Hallo,
ich stelle hier mal ein paar Gedanken zum geplanten Europäischen Paddelpaß - der sich in Deutschland ja zur Zeit in der Versuchsphase befindet - hinein, da mir einige Merkwürdigkeiten dazu aufgefallen sind. Eventuell kommt ja das eine oder andere zusammen, um den einen oder anderen Punkt zu erhellen, schließlich sollte hier ja die Quelle der Planung liegen.
Ich liste der Einfachheit halber einfach die einzelnen Punkte mal auf, die ich unverständlich, mißverständlich oder einfach unlogisch finde:
1) die eigentlich vorgesehene erste Stufe (gelbes Paddel) fällt in Deutschland unter den Tisch.
2) In der
deutschen ersten Stufe (der eigentlichen Vorstufe) wird zwar der Bogenschlag verlangt, ansonsten darf der Paddler anscheinend jeden und alles rammen, da keinerlei sonstige Kurshaltefähigkeit verlangt wird.
3) Die erste Stufe ist nicht Voraussetzung für Stufe 2. Warum nicht?
4) Ist vorgesehen, daß man bei den Stufen rot und schwarz jeweils 2x den Paß benötigt? Denn ab dann wird explizit zwischen Wildwasser und Küstenfahrt unterschieden. Es soll Paddler geben, die beides machen.
5) Sind Canadierpaddler Paddler 2. Klasse? Denn sie können nach den derzeitigen Vorgaben weder das rote noch das schwarze Paddel erwerben. Zumindest sind sie wohl eher selten auf Küstengewässer II-IV und/oder Wildwasser II-IV unterwegs.
6) In den Stufen 3-6 werden im Gegensatz zum eigentlichen Konzept keinerlei Prüfungen für Wildwasserfahrer verlangt. Warum nicht?
7) Thema Umweltschutz: solche Kenntnisse gehören eigentlich in die Stufen 1 und 2, aber innerhalb des deutschen Konzeptes müssen nicht einmal die Paddler mit dem roten Paddel Schutzzeiten von Säugetieren im Wattenmeer oder Vögeln kennen. Dafür müssen sie allerdings diverse Muscheln und Quallen voneinander unterscheiden können. Irgendwie nicht richtig schlüssig....
8) Und last but not least: ist das Ganze eventuell nur als groß angelegte Promotionaktion für den DKV-Verlag zu verstehen? Denn es wird praktisch nur Unterlagen dieses Verlages als Begleitmaterial vorgesehen. Bzw. was hat der Prospekt mit dem Verlagsprogramm als Begleitmaterial zu suchen?
So, das sind erst einmal die Punkte, die mir so ad hoc einfallen. Bestimmt gibt es noch weitere nicht nachvollziehbare Vorgaben, aber das sind wohl die Hauptsächlichen.
Um jedes Mißverständnis von vornherein vorzubeugen: ich bin
für einen Befähigungsnachweis zumindest für schwierigere Gewässer - auf einem Dorfteich wäre er etwas überklassifiziert - aber dann bitte sollte er auch
schlüssig und
durchdacht sein. Und zum Beispiel auch berücksichtigen, wenn jemand nach Erwerb einer der Stufen längere Zeit aussetzt, wie soll dann damit verfahren werden? Die Kenntnisse, die der Paß eigentlich bescheinigen soll, sind dann mit Sicherheit nicht mehr gegeben.
MfG
Reinhard