fate in same capsize) …”Gruß aus Hamburg:
Siegmund
19.02.2007, 19:13
Hallo,
Andrew McAuley war sicherlich einer,d er es hätte schaffen können. Aber der Mann war Geschäftsmann, und seine Ware war sein Leben. Für weniger gibts heutzutage kein Geld. Wenn unsereins paddelt, dann, weil wir Spass haben oder uns erholen wollen, auch mal unsere Grenzen neu setzen. Unser Leben riskieren wollen wir nicht. Deshalb kann ich nicht nachvollziehen, weshalb einige als Trockenpaddler beschimpft werden, weil sie auf abgeschotteten Booten und vernünftiger Ausrüstung bestehen. Als Argument muss dann herhallten, das man doch selbst entscheiden kann, was und wie man leben (oder sterben) will. Andrew hat sich selbst entschieden und verloren.
Abgesehen davon habe ich wohl ein anderers Verhältnis zum Leben. Ich arbeite nebenbei als Assistenz für Behinderte, u.a. auch für Leute mit MS. Manchmal begleitet man auch Leute bis zum Ende. Man sollte sein Leben ausreizen, aber nicht wegwerfen für Ruhm und Geld. Aber das kann jeder für sich entscheiden und wenn sich jemand anders entschieden hat, und es geht schief, dann ist das traurig, aber weinen kann ich darum nicht. Gilt auch für Leute in unabgeschotteten Booten auf der Nordsee und für Paddler im Winter ohne Trockenanzug und Schwimmweste.
Gruß
Siegmund
Ralf Schmidt
19.02.2007, 20:28
Hallo Udo,
was mir die Tage mehrfach durch den Kopf ging, dass Andrew so kurz vor dem Ziel, bei relativ gutem Wetter, verünglückte. Vergleichbare Situationen habe ich schon in verschiedene Berichte gesehen/gelesen: Ob Schlittenrennen quer durch Alaska, Extrem-Marathons, Atlantiküberquerungen in Doppeldeckern, etc., lange, extrem hohe Belastung, Anspannung, und kurz vor dem oder im Ziel das "Gehenlassen", man hat's (eigentlich) schon geschafft, die Anspannung fällt schlagartig ab, und man klappt zusammen.
Würde man die Tour aus der Sicht des Unfallpunktes bewerten wäre es "nur" ein verunglückter Küstenpaddler, so dicht vor Land sind ja Viele unterwegs, und Viele davon mit weniger Erfahrung, Ausrüstung, und bei schlechterem Wetter.
Aber die Küstenpaddler haben eben keine 1.500km Non-Stop auf offener See hinter sich. Diese Belastungen fordern ihren Tribut.
Bis dann,
Ralf Schmidt
Hätte man vielleicht von dem Geld, was die Suche gekostet hat, ein paar Kinder vor dem Verhungern retten können??
Das heißt jetzt nicht, dass man nicht hätte suchen sollen, sondern evtl. nicht zu fahren.
Mfg Markus
yellow-shark
20.02.2007, 16:59
Hätte man vielleicht von dem Geld, was die Suche gekostet hat, ein paar Kinder vor dem Verhungern retten können??
... dann müßte man noch ganz andere Sachen in Frage stellen. Es wird verdammt viel Geld für unsinnige Dinge ausgegeben. Wo willst Du da anfangen und wo aufhören?
Ein paar Beispiele:
- Rauchen
- teure Autos
- Bundeswehr
- Flugreisen
- Tierschutz
- Regierungen
- freie Wahlen
- und und und
... denk mal drüber nach....
soll heißen, für humanitäre Zwecke muß man nicht unbedingt auf die o.a. Dinge verzichten oder Expeditionen nicht durchführen. Die können und müssen auch unabhängig davon finanziert werden...
Karl-Michael Koch
20.02.2007, 17:43
... dann müßte man noch ganz andere Sachen in Frage stellen. Es wird verdammt viel Geld für unsinnige Dinge ausgegeben. Wo willst Du da anfangen und wo aufhören?
Ein paar Beispiele:
- Rauchen
- teure Autos
- Bundeswehr
- Flugreisen
- Tierschutz
- Regierungen
- freie Wahlen
- und und und
... denk mal drüber nach....
soll heißen, für humanitäre Zwecke muß man nicht unbedingt auf die o.a. Dinge verzichten oder Expeditionen nicht durchführen. Die können und müssen auch unabhängig davon finanziert werden...
... Paddelboote?
Grüße
Michael
Udo Beier (DKV)
20.02.2007, 18:36
Ahoi Ralf!
Andrew McAuley soll sich bis auf Sichtweite der Südinsel von Neuseeland genähert haben. Ca. 75 km vorher setzte er noch um 19 Uhr einen kaum verständlichen Notruf auf Kanal 16 ab. Am nächsten Tag entdeckte ein Flugzeug sein Seekajak. Das später geborgene Kajak war nicht beschädigt. Es fehlt lediglich das Kabinendach, welches nachts bzw. bei Sturm über die Sitzluke geschoben und dort befestigt wurde.
Lt. Zeitungsbericht sollten am Tag des Notrufs moderate Wetterverhältnisse geherrscht haben. Mehr wissen wir nicht und ob dieser Zeitungsbericht stimmt, das wissen wir auch nicht.
Wenn Du nun spekulierst, dass Andrew schlapp machte, als Neuseeland in Sicht kam, so spricht eigentlich dagegen, dass i.d.R. Sportler – wenn überhaupt - erst auf der „Ziellinie“ oder dahinter zusammenbrechen.
Andrew hat 30 Tage und Nächte hintereinander in einem maximal 58 cm breiten Seekajak (nicht in einem Faltboot, einem Zweier oder einem dicken „Kabinen“-Kajak) gesessen & gepaddelt bzw. gelegen & geruht! Wie lange können wir DKV-Forums-Poster es eigentlich hintereinander in einem Seekajak aushalten, ohne auszusteigen? Ich vermute, Adrew ist einfach an seine Grenzen gestoßen. Aus irgendeinem Grund ist er umgekippt und war nicht mehr in der Lage, hochzurollen bzw. wiedereinzusteigen bzw. eine Nacht lang sich an seinem Seekajak festzuhalten.
Über 1.500 km non-stop im Seekajak unterwegs zu sein, dass ist ein „Weltrekord“, der leider mit dem eigenen Leben bezahlt wurde.
In einem anderen Forum ist doch tatsächlich einer auf die Idee gekommen zu behaupten, dass sich diese Tour nur in relativ wenigen Dingen von einer „normalen“ Küstentour unterscheidet. „Die erheblichsten Unterschiede finden im Kopf statt.“ Das ist genauso abstrus, wie zu behaupten, dass ein Sparziergang auf einer Marathonstrecke nur in relativ wenigen Dingen von einem Marathonlauf unterscheidet, und wenn wir nach Unterschieden suchen wollen, sollten wir sie im Kopf des Marathonläufers suchen!?
Ne, Ne:
die Strecke allein (1.525 km),
die Dauerbelastung (30 Tag Non-Stop),
die Gewässerbedingungen (bis 9 Bft)
und die Begleiterscheinungen (z.B. 2 Tage und Nächte keine Zeit zum Essen)machen den eigentlichen Unterschied aus. Und meistern können wir so etwas nur, wenn alles stimmig ist: Psyche & Physis, Paddeltechnik & Ausrüstung, Gewässerbedingungen & Glück.
Gescheitert ist Andrew wahrscheinlich daran, dass er aus irgendeinem uns nicht bekannt Grund einfach nur Pech gehabt hat.:eek:
Gruß aus Hamburg:
Ralf Schmidt
20.02.2007, 19:44
Hi Udo,
Wenn Du nun spekulierst, dass Andrew schlapp machte, als Neuseeland in Sicht kam, so spricht eigentlich dagegen, dass i.d.R. Sportler – wenn überhaupt - erst auf der „Ziellinie“ oder dahinter zusammenbrechen.
Jain. Zum einen würde ich das nicht "schlapp machen" nennen, eher kolabieren (auch wenn der Begriff medizinisch nicht korrekt angewendet ist), oder umgangssprachlich zusammenklappen, die taglange Anspannung ist weg.
Zum anderen stimmt das zwar i.A. mit den Sportlern, aber eben nicht mehr bei Extremevents über Tage oder sogar Wochen, unter heftigsten Bedingungen. Hier gibt es in der Tat einige Präzedenzfälle in denen die Teilnehmer es gerade nicht mehr in's Ziel schafften, die letzten 100m, obwohl sie hunderte oder sogar tausende Kilometer zu Fuss, auf dem Rad, oder sonstwie durch die Arktis, Wüsten, etc. kamen. Mit dem Anblick des Ziel fiel die letzte krampfhaft aufrechterhaltene Körperspannung ab und der Sportler brach zusammen, zum Teil mit Todesfolgen. Ich versuche gerade aus der Erinnerung Fälle über Google zu suchen, ist aber in dem Datenwust nicht eben einfach.
Als "Normalo" kennt man das Gefühl das Ziel vor Augen zu haben, noch einmal alles zu geben. Ab einem gewissen Punkt ist aber auch das vorbei, man schleppt sich durch's Ziel und freut sich erst später drüber. In dem Bereich beginnt man irgendwann abzustumpfen, alles ist egal, man spürt seinen Körper nicht mehr, man handelt wie ein Automat (eigene Erfahrung - wenn auch im sehr viel kleineren Massstab). An dem Punkt beginnt man Fehler zu machen, kommt z.B. auf die Gegenfahrbahn, sieht "Gespenster", etc. Auch wenn Andrew diesen Punkt um ein Vielfaches weiter gesteckt hat als jeder Andere hier, irgendwann ist jeder am Ende.
Ich behaupte in keinster Weise dass es so gewesen sein muss, für mich und aus meiner Erfahrung ist es nur eben die wahrscheinlichste Erklärung.
Bis dann,
Ralf Schmidt
yellow-shark
20.02.2007, 20:02
..... auf jeden Fall auch Paddelbootte ! :D
... dann müßte man noch ganz andere Sachen in Frage stellen. Es wird verdammt viel Geld für unsinnige Dinge ausgegeben. Wo willst Du da anfangen und wo aufhören?
Ein paar Beispiele:
- Rauchen
- teure Autos
- Bundeswehr
- Flugreisen
- Tierschutz
- Regierungen
- freie Wahlen
- und und und
Unsinnige Dinge? -> Regierungen bzw. freie Wahlen ?
Mal im Ernst, die Beispiele waren doch nur so im Scherz gemeint, oder?
Ich meine dass jeder der ein Risiko eingehen will, auch dafür sorgen soll, wie er es finanziert. Das sollte auch für so Themen gelten, wie oben genannt, -> Rauchen.
Wo man da klugerweise anfängt oder aufhört, dafür haben wir ja schließlich sowas wie eine Regierung mit kompetenten Fachleuten. :eek:
MfG Markus
yellow-shark
21.02.2007, 20:07
Unsinnige Dinge? -> Regierungen bzw. freie Wahlen ?
Mal im Ernst, die Beispiele waren doch nur so im Scherz gemeint, oder?
aber natürlich.... hab ich so geschrieben, weil das Beispiel mit den hungernden Kindern nicht so ganz zum Thema paßt, und wenn man der Meinung ist, es paßt zum Thema, dann müßte man die Kreise gaaaaanz weit abstecken. Darauf hin die nicht ernst gemeinten Beispiele.
... ansonsten soll jeder seine Meinung verteten wie es ihm beliebt....
Gerhard Falk
10.03.2007, 15:34
Hallo zusammen!
Irgendein Extrembergsteiger ist mal gefragt worden, warum er auf solche Berge klettere. Die Antwort: Weil sie da sind! Ich glaube jeder hat so "seine Berge", sie sind nur unterschiedlich hoch bzw schwer und manchmal sind sie aus Wasser.
Beste Grüße
Gerhard
michail schreibt:
Solo Lost at Sea
28. Oktober 2008 13:53
Das mussen Sie sehen.
[channel.nationalgeographic.com (http://channel.nationalgeographic.com/episode/solo-lost-at-sea-3620/Overview#tab-Overview)]
Andrew McAuley 1600 km kajaking von Australia to New Zealand...
Michail
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