Vollständige Version anzeigen : Materialfrage
Moin zusammen !
Da ich langsam auch selbst glaube,dass es die Wollmilchsau nicht gibt,werde ich meinen Taifun als Kleinflußsau behalten und noch ein schnelleres Wanderboot für größere Flüsse/Seen kaufen wollen.Wie langlebig ist GFK (ein 23 Jahre alter Lettmann Combi 2002 und ein 6jähriger Bavaria Rallye sind im Angebot),und wie sieht es insbesondere mit ökologischen Aspekten aus:Ist PE nicht umweltfreundlicher?Ist 3lagiges PE grundsätzlich besser als 1lagiges?
Ist rotiertes schlechter als geblasenes (Prijon)?:rolleyes:
Thanx a lot + keep on paddling ! Grüße , jerry
Ralf Schmidt
02.03.2007, 13:46
Hallo Jerry,
zur Lebensdauer von GfK: Ich sage mal so zwischen 1 und 100 Jahren.
Hhhmmm..., ziemlich ungenau, oder? :D
Ja, ziemlich ungenau.
Weil: Die Einflussgrössen sind unermesslich. Ein GfK Boot wird a) durch Abnutzung und b) durch einmalige Belastungen "verschlissen". Soll heissen man kann ein GfK Boot durch brutales Handling binnen kürzester Zeit zur Schrottreife bringen, siehe z.B. die ersten GfK-Wildwasserboote die praktisch täglich geflickt wurden. Dagegen stehen die Edelboote älterer Vereinsmitglieder, ca. 5x im Jahr im Wasser, Ein-/Ausstieg ausschliesslich am Steg, ansonsten schön trocken in der Halle gelagert. Die halten praktisch ewig. Ein Boot wird nicht im Wasser zerstört sondern beim Anlanden, auf Steinen, und ganz oft beim Transport und bei der Lagerung. Immer hinterm Haus in der prallen Sonne ist dem Material auf Dauer abträglich, kommt aber sehr stark auf die Materialien und die Deckschicht (Natur, Lack, Gelcoat, ...) an.
Schau' Dir also die Boote an (ein Rally ist KEIN schnelles Wanderboot...), gibt's Risse, starke/tiefe Kratzer, Abplatzungen etc. Entsprechend kannst Du darauf planen wie Du das Boot einsetzen möchtest und Dir daraus eine Restlaufzeit zusammenstellen.
Zu den ganzen PEs gibt es sehr viele Meinungen, ich denke einfach was da z.B. mit meinem Prijon-Boot schon gemacht wurde werde ich nie tun, entsprechend sollte ich auf der sicheren Seite sein.
Wenn Du also Seen und Flüsse fahren willst wirst Du mit einem günstigen GfK Boot gut hinkommen, bist Du eher gnadenlos zum Material nimm entweder hochwertiges GfK oder gleich PE. Welches PE wird dann sowieso stark vom Boot abhängen das Du Dir zulegen willst, in den spezifischen Wanderbereichen ist der Markt da schon sehr viel kleiner als bei den WW-Schüsseln. Was mich immer wieder zu Prijon bringt ist aber nicht nur das sehr hochwertige HTP sondern die Sitzanlagen die mir persönlich perfekt passen. Insbesondere in den amerikanischen Teilen kann ich noch ne Kiste Bier neben mich stellen - entsprechend wenig Bootskontakt habe ich darin.
Wenn Du den Combi fahren kannst (23 Jahre alt ist aber der 2000er) und er noch brauchbar aussieht kann man damit nicht viel falsch machen. Der Rally ist eher ein Rentnerteil - aus meiner Sicht.
Bis dann,
Ralf Schmidt
Chillosaurus
02.03.2007, 14:49
Man geht davon aus, dass Laminierte Boote, nach ca. 30-35 Jahren anfangen schlechter zu werden, wenn sie normal gehandhabt werden.
PE- Boote hingegen halten ca. 10-15 Jahre, bevor sie deutlich an Robustheit verlieren (gilt für alle PE-Boote, auch wen Toni 'was anderes sagt).
Geblasen vs. Rotiert:
Bedeutendster Unterschied ist wahrscheinlich das Gewicht. Rotierte Boote sind häufig leicher (wenn es gute Boote sine) als Geblasene, da durch das Rotierverfahren die Stellen größter Belastung verstärkt mit Material versehen werden. Beim Blasen, hat das gesamte Boot eine ähnlich dicke Außenwand.
Zur Umweltfrage:
Laminierte Boote werden mit Hilfe von Kunstgewebe und Harzen hergestellt. Diese werden (ausnahme der Lettmann Prototyp aus Hanf) mit Hilfe von beispielsweise Erdöl gewonnen und nagen so an den Naturressourcen. Wenn dann Boot nicht mehr zu gebrauchen seien sollte (wird es wohl eher nicht sein, da man es immer wieder sehr leicht flicken kann) ist es Sondermüll.
PE-Boote sind zwar von daher Umweltfreundlich, dass alte Boote häufig nochmals wieder eingeschmolzen werden können und weiter verarbeitet werden können. Allerdings ist die dafür benötigte Wärmeenergie nicht gerade gering. Um ein solches Boot zu backen sind immerhin ca. 200 ° C nötig. Ich glaube, dass beide Materialien bei der Umweltfrage in etwa gleich abschneiden.
Moin Ralf + Saurus + vielen Dank!Wenn ich Eure Aussagen richtig deute,dann macht ein Gebrauchtkauf beim großen Auktionshaus mit E weniger Sinn,denn die angebotenen Kayaks sind aus GFK,und das muß ich wohl in Augenschein nehmen...Leider ist der 2nd-Handmarkt nicht doll bestückt...Ich beobachte auch noch einen Necky Alsek-kennt den jemand?Es muß kein Rennboot sein,aber deutlich schneller als der alte Taifun.
So long....jerry
Ralf Schmidt
02.03.2007, 19:58
Hi Jerry,
auch ein PE-Kajak sollte man sich ansehen, insbesondere die älteren. Sehr oft ist es nicht die Aussenhaut die fertig ist sondern Sitze, Gurte/Befestigungen, Fusstützen oder Prallplatten, etc.
ABER: Ich habe ca. 15 Boote bei ebay ge- und auch wieder verkauft. Lief immer problemlos ab, nie unliebsame Überraschungen gehabt. Das ist die andere Seite.
Im Moment sind übrigens zwei "schnelle" PE-Boote drin, zwei weisse Prijon Belugas, laufen ganz gut, trotzdem noch handlich, man sollte aber schon etwas Bootsgefühl mitbringen. Hinten geschottet mit ausreichend Volumen. Leider in Berlin.
Oder geh' auf einen der Bootsflohmärkte. Oder: Such einen Verleiher, die verkaufen normalerweise auch ihre Testboote günstig ab.
Wo immer "schnelle Wanderboote" - sprich Seekajaks - angeboten werden ist beim www.seekajakforum.de (http://www.seekajakforum.de), ausserdem bei Globetrotter im Gebrauchtmarkt, und noch einige mehr.
Und: In vielen Vereinen hängen Boote zum Verkauf aus, einfach mal anklopfen.
Auf jeden Fall solltest Du erst mal ein paar Typen fahren um Deine Suche etwas einzugrenzen. Wichtig ist auch sich einen Überblick über die Preise zu machen, gebrauchte Kajaks werden teilweise zu unverschämt hohen Preisen gehandelt.
Bis dann,
Ralf Schmidt
Hallo Jerry, ich fahre einen Necky Alsec und bin sehr zufrieden damit. Er ist wendig und auch relativ schnell. ( Was knappe 4,30 m eben so hergeben )
Gruß Gunter
Hi Jerry
Ich hatte bis vor kurzen noch Boote aus rotierten PE bin aber jetzt auf die geblassen umgestiegen da sie einfach Formstabiler sind als die rotierten.Besonders eines (ichwerde hier keine Hersteller nennen ) war nach 2 jahren wie ein nasser Laben:mad:
Grüsse Michi
spreewaldkanu
03.03.2007, 08:26
hallo jerry,
ich habe einen alsek im verleih, m.e. ist es ein boot für kräftigere paddler, d.h. ab 70 kg aufwärts, schönes boot, wird gern genommen,
grützle vom wo.
Chillosaurus
03.03.2007, 13:33
Hi Jerry
Ich hatte bis vor kurzen noch Boote aus rotierten PE bin aber jetzt auf die geblassen umgestiegen da sie einfach Formstabiler sind als die rotierten.Besonders eines (ichwerde hier keine Hersteller nennen ) war nach 2 jahren wie ein nasser Laben:mad:
Grüsse Michi
Tut mir Leid, dass du so viel Pech gehabt hast. Für das Rotierverfahren, wäre es nicht schwer identisch formstabile Boote herzustellen, wie die geblasen. Diese wären dann aber genauso schwer wie die geblasen. Deshalb nutzt man Schumversteifungen.
Ich habe eher schlechte Erfahrungen mit 'nem geblasen Boot gemacht, dass extrem weich war, d.h. sehr schnell Kratzer etc. bekam, sich zudem auf dem Dachgepäckträger total verformt hat und beinahe 30 kg wog!
- Mein Dagger hält hingegen immer noch.
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