Vollständige Version anzeigen : EPP, Westenpflicht, Helmpflicht....
Ralf Schmidt
14.03.2007, 20:28
Hiya,
diese ganzen Themen kamen mir in den Sinn als heute Nachmittag auf dem Weg zum Eskimotieren ein Beitrag in SWR3 lief über den Verbots- und Regulierungswahn der Deutschen.
Aktuell häufen sich ja wieder die Hirnpüpse der Politiker irgendwie Alles verbieten zu wollen ohne auch nur im Geringsten einen Gedanken daran zu verschwenden warum etwas so ist wie's ist. Wer was auf sich hält erlässt ein Gesetz, oder zumindest ein Verbot, oder im Kleinen eine Ausführungsbestimmung, eine Verordnung, eine Umsetzungsrichtlinie, und noch weiter "unten" in der Legislaturhirarchie eine Anmerkung zu einer Umsetzungsrichtlinie oder zumindest einen Querverweis oder eine Fussnote oder eine Begriffsdefinition.
In eben jenem Teufelskreis scheinen sich auch aktuell die Paddelfunktionäre und Wirtshausstrategen zu befinden, jeder fühlt sich berufen, wenn nicht sogar bestimmt, etwas festzulegen, zu normieren, zu verbieten - oder zu gebieten, zu definieren, und was weiss ich noch alles.
Sicherlich macht es bis zu einem gewissen Grad Sinn auch sportliche Aktivitäten in gewisse Regularien zu packen, sei es für Wettkämpfe, oder wenn es um professionelle Ausbildung oder natürlich das Verhalten auf (Schiffs-)Verkehrswegen handelt. Wenn es aber derart ausartet dass nur noch stumpfsinnig Regularien erlassen - und ebenso stumpfsinnig umgesetzt werden - frage ich mich was das noch mit dem Paddelsport zu tun hat. Paddeln ist für mich einfach "Raus", auf's Wasser, abschalten, Gas geben oder mit Paddelkollegen 'ne ruhige Runde mit abschliessendem Biergartenbesuch zu fahren, mir den Wind um die Nase wehen und die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen. Auch wenn's regnet.
Leider hat die heutige All-Inclusive und Rundumversicherungsmentalität auch hier nicht Halt gemacht, das Denken überlässt man den Gesetzgebenden und ist dadurch immer auf der sicheren Seite indem man die erlassenen Regeln bis zum i-Punkt genau umsetzt und einhält. Und wehe dem der das anders sieht: Schimpf und Schande über die Westenmuffel, die EPP-Verweigerer und anderen subversiven Elemente die sich nicht den Spielregeln der "Kleinen Könige" unterwerfen wollen. Die sind dann schnell ausgebuht und ausgegrenzt: Kein EPP? Du darfst nicht mitspielen! Du nimmst das einfach nicht ernst genug!
Ich werde, ausgelöst durch diese ganzen Entgleisungen im Deutschen Regelwahn, zukünftig genauestens überlegen was wirklich sein muss und was nicht, und entsprechend handeln. Weste - ja, wo nötig und sinnvoll. EPP? Werde ich mir mal ansehen, ich denke aber mehr durch Paddeltechnikbücher an Sicherheit zu gewinnen als an irgendwelchen total verqueren Vorschriften und Schubladenpressen. Solange ich meine Kids nicht dabei habe heisst die Devise: So wenig Gedanken machen wie möglich, und nur so viel wie (unbedingt) nötig.
Bis dann,
Ralf Schmidt
Musste einfach raus :D
Hallo,
genauso sehe ich das auch. Je mehr ich vorgeschrieben bekomme, desto größer ist meine Lust auf Verweigerung! Ich behalte mir immer noch vor, selbst zu denken und Entscheidungen zu treffen. Das gilt genauso für's Autofahren wie für's Paddeln. Ich entscheide selbst, ob ich zu schnell fahre oder ohne Helm paddle. Und wenn die Regulierer was dagegen haben, sollen sie halt versuchen, mich beim Nichtbeachten der Vorschriften zu erwischen. Basta. Und auf meiner Stirn habe ich nicht das Wort "Vorbild" eintätowiert...
Ciao
Martina
:cool:
Hallo,
genauso sehe ich das auch. Je mehr ich vorgeschrieben bekomme, desto größer ist meine Lust auf Verweigerung! Ich behalte mir immer noch vor, selbst zu denken und Entscheidungen zu treffen. Das gilt genauso für's Autofahren wie für's Paddeln. Ich entscheide selbst, ob ich zu schnell fahre oder ohne Helm paddle. Und wenn die Regulierer was dagegen haben, sollen sie halt versuchen, mich beim Nichtbeachten der Vorschriften zu erwischen. Basta. Und auf meiner Stirn habe ich nicht das Wort "Vorbild" eintätowiert...
Ciao
Martina
:cool:
Genau das sind die Leute, die die Begründungen für die Reglungswut liefern.
Ich bin auch gegen die übertriebene Regelwut.
Aber ich sehe es eher so:
Ich finde, dass ich Verantwortungsbewusst bin, mich entsprechend der Situation zu verhalten und eben nicht zu schnell zu Fahren, weil ich meine, dass ich damit umgehen kann, sondern auch berücksichtige, ob andere damit umgehen können, bzw, ich Sie damit unbeabsichtigt gefährde. Ebenso schätze ich mein Verhalten beim Paddeln ein.
Aber vor solchen Leuten mit dieser hier geschriebenen Einstellung habe ich angst!
Und das hat nichts mit Vorbild zu tun! Reiner Selbsterhaltungstrieb, weil ich nicht glaube noch ruhig schlafen zu können, bloß weil z.B. ein Fußgänger nicht mit meinem Können zurecht kam.
Chillosaurus
15.03.2007, 14:04
Hiya,
[...]. Solange ich meine Kids nicht dabei habe heisst die Devise: So wenig Gedanken machen wie möglich, und nur so viel wie (unbedingt) nötig.
[...] :D
Ist der Satz nicht irgendwie verdreht? Muss es nicht heißen, so viele Gedanken machen, wie möglich, um sich aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit heraus zu bewegen?
Dann wäre auch der Zusammenhang mit dem Rest deines Textes gegeben, da du dafür plädierst, sich das Denken nicht von anderen durch Vorschriften abnehmen zu lassen.
Im Gegensatz zu euch bin ich allerdings der Meinung, dass Verbote und Beschränkungen teilweise notwendig und sinnvoll sind, da nicht alle Menschen die mentale Eignung zum Nutzen ihrer eigenen Vernunft besitzen. Der Mensch verlangt im Prinzip immer wieder nach Gesetzen, dadurch, dass er nach dem Prinzip handelt: So wenig denken wie irgendwie möglich. Es ist schließlich äußerst bequem seine Vernunft durch die Vernunft anderer zu ersetzen und so jegliche Verantwortung abzulegen.
Ralf Schmidt
15.03.2007, 14:23
Hi Chillo,
nee, ist schon so wie geschrieben:
Paddel schnappen, in's Boot springen, und ab die Post. Um irgendwelche unsinnigen Vorschriften nicht einzuhalten muss ich mir darüber garkeine Gedanken machen.
Würde ich mir Gedanken machen würde ich mir überlegen dass ich immer noch keinen Bootsnamen in 10cm Höhe/Lateinischen Lettern aufgeklebt habe, die Weste zuhause liegt, ich die Wettervorhersage noch nicht abgehört habe, mein Kompass wieder zur Kompensation müsste, etc. etc. etc.
Wenn man dieses ganze Geraffel, das zwar alles seine Bedeutung hat bei entsprechendem Einsatz, aber eben nicht bei 90% der Entspannungstouren, auch im Kopf weglässt ist auch der mitgeschleppte gedankliche Müll schon viel geringer geworden.
Die Menschen die nicht in der Lage sind vorne und hinten am Kajak zu unterscheiden werden sich auch nicht durch Gesetze und EPPs davon abhalten lassen mitihrem Gummiboot im eiskalten Wasser zu kentern und dann ggf. auch direkt vor Ort zu versinken.
Natürlich besteht eine gewisse Regulierungsnotwendigkeit, insbesondere wenn es um das Verhalten oder die mögliche Gefährdung Anderer geht, aber, hey, wen gefährde ich mit meinem Kajak ausser mich selbst?? Und dass ich einem grossen Pott ausweichen muss - naja, dafür brauche ich keinen Schein, das bedingt schon der Überlebenstrieb.
Im viel gefährlicheren Strassenverkehr darf ich mich ja als Nicht-Motorist auch ohne jeglichen Nachweise bewegen.
Bis dann,
Ralf Schmidt
Zu viele Bedenken führen zu Unsicherheit, Angst, und sind damit ein Risiko an sich. Wer nur an's Kentern denkt wird das bestimmt auch tun.
KajakFun
15.03.2007, 15:09
cogito ergo sum
manchmal gilt's auch anderstrum :D
Chillosaurus
16.03.2007, 09:06
Ich bin auf jedenfall für den uneingeschränkten Nutzen der eigenen Vernunft.
Wenn ich aufs Wasser gehe mache ich mir alle möglichen Gedanken, wie z. B. wie sieht der Bach hinter den nächsten Kurven aus, muss ich mit Gefahren, umgestürzten Bäumen etc. rechnen, wie kann ich mich optimal vor eventuellen Gefahren schützen, kann ich beim aktuellen Wasserstand alle Wehre auf der Strecke befahren, muss ich mit niedrigen Brücken rechnen....
Ich beschäftige mich allerdings ebenfalls kaum mit Vorschriften (es sei denn Befahrungsbeschränkungen im Sinne des Naturschutzes, da ich das Bild der Paddler nicht negativ beieinflussen möchte und keinen Bock habe mich mit selbsternannten Naturfreunden herumzuschlagen) Keines meiner Boote ist mit 10 cm Buchstaben gekennzeichnet.( Falls es geklaut wird, passt sowieso kaum jemand rein.) Ansonsten sehe ich keinen Grund zur Kennzeichnung, haben bei uns keine Wasser-Schutzpolizei und selbst wenn heißt es, dass die Kennzeichnung bei denen total schnuppe ist, der Firmenname auf dem Boot ist da Kennzeichnung genug. (Macht sich auf Wettkampfbooten sowieso nicht so gut.)
[Ich finde, dass ich Verantwortungsbewusst bin, mich entsprechend der Situation zu verhalten und eben nicht zu schnell zu Fahren, weil ich meine, dass ich damit umgehen kann, sondern auch berücksichtige, ob andere damit umgehen können, bzw, ich Sie damit unbeabsichtigt gefährde. Ebenso schätze ich mein Verhalten beim Paddeln ein.
Aber vor solchen Leuten mit dieser hier geschriebenen Einstellung habe ich angst!
Und das hat nichts mit Vorbild zu tun! Reiner Selbsterhaltungstrieb, weil ich nicht glaube noch ruhig schlafen zu können, bloß weil z.B. ein Fußgänger nicht mit meinem Können zurecht kam.[/QUOTE]
Siehste, Georg, Du hast mich sofort falsch verstanden: Der Hauptsatz meines Beitrags war: Ich beliebe selbst zu denken und danach zu handeln.
Was beeinhaltet, daß ich u.a. auch berücksichtige, ob irgendwelche Nichtdenker mit meinem Verhalten klar kommen - und das aus reinem Selbstschutz. Du setzt voraus, daß zu schnell fahren gleich gefährlich ist, dabei kommt es nur darauf an, wo und unter welchen Umständen man es tut.
Und was die Sicherheit im Kajaksport angeht: Ich bin total für die Mitführungspflicht von Kondomen - das ist einfach sicherer...
Und zuletzt: Merci du compliment, vor mir hat sonst noch nie einer Angst gehabt...
Ciao
Martina
Hallo Ralf, Hallo Martina,
Ihr wollt selber Denken und danach Handeln, dann tut es doch. Aber bedenkt bei allem was ihr tut wenn etwas passiert kommt es auf alle Kanusportler zurück und es giebt noch mehr Regeln. Es heist dann nicht Ralf und Martina haben Mist gemacht sondern: " Durch Unachtsammkeit zweier Kanuten ist es ........"
Deshalb auch diverse Regeln. Siehe auch den Beitrag http://forum.kanu.de/showthread.php?t=295
Gruß
Carsten
Chillosaurus
24.03.2007, 10:28
Ihr wollt selber Denken und danach Handeln, [...] Es heist dann nicht Ralf und Martina haben Mist gemacht sondern: " Durch Unachtsammkeit zweier Kanuten ist es ........"[...]
Nee, wenn man denkt ist man Achtsam und nicht Unachtsam. Gefahren entstehen, wenn man seine Vernunft ausschaltet.
Wenn man eine Gruppe leitet, muss man für die zu betreuenden Kiddies selbstverständlich mitdenken, um ihnen ein Gefühl für das richtige Verhalten zu verschaffen, solte aber versuchen, ihnen nicht allzusehr, seine eigene Denkensweise aufzudrücken.
Ralf Schmidt
26.03.2007, 08:32
Hi Carsten,
hhhmmm..., wenn ich eine Weste trage kann mir nix mehr passieren??? Komisch, am Samstag hatte ich ne Weste an, trotzdem habe ich mir die Schulter rausgedreht ;)
Nee, im Ernst, es stimmt natürlich dass es auf "die Kanuten" zurückfällt wenn etwas (schlimmes) passiert. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht dass mit Ausrüstung nichts passieren kann, oder dass Otto Normal eine Unterscheidung macht ob der abgetauchte Kanute nun gem. DKV oder SaU oder sonstigen unverbindlichen Regeln ausgerüstet war.
Ich für meinen Teil halte mich immer für relativ stärker gefährdet wenn ich vol aufgerödelt bin, denn dann begebe ich mich in eine nennenswerte Gefahr (Meer oder schnell strömendes Wasser). Bei Ententeich, in schwimmbarer Entfernung zum Ufer, sehe ich das als Kokolores an.
Natürlich nur als Selbstpaddler ohne Aufgabe als Fahrtenleiter, Trainer, Vater oder in sonstwie gearteter verantwortlicher Rolle.
Bis dann,
Ralf Schmidt
Oder: Nur wenn ich auf dem Fahrrad den Helm aufsetze wird's gefährlich B)
Chillosaurus
26.03.2007, 17:06
Was hat der Link eigentlich mit Regeln zu tun?
KajakFun
26.03.2007, 22:08
Wenn ich nach dem Bootfahren den Helm absetze wird es erst richtig gefährlich...dann steige ich ins Auto :p
Wer das Schwimmrisiko und seine Folgen schon im Vorfeld reduziert fährt doch am sichersten. Das geht aber nur durch gute Ausbildung und ständige Übung. Eine Schwimmweste hilft leider nicht gegen Kentern & Schwimmen.
Ein "Schwimmer" wird erst dann zum Unfall, wenn zusätzliche Faktoren mit ins Spiel kommen und das Endergebnis entsprechend negativ ausfällt und feststeht. :rolleyes:
Man kann Unfälle mit der besten Schwimmweste nicht verhindern. Man kann höchstens aus den Unfallursachen lernen.
Der Rest ist Statistik und bei der geringen Unfallhäufigkeit reine Spekulation.
Wenn ein Schwimmer gut ausgeht erscheint er in keiner Statistik und Annahmen wie "ohne Schwimmweste wär der Kamerad sicher ertrunken" lassen sich hinterher genauso schlecht belegen.
Beim Unfall "ohne Schwimmweste" hat man nur gleich einen möglichen Schuldigen gefunden & verurteilt und das eigene Gewissen dabei beruhigt frei nach dem Motto "das kann mir ja nicht passieren" ich fahre so selten "ohne" :o .
Ein Unfall resultiert aus mehreren vorangegangenen Fehlern die als Unfallursache meistens überhaupt nicht mit berücksichtigt werden. Das Schwimmen ist nur die erste Konsequenz, der Unfall die mögliche Folge. Ob dann der Unfall glimpflich abläuft ist sehr vom Zufall abhängig und ist nur bedingt durch die Ausrüstung positiv beeinflussbar. (Meistens kommen ja mehrere Faktoren zusammen)
Es gibt leider keine Statistik über Kenterungen mit/ohne Schwimmweste und inwieweit die Schwimmweste im Einzelfall wirklich absolut nötig war. In vielen Situationen ist sie hilfreich, in manchen Situationen kann sie sehr wohl auch hinderlich sein und damit meine ich nicht nur den Tragekomfort. Ich kann ohne Schwimmweste jedenfalls wesentlich schneller schwimmen und auch viel besser tauchen. Manchmal kommt es gerade darauf an.
Vielleicht komme ich ohne Schwimmweste schneller ans rettende Ufer und werde nicht mangels Schwimmgeschwindigkeit irgendwo hinunteruntergespült wo es ungesund wird. Wenn mich ein Motorboot übersieht und versehentlich überfährt habe ich als Taucher oder Schwimmer ohne Schwimmweste die besseren Chancen.
Aus manchen Wehranlagen komme ich ohne Schwimmweste besser aus dem Rücksog heraus....die Gegenbeispiele sind natürlich genauso gültig.
Wer weiß denn schon im Vorfeld was die richtige Wahl für die jeweilige Unfallsituation ist?
Das Endergebnis steht jedenfalls erst hinterher fest und die andere Variante bleibt reine Spekulation.
So jetzt zerreisst mich in der Luft...:D
Wer bei 6 Gad Wassertemperatur von Cuxhaven nach Helgoland fährt darf auch die Schwimmweste zuhause lassen. :eek: ;)
Chillosaurus
27.03.2007, 16:55
[...]Aus manchen Wehranlagen komme ich ohne Schwimmweste besser aus dem Rücksog heraus....[...]
Wer weiß denn schon im Vorfeld was die richtige Wahl für die jeweilige Unfallsituation ist?
Das Endergebnis steht jedenfalls erst hinterher fest und die andere Variante bleibt reine Spekulation.
[...]Wer bei 6 Gad Wassertemperatur von Cuxhaven nach Helgoland fährt darf auch die Schwimmweste zuhause lassen. :eek: ;)
Das meine ich mit dem Nutzen der Vernunft: Ich begebe mich nicht in Rückläufe, von denen ich ausgehen kann, dass ich sie kaum verlassen kann. Dass man ohne Schwimmweste rauskommt ist schließlich auch nicht bewiesen. Hier ist es vor allem wichtig möglichst heile zu bleiben, sich vor Verletzungen zu schüten, bevor mir der Mitpaddler hilft. Wissen tut man nichts im Vorfeld, doch man kann sich durchaus auf alle möglichen Situationen einstellen.
Und bei 6 Grad Wassertemperatur: Wenn man da zwischen Cuxhaven und Helgoland den Schwimmer macht, hat man doch extreme Prombleme. Das Schwimmen in so kaltem Wasser fällt einem einfach schwerer.
KajakFun
27.03.2007, 18:53
Hi Chillosaurus
Ich kann dir in punkto Vernunft nur zustimmen.
Die Fehlentscheidungen die zu Unfällen führen fallen immer schon vor dem eigentlichen "Schwimmer" und die Schwimmweste spielt hierbei überhaupt keine Rolle.
Unfallprävention beginnt deshalb bei mir nicht erst mit dem Anziehen der Schwimmweste. Die Schwimmweste erzeugt nur ein trügerisches Sicherheitsgefühl.
Ich sage ja auch nicht daß man sich in Rückläufe begeben soll, noch bestreite ich den Nutzen von Schwimmwesten. Ob die Schwimmweste beim Wehrunfall hilft..wer weiß?
Die meisten Unfälle passieren ja gerade an Wehranlagen.
Wer ein Wehr rechtzeitig umträgt ist auf der sicheren Seite und nicht derjenige der die Schwimmweste anhat und runterfährt. Das jeweilige Wehr und der Zufall entscheiden dann ob jemand heil herauskommt. Nicht die Schwimmweste. Nur wenige können in so einer Stressituation überhaupt noch vernünftig handeln und haben noch eine kleine Chance.
Dito Helgoland.
das war natürlich ironisch gemeint ;)
Kein halbwegs Vernünftiger fährt bei 6 Grad Wassertemperatur 70 km übers Meer nach Helgoland wenn er so eine Tour auch im Sommer machen kann. (Ausnahmen soll es ja auch geben).
Wenn ich bei 6 Grad einen "Dauerschwimmer" mache bin ich auch mit Schwimmweste weg vom Fenster bevor Hilfe kommt....ergo dann kann ich sie auch Zuhause lassen...dann friert man wenigstens nicht so lange.
So eine Tour bleibt eben Experten vorbehalten die konditionell und fahrtechnisch gute Reserven haben und auch ohne irgendeinen "Rettungsanker" klarkommen und das Restrisiko bewußt eingehen wollen.
Moin KajakFun, moin Chillo,
KajakFun hat völlig recht, wenn er sagt:
Wer bei 6 Gad Wassertemperatur von Cuxhaven nach Helgoland fährt darf auch die Schwimmweste zuhause lassen. :eek: ;)
Und er darf nicht nur, sondern er sollte sogar auf der Strecke zu jeder Jahreszeit
seine Schwimmweste zuhause lassen, schließlich ist in dieser Situation eine
Schwimmweste völlig fehl am Platz.
Verantwortungsbewuste Paddler tragen auf der Strecke ihre ohnmachtssichere
Rettungsweste, und nicht ein Leiche bleibt oben Teil. :p
Hauke
Chillosaurus
28.03.2007, 15:20
Da gibt es doch noch die Schwimmwestendiskussion unter der Sicherheitsrubrik...
Dazu will ich nur nochmals sagen, dass sämtliche Schutzmittel (Helm, Schwimm/Rettungsweste, Ellenbogenschoner...) nur dann eine "trügerische Sicherheit" bewirken, wenn der Paddler vergisst, dass eine erfolgreiche Befahrung alleine von seinen Fähigkeiten abhängt und nicht von seiner Ausstattung. Ich kenne aber keine Paddler, die wenn sie 'ne Weste anhaben Dinger runterfahren, die sie ohne Weste nicht fahren würden. Nur welche, die ohne Weste Dinger fahren ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob sie unten heile ankommen.
KajakFun
28.03.2007, 17:29
Hi Chillo,
..wenn der Paddler vergisst, dass eine erfolgreiche Befahrung alleine von seinen Fähigkeiten abhängt und nicht von seiner Ausstattung
Das stimmt leider nur bedingt.
Die Ausrüstung ist doch Mittel zum Zweck.
Man fährt z.B. mit Protektoren extrem steinige Passagen und Extremstellen nicht weil man auch nur mit Fahrkönnen und ohne diese Dinger da runterfahren würde sondern nur weil man diesen zusätzlichen "Prallschutz" hat.
Die Schwimmweste ist ja nur eine kleine Schwimmhilfe und etwas Prallschutz mehr nicht. Sie entbindet mich nicht davon selbst aktiv zu werden. Ich kann mich ja nicht einfach nur bequem dahintreiben lassen bis irgendwann vielleicht mal Hilfe naht.
Im Wildwasser oder auf dem Meer fernab der Küste ist die richtige Weste ja durchaus sinnvoll.
Wenn ich überhaupt nicht mehr handlungsfähig bin dann nützt die normale WW-Weste leider auch nichts mehr und ohnmachtsichere Westen machen im WW keinen Sinn weil ich die nicht mehr auslösen kann.
Schwimmweste auf dem See und Kleinfluß?
Fast jeder normale Mensch kann einige Stunden schwimmen wenns drauf ankommt. Wenn ich dabei unterkühle fehlt es eher am Wärmeschutz und nicht an der Schwimmweste. Mit Wärmeschutzanzug (Neo) kann ich auch ziemlich lange schwimmen und das schneller wie mit Weste. Ich komme schneller ans Ufer. Ob diese 5 kg Auftrieb der Weste da den Kohl noch fett machen? Das Boot schwimmt ja auch noch. Wer nicht gerade ein schlechter Schwimmer ist oder kopfunter total die Orientierung verliert und Panik bekommt profitiert da eigentlich nicht wesentlich von der Weste.
Flitzefroesch
29.03.2007, 07:25
Da gibt es doch noch die Schwimmwestendiskussion unter der Sicherheitsrubrik...
Dazu will ich nur nochmals sagen, dass sämtliche Schutzmittel (Helm, Schwimm/Rettungsweste, Ellenbogenschoner...) nur dann eine "trügerische Sicherheit" bewirken, wenn der Paddler vergisst, dass eine erfolgreiche Befahrung alleine von seinen Fähigkeiten abhängt und nicht von seiner Ausstattung. Ich kenne aber keine Paddler, die wenn sie 'ne Weste anhaben Dinger runterfahren, die sie ohne Weste nicht fahren würden. Nur welche, die ohne Weste Dinger fahren ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob sie unten heile ankommen.
Hallo zusammen, und damit hat Chillo total recht, ein kleines aktuelles Beispiel, welches leider auch noch bei uns im Verein vergangenes Wo.ende passiert ist.
Es war das jährliche Anpaddeln, Ein neuer 2er Outrigger wurde von 2 doch recht unerfahrenen auf der Elbe erprobt. Zwar mit Neo und Schwimmmweste, jedoch auch bei den kalten Wassertemperaturen vor 7 Kindern unter 10 Jahren ( finde ich kein gutes Vorbild ) Es gab bei denen auch eine Kenterung. Nichts wildes, es wurde sogar gelacht, die gekenterten schwammen ans Ufer, obwohl sie da Probleme hatten (die Elbe hat derzeit gutes Oberwasser), machten sich klar und paddelten weiter. Um einige Vorauspaddler wieder einzuholen, wurde das Tempo erhöht. Einige Paddler blieben zurück und führen ihre Geschwindigkeit. Etwa 100m vorm Verein, schon in einer Bucht ohne Strömung kippte ein ende 50jähriger um. Leider auch nicht mehr ganz fit, aber mit einer Schwimmweste. Es wurde zwar gesehen, aber als man ihn mit dem C10 gerettet hatte, war er schon so unterkühlt, dass er ins Krankenhaus musste. Es stellte sich raus, dass es zum Glück nichts bedrohliches war.
Er ist nicht aus dem Wasser gekommen, weil die Schwimmweste sich ständig an dem recht hoch hängenden Steg eines Segleranlegers verfangen hatte, wenn er sich hochziehen wollte. Die Kälte (ca 6 Grad Wassertemp.) tat sein übriges.
Zudem meinte die Person, er weiss gar nicht, wie das passieren könne, er habe schließlich eine Schwimmweste getragen, die hätte ihn doch oben halten müssen. (Eine Rippenwesten, die vor 50 Jahren getrgen wurden) Wäre er, wie so oft, alleine gefahren, wäre es das gewesen, und das unter anderem, weil er sich auf die Schwimmweste verlassen hatte. Das Beispiel zeigt doch eindeutig, dass sich einige vielleicht gerade wegen der Westen zu viel zutrauen. Einmal gekauft, nie erneuert oder mal nach neuen Sachen erkundigt, so nach dem Motto, hat doch bisher immer gute Dienste getan.
Also tut mir einen Gefallen, egal ob mit oder ohne Weste, wenn ihr der Meinung seit, ihr schafft es nicht, oder ihr seit der Meinung, jemand anders schafft es nicht, verlasst euch nicht nur auf die Sicherheitsmaßnahmen, sondern sagt es.
Grüße Jörg
P.S. Der gekenterte ist seit 40 Jahren im Verein, und erst am Wochenende stellte sich heraus, dass er so gut wie Nichtschwimmer ist.
Da frag ich mich, hat seit 40 Jahren niemand nachgefragt, und würde der Fahrtenleiter dafür belangt werden können, wenn etwas passiert wäre, weil er sich nicht erkundigt hat, ob alles schwimmer sind, nicht erkundigt hat bei jemanden, der schon 30 Jahre länger paddelt als er selber?????
Moin Jörg,
ich versteh nicht, wieso die OC-Paddler an Land geschwommen sind? Normal wäre es doch sich wieder auf's Boot zu setzen* und weiter zu paddeln :confused:
*Dabei könnte u.U. eine Schwimmweste allerdings eher hinderlich sein.
Ohne Kälteschutz ist bei den Wasertemperaturen aber spätestens nach 10 Minuten Feierabend :(
Aloha
Olaf
PS: Ihr werdet noch öffter mit dem Ding baden gehen :D ...gehört einfach dazu, also Aufrichten und Entern des Bootes üben.
Flitzefroesch
29.03.2007, 10:39
Hi Olaf,
wieso sie nicht wieder eingestiegen sind, weiß ich nicht,
war nicht direkt dabei, aber ich fürchte auch,
dass wir noch öfter baden gehen, ich werds trotzdem versuchen :)
Grüße Jörg
vBulletin® v3.6.4, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.