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Vollständige Version anzeigen : Erstkauf Kajak


Kajakhexe
11.05.2009, 16:58
Hallo liebe Wasserfreunde,

nachdem wir uns im Urlaub schon öfter Kajaks, Canadier... ausgeliehen haben, möchten wir uns jetzt ein eigenes Wanderkajak anschaffen.
Dazu hätten wir sehr gern Hilfe bei der Kaufentscheidung.
Es soll ein Zweisitzer sein. Wir planen insbesondere Tagestouren auf Seen (MV, SH)
und auch kleineren Flüssen, auch mal auf der Elbe.

Was ist nun für uns geeignet. Ein offenes Kajak oder besser 2 Einstiege?
Welches Material? Auf Grund des Transportes darf es auch nicht zu schwer sein aber es soll schon haltbar sein.
Bin für jeden Tipp dankbar.

Chillosaurus
11.05.2009, 18:10
[...]Was ist nun für uns geeignet. Ein offenes Kajak oder besser 2 Einstiege?
Welches Material? Auf Grund des Transportes darf es auch nicht zu schwer sein aber es soll schon haltbar sein.
Bin für jeden Tipp dankbar.

Material: auf jeden Fall Laminat, Glas/ Karbon oder Kevlar-mix, wenn es mehr aushalten soll und das Portmonnaie dies hergibt. Lebenserwartung mind. 35 Jahre, vorrausgesetzt korrekte Pflege (Wasser rausmachen und UV-geschützt lagern).

2 Luken: trockener, höhere Steifigkeit, Stabilität, Boote sind häufig sogar etwas leichter.

1 Luke: leichteres Beladen, mehr Variabilität

McLane
11.05.2009, 18:59
Auf jeden Fall eines mit zwei Luken. Denn dies kann man mit Spritzdecken verschließen, hat so bei Regen kein Wasser im Boot, kann auch eine spritzigere Strecke fahren, bekommt dort und in Bootsrutschen kein Wasser ins Boot. Solche Booten haben Gepäckluken, die wirklich dicht sind und Tages- wie auch Mehrtagestouren ermöglichen.

Diese Boote haben meist auch die bessere, die schnittegere Bootsform. Am Anfang mag man die breiten, offenen Boote mögen weil man sich sicherer drin fühlt. Mit dem schnell wachsenden Können erweisen sich dann diese Merkmale als störend weil die Boote zu unbeweglich und zu langsam sind.

Material und die konkrete Bootsform hängen dann vom Geld und von den Gewässern ab, die man fahren wird. Häufig wird dabei die eigene Entwicklungsfähigkeit unterschätzt.

fritzbernd
12.05.2009, 16:24
... Wanderkajak ...
Es soll ein Zweisitzer sein. Wir planen insbesondere Tagestouren auf Seen (MV, SH)
und auch kleineren Flüssen, auch mal auf der Elbe.


...offenes Kajak oder besser 2 Einstiege?
Welches Material? Auf Grund des Transportes darf es auch nicht zu schwer sein aber es soll schon haltbar sein...


Hallo Kajakhexe,

da du (oder ihr) ja schon recht konkrete Vorstellungen hast (habt), was Bootstyp und -verwendung angeht, solltest du dich an den Kanushop deines Vertrauens wenden und dich dort eingehend beraten lassen und vor allem auch eingehend die Boote testen, die in Frage kommen. Testen, testen, testen und vergleichen. Hab dabei Geduld - gekauft ist schnell - das Boot hast du länger!

Ein offenes Kajak ist eher etwas für gelegentliches "Herumpaddeln" bei Schönwetter und weniger geeignet, wenn das Paddeln zum "ernsthaften" Hobby werden soll - im Prinzip kann ich da McLane nur zustimmen.

Bei der Materialwahl solltest du überlegen, wo du deine Prioritäten setzt - Laminat, Glas/ Karbon oder Kevlar-mix, wie es Chillosaurus präferiert, sind zwar ein paar kg leichter als PE, aber auch entsprechend teurer und anfälliger als dieses. Ein PE- (oder HTP)-Boot von Prijon kannst du auch schon mal ohne größere Folgen auf einen Stein im flachen Wasser aufsetzen oder voll beladen über Schotter aus dem Wasser ziehen. Ein laminiertes Boot verzeiht dir das nicht!

Der Gewichtsunterschied Laminat - PE ist wiederum nicht so riesig, dass es Auswirkungen auf den Bootstransport haben sollte. Ein normaler Zweier lässt sich auf jeden Fall auch auf einem normalen PKW transportieren und sich auch zu zweit ohne Probleme zu Wasser lassen oder umtragen.
Sollte der Transport nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich sein, kommt ohnehin nur ein "Falter" in Frage.

Ein nicht zu unterschätzender - am Ende vielleicht der wichtigste - Faktor ist auch der, ob dir das Boot gefällt - hast du dich einmal in eins verliebt, siehst du eh´nur die Vorteile (wie im wahren Leben!!!)...:rolleyes:

Also dann - viel Glück bei der Bootswahl :)

Hier noch ein Link zu den Kanuhändlern, die auch der DKV empfiehlt:

http://www.kanu.de/go/dkv/home/marketing/haendler.xhtml

Gruß fb:)

Chillosaurus
13.05.2009, 08:42
[...]Laminat, Glas/ Karbon oder Kevlar-mix, wie es Chillosaurus präferiert, sind zwar ein paar kg leichter als PE, aber auch entsprechend teurer und anfälliger als dieses. Ein PE- (oder HTP)-Boot von Prijon kannst du auch schon mal ohne größere Folgen auf einen Stein im flachen Wasser aufsetzen oder voll beladen über Schotter aus dem Wasser ziehen. Ein laminiertes Boot verzeiht dir das nicht!

Der Gewichtsunterschied Laminat - PE ist wiederum nicht so riesig, dass es Auswirkungen auf den Bootstransport haben sollte. Ein normaler Zweier lässt sich auf jeden Fall auch auf einem normalen PKW transportieren und sich auch zu zweit ohne Probleme zu Wasser lassen oder umtragen.
[...]

kleines Beispiel hierzu:
Ein Einerkajak in Carbolight wiegt ca. 7,5 kg
Das gleiche Boot in PE wiegt etwa 12-15 kg
Für ein Krafttraining im Boot wird empfohlen ein Zusatzgewicht in Höhe von 5-7,5 kg mit an Bord zu nehmen.
Ersteres wird wahrscheinlich 2-4 mal so alt, wie zweiteres.
Es ist halt alles eine Frage der Pflege. Wer bei einem Laminatboot tiefe Kratzer rechtzeitig versiegelt, immer das Wasser 'rausmacht und die Lagerung beachten, der wird von diesem sicherlich überlebt.
Mit dem Transport kommt das stark auf den PKW an. Hierbei ist Dachlast, Gesamtlast, Traglast des Dachgepäckträgers, Position der Holme und Befestigungsmöglichkeiten, sowie Länge des Bootes zu beachten. Da es sich für Touren auf Seen empfiehlt ein eher längeres Boot zu wählen, wegen dem besseren Geradeauslauf und der höheren Geschwindigkeit insbesondere bei Wind, muss je nach Fahrzeugtyp über eine Bootsteilung nachgedacht werden.

Wenn es ein gebrauchter sein soll, habe ich gerade diesen gesehen:
http://www.kanubox.de/kanubox/index.php?method=showdetails&list=advertisement&rollid=1481&fromfromlist=classifiedscategory&fromfrommethod=showhtmllist&fromfromid=16 vllt. wollt ihr euch den mal ansehen.

fritzbernd
13.05.2009, 10:56
...kleines Beispiel hierzu:
Ein Einerkajak in Carbolight wiegt ca. 7,5 kg
Das gleiche Boot in PE wiegt etwa 12-15 kg
Für ein Krafttraining im Boot wird empfohlen ein Zusatzgewicht in Höhe von 5-7,5 kg mit an Bord zu nehmen.
...

Der Vergleich hinkt (das haben Vergleiche so an sich;) ) - ich hab noch keinen Wander-Einer gesehen, der 7,5kg wiegt. Worüber Chillosurus spricht, sind 3,50m lange Slalomboote oder ähnliche Kategorien.

Wenn Vergleiche, dann auch Themenbezogen - also sprechen wir von Wander-"Zweiern"!!!:

Der Wanderzweier "Youkon K2 Sport" von Prijon aus Carbon Aramid zum Beispiel wiegt genau wie der von Chillosaurus empfohlene Lettmann "Ozean Expedition" 25kg und kostet neu 2620 €uronen, der Lettmann lt. Angabe im Inserat sogar fast 4000!:eek: .

Ein vergleichbarer "Excursion" von Prijon - ein Zweisitzer aus HTP - mit ähnlichen Abmaßen, Stauraum etc. wiegt stolze 37kg (Es gibt aber auch leichtere Boote aus PE, das ist wie gesagt nur ein Beispiel!)-
Zugegeben ist das kein geriger Unterschied, wenn man unbedingt sehr schnell unterwegs sein will. Aber niemals ist es doppelt so viel, wie es das oben zitierte Beispiel suggeriert.:cool:

Auf einer Gepäcktour, auf der es nicht auf Höchsttempo und auch nicht auf ein paar geschrubbte Kilometer mehr oder weniger ankommt, fallen die paar kg (mögliche Zuladung 260(!)kg) aber kaum ins Gewicht. Wenn der Pott einmal läuft, läuft er... (mit ein paar kg Zuladung sogar manchmal besser!)

Dafür kostet er neu aber auch "nur" 1629 €uronen - also einen schlappen Tausender weniger, als sein leichterer Bruder.;)

Der Transport mit einem Smart oder Lupo könnte schon etwas problematisch werden, wegen der Länge, aber selbst mit einem Polo sind die 5,20m und 37kg noch zu bewältigen und kein Problem, weder wegen der zulässigen Dachlast, noch wegen des Überstandes nach hinten.

Zur Haltbarkeit - hier sprechen wir über Dimensionen, die jenseits der Überschaubarkeit liegen. Auch ein Laminatboot unterliegt - wie jedes Ding auf der Welt - einem Alterungsprozess, von der Anfälligkeit gegen Schlag und Stoß mal ganz abgesehen. Und an einem PE-Boot kann man bei sachgemäßer Lagerung und guter Pflege und natürlich regelmäßiger Nutzung durchaus auch viele viele Jahre lang Freude haben.

Am Ende ist alles nur eine Frage der Philosophie, des Geschmacks und letztendlich des Geldbeutels...:)

Gruß fb:)

Kajakhexe
22.05.2009, 13:58
Erst mal Danke für die Tipps. Eine Entscheidung ist gar nicht so einfach. Haben in unserem Kurzurlaub einen Prijon Capri 2 getestet, aber das Boot hat uns nicht überzeugt. Es lag ziemlich hoch über der Wasseroberfläche und war recht kipplig, obwohl gerade das laut Beschreibung nicht der Fall sein sollte. Der Preis spielt natürlich auch eine Rolle. Momentan sehen wir uns eigentlich als Gelegenheitspaddler bei Sonnenschein, aber vielleicht steigen die Ansprüche mit eigenem Boot dann doch recht schnell. Eigentlich hatten wir einen offenen Zweier favorisiert, aber da werden wir noch mal zum Fachhändler fahren und uns intensiv beraten lassen.

Chillosaurus
22.05.2009, 21:26
Chillosurus spricht, sind 3,50m lange Slalomboote oder ähnliche Kategorien.
[...]
Korrekt, da solche Boote standarisierte Maße haben. Bei den Wanderbooten sind die Unterschiede zu groß für einen passenden Vergleich.
Wenn Vergleich, dann auch vergleichbar!

McLane
23.05.2009, 07:22
Haben in unserem Kurzurlaub einen Prijon Capri 2 getestet, aber das Boot hat uns nicht überzeugt. Es lag ziemlich hoch über der Wasseroberfläche und war recht kipplig, obwohl gerade das laut Beschreibung nicht der Fall sein sollte.

....

Eigentlich hatten wir einen offenen Zweier favorisiert, aber da werden wir noch mal zum Fachhändler fahren und uns intensiv beraten lassen.

Grundsätzlich ist ein Capri alles andere als kippelig. Das ihr es zur Zeit ganz anders empfindet liegt an euren derzeitigen Fahrfähigkeiten. Wenn ihr aber häufiger fahrt, dann entwickelt ihr euch sehr schnell weiter.

Scih von einem Fachhändler beraten zu lassen ist eine gute Idee, so lernt iht schonmal verschiedene Boote von der theoretischen Seite her kennen. Viel wichtiger ist es aber verschiedene Boote auf dem Wasser zu probieren. Dazu kann man soclhe Boote leihen, kostet sicher einiges, lohnt sich aber, da man eine Fehlausgabe vermeiden kann. Günstiger ist es sich einem Verein anszuschließen und so auch unmittelbar von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Kajakhexe
01.06.2009, 10:37
Hat schon mal jemand etwas von Parija Booten gehört bzw. Erfahrungen damit?