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Vollständige Version anzeigen : SCH***E! hab ein Loch im Boot


exilim
18.06.2007, 15:32
Hallo zusammen,

also ich habe gestern mein Canadier aus mein Abstellfach gehoben und bin dann ( gar nicht mal so doll ) gegen eine spitze Ecke angestoßen. Jetzt habe ich da ein kleines Loch in der Außenhaut :mad: . Man sieht jetzt an der Stelle die darunter legende Glasfaserschicht, ich glaube jedenfalls das es Glasfaser ist. Das blöde ist, das sich die Außenschicht wie Eierschale verhält, man brauch nur ein bisschen dran kommen und es brechen immer mehr kleine Stücke heraus :(
Das Boot ist ein 3er Canadier aus G-Sandwichlaminat.
Ich wollte jetzt mal wissen womit und wie ich das wieder grade biegen kann.
Was so richtig nervt, ist das dass Boot Nagelneu ist und ich jetzt nicht soviel dran rumdoktorn wollte (riesen Spachtel Fleck oder so). Falls doch mit Spachtel, wo bekomme ich solch eine Farbe her das ist doch kein normaler Lack oder!?

Eine habe ich noch :D Ist es so, das zwischen Außenhaut und der darunter legenden Fieber oder Glasfaserschicht ein kleiner Hohlraum ist oder ist die Stelle bei mir nur Zufall.

So genug rumgeheult, ich hoffe ihr könnt mir da den ein oder anderen Tip geben und bedanke mich schon einmal im Voraus!!

schöne Grüße
exilim :D

Ralf Schmidt
18.06.2007, 15:40
Hi Exilim,
die ganzen Fragen wird Dir so höchstens der Hersteller beantworten können. Es gibt alle möglichen und unmöglichen Materialien und Varianten, Glas mit Epoxid- oder Polyestherharz, mit Thermoplast, mehrlagige Laminate oder Schichten etc. Das Glas kann auch irgend ein schlagzähes Gewebe sein, Diolen z.B., als Matte oder als Gewebe. Selbiges trifft für die Oberfläche zu, kann Farbe sein, oder Gelcoat, gefärbtes Harz, oder auch wieder Thermoplast (klingt aber nicht so).
Wichtig ist es das Loch zu versiegeln wegen eindringendem Wasser, wenn's festigkeitsrelevant ist auch zu verstärken. Farbe/Gelcoat - wie gesagt, der Hersteller.
Klingt für mich nach entweder sehr billigem oder sehr teurem Boot. Beide sind empfindlich, nur das billige ist leichter zu flicken ;)
Wenn Du Dir den Stress mit dem Lack nicht antun willst reparier die Stelle sauber und mach Dir dann nen schönen Aufkleber drauf ;)

Bis dann,
Ralf Schmidt

Werner Schmiedel
18.06.2007, 18:46
Hai Georg,

die Oberfläche kriegst du glatt, wenn du nach dem Auffüllen der beschädigten Stelle Backpapier auflegst und mit Muttis Bügeleisen leicht drüber gehst - nicht zu heiss, bitte, sonst :eek:

Grüsse vom Werner

Werner Schmiedel
18.06.2007, 19:43
Hai,

nun, wir haben es so gemacht bei einem Lettmann Eski und ich werds bei meinem Ladoga (PE-Haut) wenn es nötig ist, auch tun. Beim Eski war es eine Absplitterung, ca. 2 x 1 cm, bis auf das Gewebe, bei meinem Ladoga sind es zwei kleine Löcher.

Da fällt mir eine Frage ein: Könnte ich bei meinem Necky (PE) nicht auch ein paar Falten (Kratzer) durch Wärme glätten?

Der Werner

michael.kramer
19.06.2007, 12:10
Das Boot ist ein 3er Canadier aus G-Sandwichlaminat.[...]Ist es so, das zwischen Außenhaut und der darunter legenden Fieber oder Glasfaserschicht ein kleiner Hohlraum ist oder ist die Stelle bei mir nur Zufall.Was das G-Sandwichlaminat genau ist, kann sicher nur der Hersteller sagen. Aber "Sandwichlaminat" bedeutet in der Regel, dass um ein leichtes Trägermaterial (z.B. Holz oder Hohlkammer-Kunststoffstreifen) Gewebe und Harz geklebt sind. Daher kann es "normal" sein, dass da ein Hohlraum drin ist. Musst Du aber beim Hersteller nachfragen.

Zur Reparatur empfehle ich: Epoxy-Harz (nicht das Auto-Spachtelzeug aus dem Baumarkt) und Holzspäne mischen und in den Hohlraum spachteln. Das füllt den Hohlraum auf. Aushärten lassen, Glattschleifen und mit Autolack die Farbe angleichen. Nochmal Epoxy drüber (ohne Späne), für eine Top-Oberfläche blasenfrei Frischhaltefolie auf die Stelle legen, bevor das Harz abbindet. Man wird das natürlich trotzdem immer sehen...

@Werner: Hat der Ladoga nicht eine PVC-Haut? Was machst Du mit Gelcoat da dran? Oder steht das nur wegen dem Bügeleisen da? Wegen des Necky: Die sind geblasenes PE (wenn ich nicht irre), das versucht bei Wärme seine Ursprungsform wieder einzunehmen. Da würde ich mit Wärme nicht dran gehen.

Chillosaurus
19.06.2007, 13:42
Als Sandwichmaterial werden in der Regel alle Kombinationen von Kunststoffen bezeichnet.

Vorgehen: Fall 1: Gewebe nicht beschädigt.
Händler fragen, was für ein Harz benutzt wurde und entsprechendes Epoxi/Gelcoat und Farbe besorgen.

Fall 2: Gewebe leicht beschädigt.
bei kleinem Gewebeschaden gleiches Material als Häcksel mit passendem Harz auflaminieren. Bei größerem kleine Matte zurechtschneiden. Die Materialien, die normalerweise verwandt werden: Glas (weiß), Aramid oder Kevlar (Gelblich) und Kohle oder Karbon (schwarz), Kombinationen aus den Materialien in einer Matte sind möglich. Manche wenige Hersteller benutzen auch Fieberglas.

Es ist nicht normal, dass sich zwischen der Lackschicht und den Kunststoffgewebe ein Hohlraum befindet. Dieser kann allerdings sehr leicht entstehen, wenn beim Bootsbau die erste Lage nicht vernünftig eingelegt, getränkt und entlüftet wurde. Kleinere Blasen findet man fast an jedem Boot.

Ralf Schmidt
19.06.2007, 14:13
Hi Chillo,
das Glas hat kein Fieber, sondern besteht aus Fasern, oder englisch "Fiber", also einfach Glasfaser, oder eben englisch fiberglass.
Andersrum: Fiberglass verwenden die Engländer, Amerikaner, .... ;)

Reines Glas wird übrigens selten verwendet, nur bei Billigbooten, und dann oft als Matte, also ungerichteter Faserverbund. Standard ist eher ein Glas/Diolen-Mix, sind aber beide weiß.
Zur Reparatur ist die Faser selbst relativ unerheblich (wenn damit nicht gerde 50% des Bootes ersetzt werden müssen). Wesentlicher für den Erfolg und insbesondere den Misserfolg ist die Matrix, sprich das Harz, oder der Thermoplast. Und: Die Verstärkungsfaser muss sich mit dem Harz verbinden können. Es gibt Epoxy-Systeme (praktisch alle höherwertigen Fasern, z.B. mit Silanschlichte o.ä.), Poliestermaterialien (eher das niederpreisige, wie z.B. die genannten Fasermatten) und welche die mit beidem können. Faserverstärkte Thermoplaste sind dann wiederum ein ganz eigenes Kapitel, für den Selbstbauer aber kaum zu verarbeiten.

Bis dann,
Ralf Schmidt

exilim
20.06.2007, 08:50
Hallo und danke für die reichhaltigen Antworten :) ,
ich hab mich jetzt für die Gelcoat variante entschieden. Ich frage mich nur womit ich das Gelcoat einfärbe, Abton für Lack oder wieder was spezielles.
Ich wollte so vorgehen: Gelcoat einfärben und versuchen den Farbton zu treffen :D . Dann ins Loch streichen, aushärten lassen und mit immer feineren Schleifpapier drübergehen, dann noch polieren und freuen ( hoffe ich zumindest )

Womit trage ich Gelcoat eigentlich auf, mit einem Spachtel :confused: . Hab das Zeug noch nie gesehen.

Vieleicht werde ich hier noch zum Bootsbaumeister :D
Danke im Voraus!!!

Exilim

TiemoHH
20.06.2007, 11:55
Ich frage mich nur womit ich das Gelcoat einfärbe, Abton für Lack oder wieder was spezielles.
Ich wollte so vorgehen: Gelcoat einfärben und versuchen den Farbton zu treffen :D . Dann ins Loch streichen, aushärten lassen und mit immer feineren Schleifpapier drübergehen, dann noch polieren und freuen ( hoffe ich zumindest )

Womit trage ich Gelcoat eigentlich auf, mit einem Spachtel :confused: . Hab das Zeug noch nie gesehen.


Du solltest die Einfärbpigmente (Paste) kaufen, wo Du das Gelcoat kaufst. Gibt es normalerweise in allen RAL-Tönen. Achte unbedingt auf die Mischangaben, diese betragen zumeist nur wenige Prozent. Gerade bei Farben wie rot sind die Angaben absolute Obergrenzen, da ansonsten der jeweils verwendete rote Farbstoff erfahrungsgemäß dazu führen kann, daß das Gelcoat nicht vollständig aushärtet.
Außerdem muß dem Gelcoat, wenn es nicht in einer Form sondern zum direkten Auftrag auf den Rumpf genutzt werden, Paraffin beigemischt werden, damit die Oberfläche aushärtet. Auch hier kann Dir der Fachhandel zum jeweiligen Mischverhältnis Infos geben.

Gel-Coat ist normalerweise ähnlich dickflüssig wie Harz, es gibt teilweise aber auch vorgemischte und gefärbte Gelcoat-Spachtelmassen, die für kleinere Reparaturen geeignet sind.

Der Versuch, den Bootsfarbton zu treffen, ist nicht ganz einfach. Dazu müsstest Du eine Basisfarbe mit einer anderen mischen. Schnell hat man dann zuviel Pigmentpaste im Gelcoat. Eine andere Möglichkeit ist es, die Pigmentpaste vorher zu mischen, allerdings trifft man damit die Farbe in den seltesten Fällen. Will man z.B. ein grau erreichen und mischt weiß und wenig schwarz, dann stimmt zwar die Pigemntpaste vom Farbton, wenn das ganze nachher aber im Harz vermischt wird, dann bleibt nur noch ein altweiß, aber kein grau.
Am besten also gleich eine möglichst ähnliche Farbpaste wählen und dann nicht groß experimentieren...

Ralf Schmidt
20.06.2007, 13:15
Hi Exilim,
nimm farbiges Gelcoat.
Auftragen: Das Zeug ist normalerweise hochtixotrop eingestellt damit's nicht abläuft, es wird ja normalerweise als erste Schicht in die Form gespritzt - und soll da auch bleiben und nicht als Pfütze zusammenlaufen. Laminierharze sind wesentlich dünnflüssiger bis nahezu wässrige Konsistenz, Klebe- und Giessharze sind da zäher.
Immer empfehlen kann ich bei www.r-g.de (http://www.r-g.de) vorbeizuschauen, da gibt's neben den ganzen materialien auch sehr viele (kostenlos herunterladbare) Infos, Bücher, Hefte, etc. und ein Faserverbundforum.

Bis dann,
Ralf Schmidt
Und wenn's alles nix wird sucht Du Dir halt nen richtig schönen grosse Aufkleber aus ;)