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Vollständige Version anzeigen : Bin Neuling, braucht allgemeine Hilfe


tillapfel
17.04.2007, 13:18
Hallo allerseits,

ich wohne jetzt zufällig an einem Fuß und benötige daher ein Kanu. Ich habe mich nie damit beschäftigt, deshalb weis ich nicht mal welche Kanu-Typen es gibt.

Ich entdecke immer wieder den Begriff "Canadier" und ich habe ein Boot gefunden, das mit "Hamburger Alster Kanu" bezeichnet wurde. Kann mir jemand unterschiede erklären oder einen Link geben, unter dem verschiedene Kanutypen beschrieben werden ?

Ich finde ja die Holzkanus wunderschön, welche vorteile/nachteile haben die gegenüber Kanus aus nicht Holz(woraus werden die eigentlich gemacht ?)

Ich hoffe auf Eure Hilfe

gunter
17.04.2007, 13:29
Am Besten du guckts einmal bei einem Verein rein. Viele bieten ein Schnupperpaddeln an, dabei kannst du auch die verschiedensten Bootsarten kennenlernen.
Gruß Gunter

Chillosaurus
17.04.2007, 16:03
Canadier werden Boote genannt, die mit dem Stechpaddel im Knien oder Sitzen gefahren werden. Kajaks werden im Sitzen mit einem Doppelpaddel gefahren. Canadier gibt es als C1 (für eine Person) bis zum C10 oder den Drachenbooten, in denen über 20 Leute Platz finden können. Kajaks gibt es als K1 (eine Person) bis zum K4. Lange schmale= schnelle Boote dienen für Fahrten auf offenen Gewässern, kurze breite= wendige Boote für Wildwasserfahrten oder Touren auf engen Bächen.

Holzboote haben den Vorteil, dass sie sehr Hübsch aussehen und häufig auch sehr leicht sind. Allerdings sind sie Beschädigungsanfälliger als andere. Normalerweise sind sie deswegen mit einer dünnen Glasschicht überzogen.

Alternativ gibt es Boote aus Kunststoff oder Plastik. Wobei es da auch weitere Unterschiede gibt. Am Pflegeleichtesten sind die Plastikboote, die aber nur eine relativ kurze Lebensdauer haben und extrem schwer sind. Kunststoffboote sind leichter und steifer und haben eine sehr lange Lebensdauer.
Kunststoffe sind:
Glas/Diolen: Glas gibt es als Matten oder Gewebe. Billigste Variante, nicht so steif, schwerer.
Aramid/Kevlar: Aramid bricht nicht so leicht
Kohle/Karbon: Steifheit und Festigkeit, sehr leicht
Hybrid: Verschiedene Gewebe ineinandergewebt vereint Eigenschaften beider Stoffe in besonders fester Verbindung (z.B. Kevlar-Karbon)
Naturfasern: Neue Technologie, Umweltverträglich, keine Erkenntnisse über die Haltbarkeit vorhanden. Es existieren nur einige Prototypen.

In einem Boot werden immer mehrere Stoffe kombiniert, um den Belastungen der entsprechenden Punkte der Bootskonstruktion am besten zu entsprechen.

PE gibt es geblasen oder gedreht:
gedrehte Boote sind oft leichter, da das Material den Belastungen entsprechend verteilt ist
geblasen Boote sind sehr schwer, haben aber auch in der Regel eine größere Steifigkeit


"Hamburger Alster Kanu" ist wahrscheinlich der Name eines Vereins oder ein Eigenbau.

Ich stimme dem Vorredner zu: erstmal auf'm Wasser ausprobieren, welche Bootsform du haben möchtest und dir dort die nötigen Techniken aneignen. Dann würde ich mal im Internet nachschauen, da sind öfter mal günstige gebrauchte drin.

Jörg Wagner
17.04.2007, 16:28
Hallo,
in Deutschland gab es ab der Jahrhundertwende(1900) zwei Zentren des Holzkanubaus, Berlin und Hamburg.
In Hamburg gibt es heute noch am Goldbekkanal eine recht aktive Gruppe von Benutzern dieser Boote und ansonsten auch noch einige "Restaurierer", die Leider die Meisten dieser Boote mit einer Glasfaserbeschichtung dem Untergang entgegenzuführen, anstatt sie fachmännisch als "Wood-Canvas"-Boote mit der Aussicht auf ein langes Leben wiedererstehen zu lassen. Alsterkanadier sind diese in Hamburg gebauten Boote, nicht etwa einClubname oder eine Bezeichnung für Eigenbauten. Es gab in Hamburg eine große Anzahl vonn Canadierwerften, die auf hohem handwerklichen Niveau arbeiteten, aber leider vom Design der amerikanischen oder kanadischen Vorbilder meilenweit entfernt waren, eben so, wie man sich ein "Indianerkanu" nach zu reichlicher KarlMay-Lektüre vorstellte.
Jörg Wagner

GeorgS
17.04.2007, 16:30
Hamburger Alster Kanu,
war mal der Name einer Werft (? Oder nur des Bootstypen ?) bei denen es sich um ein Stoff überzogenen Leistenkanu handelte. Dieser Stoff wurde dann mit einer Mineralien-Öl/Harz-Mischung abgedichtet. Sprich, der Stoff (Leinen) diente als Träger für die Abdichtung. Dadurch war wohl auch die Bearbeitung der Leisten einfacher, da diese nicht abschließend für die Dichtigkeit sogen mussten.
Die ich mal gesehen habe waren recht Großvolumig, davon eines wunderschön hergerichtet, mit einem orginalen Dichtungsüberzug. Ob es eine Rumpfform war, die Heute evtl. mit anderen Materialien nachgebaut wird kann ich nicht sagen.
Ohne Gewähr!