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Vollständige Version anzeigen : Zweier-Seekajaks im Test


Udo Beier (DKV)
20.02.2007, 19:38
Ahoi!

Im neuesten Heft von KANU MAGAZIN (Nr. 2/07) stellt Norbert Erdmann in dem Beitrag:

„Die Formel Zwei“

einen Testbericht vor, in dem die folgenden Zweier-Kajaks, die allesamt mit mindestens doppelter Abschottung ausgerüstet sind und aus Glasfaserverbundstoffen (z.B. GFK) bestehen, vorgestellt werden:

Francesconi: Alaska K2 530 (541x64 cm; 518 Liter Vol.) – www.kanu-out-door.com (http://www.kanu-out-door.com) ; Gesamteindruck: 2,0
Current Disigns: Libra (672x81 cm; 685 Liter Volumen) – www.cdkayak.com (http://www.cdkayak.com) ; Gesamteindruck: 2,2; Anmerkung: Es gibt noch eine XT-Variante mit 840 Liter Vol. bei ca. 725 cm Länge.
Aquarius: Explorer 565 (577x69 cm; ? Liter Volumen) – www.aquarius.gda.pl (http://www.aquarius.gda.pl) ; Gesamteindruck: 3,8; Anmerkung: Was ist das für ein Testbericht, wenn die Tester noch nicht einmal das Volumen dieses Kajaks ermitteln können.
Prijon: Yukon K2 (558x68 cm; 510 Liter Volumen) – www.prijon.com (http://www.prijon.com) ; Gesamteindruck: 2,3
Welhonpesä: Arctic Star 630 (638x64 cm; 580 Liter Volumen) – www.welhonpesa.fi (http://www.welhonpesa.fi) ; Gesamteindruck: 1,8
Valley: Aleut Sea II (684x64 cm; 685 Liter Volumen) – www.valleyseakayaks.com (http://www.valleyseakayaks.com) ; Gesamteindruck: 1,9Interessamt ist übrigens, wie es dem KM-Testteam gelingt, die verschiedenen Eigenschaften bzgl.

Bootsprofil (träge/agil bzw. unruhig/gutmütig);
Funktion (Steuer, Zugriff u. Dichtheit des Laderaums, Sitzkomfort, Verarbeitung);
Fahreigenschaften (jeweils ohne u. mit Gepäck) (Geradeaus; Tempo; Leichtlauf, Wendigkeit; Anfangs-/Endstabilität; bei Wind & Welle)und Eignungen bzgl.:

Volumenklasse (Sportgeschoss/Wochenendtour/Große Fahrt);
Einsatzbereich (Ententeich/leichte Brise/schwere See)
Skill-O-Meter (Einsteiger/Fortgeschrittener/Experte);
Fahrergröße (zierlich/durchschnittlich/riesig)zumindest graphisch zu quantifizieren bzw. zu bewerten, wobei der oben erwähnte „Gesamteindruck“ nicht das Endergebnis dieser verschiedenen Einzelbewertungen, sondern den subjektiven Eindruck des KM-Testteams zum Ausdruck bringt. Die Testfahrten fanden jedoch nicht an der Küste, sondern auf bayrischen Binnenseen statt.

Auf der Titelseite wird übrigens dieser Bericht wie folgt angekündigt:

„HIGH-END-ZWEIER. Die teuersten Serienkajaks der Welt im Test“

In Anbetracht dessen, dass das „Aquarius“-Boot ca. 1.600 Euro und das „Prijon“-Boot ca. 1.800 Euro kostet, ist das mit dem „teuersten Serienkajaks“ wohl etwas übertrieben. Und da alle getesteten Seekajaks auch nur über die recht simple „Flip-off“-Steueranlagen verfügen, ist das Prädikat „high end“ auch etwas irreführend!

Natürlich können in solchem ein Testbericht nicht alle auf dem Markt angebotenen Zweier (mit mind. doppelter Abschottung) getestet werden. Aber wir hätten erwarten können, dass wenigstens in einer Übersicht alle erhältlichen Zweier-Seekajaks tabellarisch aufgelistet werden.

Außerdem hätten zumindest die beiden weltweit einzigen Zweier mit „integrierter“ Steueranlage in einem „High-End“-Test berücksichtigt werden müssen, zumal sie – wenn auch nicht von „Prijon“ – in Deutschland produziert werden, und zwar:

Lettmann: Pacific Expedition (590x69 cm; ? Lit. Vol.) – www.lettmann.de (http://www.lettmann.de)
Pietsch & Hansen: Hooge (650x63 cm; 560 Liter Volumen) – www.tourenkajak.de (http://www.tourenkajak.de)Ebenfalls hätte auch der folgende finnische Zweier, welcher mit einer elastischen Flossen-Steueranlage ausgerüstet ist, besondere Erwähnung finden müssen:


Kajak-Sport: Unalaska (604x65 cm; 685 Liter Vol.) – www.kajaksport.com (http://www.kajaksport.com)Bei den Seekajaks mit „Flip-off“-Steueranlage vermisse ich u.a. die folgenden Boote:

Polyform: K2000 (560x68 cm; 530 Liter Volumen) – www.polyform.fr (http://www.polyform.fr)
Kirton: M-Ocean (565x66 cm) - www.kirton-kayaks.co.uk (http://www.kirton-kayaks.co.uk)
Lettmann: Eski KII Touring (575x69 cm) – www.lettmann.de (http://www.lettmann.de)
Necky: Amaruk (580x72 cm) – www.necky.com (http://www.necky.com)
Plasmor: Beluga 2 (590x68 cm) – www.plasmor.fr (http://www.plasmor.fr)
Polyform: Calypso (600x65 cm); 605 Liter Volumen) – www.polyform.fr (http://www.polyform.fr)
Wilderness: NorthStar Pro (607x74 cm) – www.wildernesssystems.com (http://www.wildernesssystems.com)
Helmi Sport: Baidarka 2 (611x73 cm; 640 Liter Vol.) – www.helmi-sport.de (http://www.helmi-sport.de)
Welhonpesä: Atlantik (630x63 cm) – www.welhonpesa.fi (http://www.welhonpesa.fi)
Welhonpesä: Kap Horn 2 (645x59 cm) – www.welhonpesa.fi (http://www.welhonpesa.fi)
Polyform: Adonf (645x54 cm) – www.polyform.fr (http://www.polyform.fr)
Nelo: Waterman (670x60 cm) – www.mar-kayaks.pt (http://www.mar-kayaks.pt)
Necky: Nootka Plus (680x69 cm) – www.necky.com (http://www.necky.com)
Nigel Dennis: Triton II (686x58 cm; 472 Liter) – www.seakayakinguk.com (http://www.seakayakinguk.com)
Kirton: Njord II (690x64 cm) - www.kirton-kayaks.co.uk (http://www.kirton-kayaks.co.uk)Gruß aus Hamburg:

michi
20.02.2007, 20:47
Die hätten wohl besser ein Buch darüber schreiben sollen;) ;) ;)

Grüsse Michi

Markus
25.02.2007, 18:17
Ahoi!


Anmerkung: Es gibt noch eine XT-Variante mit 840 Liter Vol. bei ca. 725 cm Länge.


Auf welchem Auto kann man denn ein 725 cm Schiff transportieren?:rolleyes:
Ich glaube ein Fiat 500 darunter sähe doch interessant aus.:D
MfG Markus

Ralf Schmidt
25.02.2007, 19:21
Hi Markus,
Anhänger!?
Oder eben Bus, etc. Selbiges Problem stellt sich ja für alle Ruderer, Segelbootfahrer etc.

Bis dann,
Ralf Schmidt
Ein K4 hat 11m....

Udo Beier (DKV)
25.02.2007, 20:58
Ahoi!

In der Tat ist die XT-Variante des "Libra", dem extralangen Zweier von CURRENT DESIGNS, mit 725 cm recht ausladend:eek: , aber geteilt kommen wir auf 362,5 cm:) , und damit passt er von der Länge her auch auf einen Fiat 500. Hoffentlich wird aber die Dachlast nicht überschritten.:confused:

Gruß aus Hamburg:

Kasi
26.02.2007, 06:57
Hallo,

ist wohl weniger eine Frage des Könnens als des Dürfens... ;-)

Gruß
Karsten

Matze
26.02.2007, 08:14
Ach ja,das Kanu Magazin. Immer wieder interessant was die da so als Test verkaufen. Besonders die Auswahl der Boote und das Testgebiet. Wie war das doch gleich mit den Äpfeln und den Birnen?

canoe
26.02.2007, 10:07
Der erste Entwurf ist immer der schwerste! Kann der Referent für Küstenwandern denn nicht einmal einen wirklich brauchbaren Bootstest organisieren, aus dem dann auch ALLE Informationen hervorgehen inklusive einem ojektiven Gesamteindruck.
Freue mich schon auf die Veröffentlichung.

Frank F
26.02.2007, 15:30
Unbesehen von allem, was mich vom Verfasser an anderer Stelle trennt möchte ich ihm in der Sache unbedingt recht geben:
Was da im KM imho marktschreierisch zum Besten gegeben wird ist alles andere als ein (1) umfassender Test (2) der teuersten Serienkajaks. Allerdings auch das: Wer diese Ankündigungen des KM als regelmässiger Leser noch ernst nimmt, ist im Grunde selber Schuld.
Gruß, Frank

rainer207
26.02.2007, 16:49
Ohne mich in fremde Händel einmischen zu wollen-ich registriere, daß U.B.aufs Haupt bekommt, sobald er es hebt,und seis auch nur in obligater Distanzierung im Nebensatz.Was hat er denn verbrochen?
Hat er einen Kenterbruder absaufen lassen, jemanden hinter der Düne mit dem Paddel gemeuchelt?Ist es das antiquiert-zünftige "Ahoi", die etwas zerquälte Gründlichkeit seiner immerhin substantiellen Berichte
Ich vermute, der Arme erfüllt tapfer eine wichtige Rolle als Buh-Funktionär innerhalb der anarchischen Paddlergemeinde,das macht er gut, und jeder hilft ihm gern dabei
Kopf hoch ,Udo, aber vorsichtig!
Gruß Rainer/Hagsfeld

yellow-shark
26.02.2007, 17:56
... ich fand die Berichtsüberschrift auch etwas daneben. Die Ausgewählten Boote spiegeln meiner Meinung nach auch nicht den Markt wieder. Lieber jede Ausgabe ein Einzeltest als diese zufällige Mischung an Booten. Ich denke, man hat genommen was da war.

Ralf Schmidt
26.02.2007, 19:55
Hi Rainer,
bist Du mutig? Dann stell die Frage doch mal, genau so blauäugig, im Seekajakforum :D
Udo hat eine grooosse Zahl an "speziellen Freunden", bei einigen spürt man direkt wie sie bei dem Namen die 45er zücken...:eek:
Was genau "damals" gelaufen ist - keine Ahnung, bzw. persönliche Mails dazu habe ich erstmal ignoriert resp. gefiltert, zumal die "Ankläger" auch nicht immer ganz sauber auftreten.
Und: Ist mir persönlich auch egal.
Ich finde sein Engagement gut, ob nun vom (DKV-)Volk gewählt, vom Vorstand eingesetzt oder selbsternannt :)

Bis dann,
Ralf Schmidt

Frank F
26.02.2007, 20:29
Rainer und Ralf - lasst das doch lieber: das ist nicht Euer Ding, meine ich.

Und zurück zum KM-Test:
Selbst für Oberbayern und das dort im Umkreis von Rosenheim und München erhältliche Material empfand ich die Auswahl der Zweierkajaks als nett aber dann doch ziemlich willkürlich oder einfallslos - was wohl auch daran liegen mag, dass Seekajakfahren in Oberbayern etwa so populär ist wie Alp(b?)hornblasen in Ostfriesland.

Was so alles fehlt, das schreibt Udo plus einige follow-ups. Dass ein paar Boote mehr davon im nicht zu weiten Umkreis (am Bodensee etwa) erhältlich gewesen wären, ist den Linklisten oder Beiträgen in z.B. http://www.forum.spierentonne.de aufzufinden.

So viel noch einmal, um ins Thema zurück zu locken.
Grüße, Frank

Ralf Schmidt
26.02.2007, 20:45
Hi Frank,
hast Du "das Ding" für Dich gebucht?
Lasst einfach die dauernden Tiefschläge in jedem zweiten Satz, dann stellt dazu auch kein Unbedarfter diese Art Fragen. Die ergeben sich nämlich nicht aus Udos Beiträgen sondern dem Gift das seit Ewigkeiten in seinem Fahrwasser verspritzt wird. Also bitte nicht den Moralischen machen sondern selbst einfach ein klitzekleines bisschen besser in den Griff bekommen, dann klappt das auch mit der "Nettiquette". Einfach mal den Pawlow Pawlow sein lassen....

Bis dann,
Ralf Schmidt

rainer207
27.02.2007, 08:28
Ralf: Ja, ich bin mutig, verzichte aber auf weitere Fragen
Frank:Freundschaft und gerne wieder zur Sache

Gruß Rainer/Hagsfeld

rainer207
28.02.2007, 16:46
Frank: Habe mich zu entschuldigen
Ralf:Danke für den temperamentvollen Beistand;es hat wirklich jeder gut gemeint
Herzliche Grüße nach beiden Richtungen

Rainer/Hagsfeld

Udo Beier (DKV)
28.02.2007, 18:09
Ahoi!

Canoe hat hier als 8. Posting mich gebeten, "einen wirklich brauchbaren Bootstest zu organisieren, aus dem dann auch ALLE Informationen hervorgehen inklusive einem objektiven Gesamteindruck."

Nun, abgesehen davon, dass ich mich für "Zweier"-Seekajaks nicht interessiere, ist ein solcher vergleichender Test - egal ob nun für Einer oder Zweier - nur mit einem Aufwand zu realisieren, den Amateure - wie wir alle ja sind - nicht bereit sind, in Kauf zu nehmen.

Die Durchführung von "Einzeltests" - wie sie yellow-shark fordert - ist da schon leichter zu realisieren, obwohl wir auch da Schwierigkeiten bekommen werden, wenn unser Urteil einen "objektiven Gesamteindruck" beinhalten sollte.

Deshalb habe ich bei meinen vielen "Testberichten", die ich mal früher zur "Freude" der Hersteller, Händler & ihrer Sympathisanten erstellte (manche von denen sind mir deshalb heute noch "böse"), auch nur versucht, darauf zu achten, ob das Seekajak gewisse "Macken" hat (hier: was Ausrüstung und Fahrverhalten betrifft) (z.B. "Wenn der Kahn bohrt, dann taucht er nur unwillig wieder auf!", "Die Sitzluke bietet keinen Schenkelhalt!", "Die Gepäckluken sind nicht kentertüchtig!", "Das Steuerblatt wird in der Brandung verbogen!", "Die Spritzdecke lässt sich bei Stress nicht schließen!", "Die PE-Schüssel giert stets nach Backbord!").

Gelobt habe ich die von mir getesteten Seekajak sehr selten; denn ein solches Lob (z.B. "Fährt wie auf Schienen!" bzw. "Ist überhaupt nicht kipplig!", "Durchschneidet die Wellen wie Butter!", "Läuft sehr schnell!") hat ja in erster Linie auch etwas mit dem Fahrkönnen des Testers und den Gewässerbedingungen zu tun.

Als ich dann mal merkte, dass es wohl Unterschiede zwischen den Seekajaks renommierter Seekajakhersteller (hier: Valley, P&H, North Shore, Nigel Dennis, Lettmann, Pietsch & Hansen, Kajak Sport, Point 65°) gibt, aber dass diese Unterschied bei den normalen Touren entlang der Küste gar nicht so tourentscheidend sind, wie die Unterschiede zwischen den Kanutinnen bzw. Kanuten, die in diesen Kajaks sitzen, fehlte mir die Motivation, weiter solche Tests durchzuführen.

Für die, die es noch nicht verstanden haben: Wer sich eines der Seekajaks der obigen Hersteller kauft, kann eigentlich nicht so viel falsch machen; denn sie sind alle mind. doppelt abgeschottet, sind mit Lenzpumpe und Kompass ausrüstbar und haben ein Kartendeck und Rettungshalteleinen. Auf Folgendes sollte dabei noch geachtet werden:

a) Das Seekajak sollte so zwischen 500 - 550 cm lang sein und zwischen 52-58 cm breit sein und vom Volumen und der Sitzluke her der Größe und dem Gewicht des Kanuten (inkl. seinem Gepäcktransportbedarf) entsprechen.

b) Wer immer nur auf felsigen Grund anlanden möchte, sollte sich für ein PE-Seekajak entscheiden.

c) Wenn er sich für eine Heckumklappsteueranlage entscheidet, sollte er damit rechnen, dass sie bei Brandung von der Seite verbiegen kann.

d) Soll es ein Skeg-Boot werden, empfiehlt es sich, einen Knickspanter zu wählen, damit das Kurven durch Ankanten leichter funktioniert. Generell soll er sich gefasst machen, dass ein Skeg-Boot nicht so leicht beherrschbar ist wie ein Steuer-Boot.

Ja, das ist es schon. Alles andere ist "halb so wichtig"; denn in erster Linie kommt es auf den Menschen und nicht auf sein Seekajak an, zumindest solange wir nur Küstenkanuwandern betreiben wollen und uns nicht für ein x-beliebiges Kajak entscheiden, nur weil dessen Bug & Heck gen Himmel zeigt!

Natürlich kann man zum Kauf eines Seekajaks noch mehr schreiben. Wen's interessiert, möge einen der folgenden Beiträge auf der DKV-Homepage downloaden:

www.kanu.de/nuke/downloads/Seekajakkauf-Stichpunkte.pdf (http://www.kanu.de/nuke/downloads/Seekajakkauf-Stichpunkte.pdf) (Kurzfassung)
www.kanu.de/nuke/downloads/Seekajakkauf-Hinweise.pdf (http://www.kanu.de/nuke/downloads/Seekajakkauf-Hinweise.pdf) (Langfassung)

Gruß aus Hamburg: